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11.08.2010
 

iPad-Konkurrenz

Angriff der Sparbretter

Von Matthias Kremp

Tablet-PC (Quanta Redvale): Alle Hersteller wollen mit dabei sein, wenn der Boom beginntZur Großansicht

Tablet-PC (Quanta Redvale): Alle Hersteller wollen mit dabei sein, wenn der Boom beginnt

Kommen jetzt die billigeren Anfass-Rechner? Die iPad-Konkurrenten planen neue, günstige Geräte, in Indien wird ein Tablet für 26 Euro präsentiert - und auch Apple selbst denkt laut einem Analysten über eine kleine Sparvariante nach. SPIEGEL ONLINE gibt den Überblick.

Apple war schon immer groß darin, Bedürfnisse zu schaffen - und sogleich Produkte zur Befriedigung dieser Bedürfnisse. Wobei die Konkurrenz deklassiert wird, falls sie gerade an ähnlichen Produkten arbeitet.

Das jüngste Beispiel für diese Erfolgsstrategie ist das iPad. Jahrelang versuchte Microsoft, tastaturlose Rechner populär zu machen. Vergeblich. Apple dagegen gelang das Kunststück gleich mit seinem ersten Tablet-Computer. Drei Millionen Exemplare wurden binnen 80 Tagen verkauft.

Kein Wunder, dass nun die ganze Computerbranche von dem Boom profitieren will.

SPIEGEL ONLINE gibt den Überblick, was sich auf dem Tablet-Markt tut:

  • Was plant Apple selbst?

Dass das iPad im Herbst ein neues Betriebssystem bekommen soll, ist klar: Das iOS 4, das auf den neueren iPhones schon läuft, wird ab Herbst auch auf den Tablet-Rechnern laufen. Auch über weiterentwickelte Geräte gibt es Gerüchte - die aktuellsten von Digitimes. Einem Analysten der Web-Seite zufolge soll Apple ein hochgerüstetes iPad planen und außerdem zur Ergänzung der Modellpalette ein neuartiges Mini-iPad.

Das Display dieses Kleingeräts habe statt einer Diagonale von 9,7 Zoll (24,6 Zentimeter) nur noch sieben Zoll (17,8 Zentimeter), schreibt Digitimes. Weil der Bildschirm eines der teuersten Bauteile des iPad sein dürfte, könnte eine solche Reduzierung den Preis deutlich senken - er ist noch das größte Kaufhemmnis für Apples Geräte. 500 Euro kostet derzeit ein iPad mit Magerausstattung und 800 Euro die Luxusversion.

Wer sich jetzt allerdings schon auf dieses Gerät freuen will, Vorsicht: Apple hat die Pläne natürlich in keiner Weise bestätigt. Außerdem ist dem Bericht zufolge die angepeilte Markteinführung erst Anfang 2011.

  • Was plant die Konkurrenz, wann kommen weitere Geräte?

Apples Rivalen wollen mit eigenen, meist billigeren Geräten punkten. Die neue Version des E-Book-Readers Kindle von Amazon ist schicker als die Vorgänger und kostet nur noch 139 Dollar. Anders als das iPad ist es allerdings Spezialist und nicht Generalist - man kann damit nur digitale Bücher lesen und kaufen.

Die meisten anderen Hersteller wollen versuchen, ihre Tablets zu Allround-Maschinen zu machen. Das Mini-Tablet Streak von Dell zum Beispiel zeigt, dass Tablet-Rechner bald eine Nische besetzen könnten, die eigentlich Intel und Co. mit den sogenannten UMPCs ausfüllen wollten: den ultramobilen Mini-Computern.

Beste Chancen hat derzeit Motorola, das ein Gerät auf Basis von Googles Handy-Betriebssystem Android plant. Erstens soll es schon weit gediehen sein, zweitens ist Android kostenlos, drittens gibt es für das System schon Zehntausende Apps. Und gerade die Apps sind es ja, die das iPad so attraktiv machen.

US-Computergigant HP hat seine eigene Tablet-Entwicklung vor einigen Monaten offenbar aufgegeben und den Plan für Windows-basierte Geräte zumindest aufgeschoben. Stattdessen übernahm der Konzern den taumelnden Handy-Hersteller Palm - nun kann er dessen Betriebssystem webOS für die Tablet-Entwicklung verwenden.

HP wird wie andere Hersteller wohl erst Anfang 2011 mit Geräten auf den Markt kommen. Trotzdem könnte es noch in diesem Jahr große Fortschritte geben: Der nächste Startpunkt zur Geräteeinführung oder zumindest -vorstellung ist die Ifa Anfang September in Berlin. Gerüchteweise stellt dort Samsung sein Galaxy Tab vor - der Tablet-PC ist an die erfolgreichen Multimedia-Handys der Galaxy-Serie angelehnt und dürfte mit einem besonders farbkräftigen OLED-Display ausgestattet sein. Ein Novum für ein solches Gerät.

Das iPad wird seine Vormachtstellung bald gegen eine Überzahl von Nachahmern verteidigen müssen, die billiger und von denen manche vielleicht auch besser sind. Die von Digitimes berichtete Entwicklung eines Mini-iPads könnte da für Apple fast ein Befreiungsschlag sein - heraus aus seinem eigenen goldenen Käfig.

  • Haben schon Konkurrenten aufgegeben?
Plastic Logic hat seinen Que Reader gestoppt. Seit Ende 2008 wurde darüber gesprochen, auf Hightech-Messen war er Thema, und eigentlich sollte er in diesem Jahr auf den Markt kommen. Der Clou: Das Gerät sollte biegsam sein. Auf seinem flexiblen DIN-A4-Display hätte das Lesen von Zeitungen und Büchern sicher mehr Spaß gemacht als auf den üblichen starren Bildschirmen.

Apple hat dem Hersteller jedoch die Zuversicht in das Projekt genommen. Das Umfeld sei derzeit nicht günstig, teilte Plastic Logic mit: "Der Markt hat sich dramatisch verändert, und mit den bisherigen Produktverzögerungen erscheint es nicht sinnvoll, das Projekt fortzuführen." Im Klartext: Der Que wäre zu teuer geworden und hätte sich gegen die iPad-Dominanz nicht durchsetzen können.

  • Geht es nicht viel billiger?

Richtig billig muss es sein, dann guckt auch niemand so genau auf die Technik: Diesem Credo scheint das indische Bildungsministerium zu folgen. Erziehungsminister Kapil Sibal präsentierte Ende Juli ein Gerät für 1600 Rupien, umgerechnet 26 Euro. Es hat einen Touchscreen, soll mit einem Mediaplayer, einer Digicam und einer Videokonferenz-Funktion aufwarten - also vielem, was ein solches Gerät spannend macht.

Indiens Erziehungsminister Sibal mit Tablet-PC: Eine Art iPad für 26 Euro?Zur Großansicht
AP

Indiens Erziehungsminister Sibal mit Tablet-PC: Eine Art iPad für 26 Euro?

Spekulationen über solche Superbillig-Computer aus Indien hat es immer wieder gegeben, zuletzt wurde im Februar 2009 über einen geplanten Acht-Euro-Laptop geredet - daraus ist allerdings nie etwas geworden. Wired schreibt nun, auch dem Tablet-Prototyp könne dieses Schicksal drohen. Schließlich seien schon die nötigen Bauteile teurer als der anvisierte Preis, der wohl nur durch drastische Subventionen erreichbar wäre.

Immerhin, Nicholas Negroponte hat sich als Helfer angeboten. Der Mitgründer des MIT Media Lab ist auch die treibende Kraft hinter dem 100-Dollar-Laptop - einem Dritte-Welt-Computer, der nur 100 Dollar kosten soll und jetzt OLPC genannt wird ("One Laptop per Child" - "Ein Laptop pro Kind"). Auch diese Pläne sind bis heute unerfüllt, die Produktionskosten für das Gerät liegen noch bei rund 200 Dollar.

Mitarbeit: Richard Meusers

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insgesamt 94 Beiträge zum Forum...
Die neuesten Beiträge:
16.08.2010 von mod_x: Kleines Missverständnis?

Ich glaube, es liegt ein kleines Missverständnis vor. Ich habe den ThinkPad x200 Tablet nicht mit dem iPad verglichen. Erwiderte jedoch auf die Behauptung Geräte der Kategorie Tablet Convertibles würden sich nicht verkaufen, [...] mehr...

15.08.2010 von thinkglobal: Wenig kratzempfindlich

Richtig, zudem sind die Alu-Uni-Body vom Handling & Alltagsgebrauch her keineswegs besonders empfindlich, wenn man sie nicht mit spitzen Krallen oder scharfen Gegenständen traktiert. In der Tat ist die Verarbeitung nochmals [...] mehr...

15.08.2010 von mustermannfrau: Titel kratzt

Für die meisten User ist doch der Alltag der Büroalltag. Da ist das Werfen oder unter Wasser setzen der Geräte eher die Ausnahme. Mir genügt es erst einmal, dass bei meinem neuen MacBook Pro nicht wie bei meinem alten weissen [...] mehr...

15.08.2010 von mustermannfrau: Titel hier und da

Zum Zeichnen insbesondere von Diagrammen würde ich eher zu OmniGraffle greifen, ich selber nutze "nur" die Mac-Version, aber zum Zeichnen (für mich) genau das richtige: http://www.youtube.com/watch?v=nj3K0kKWWP8 mehr...

15.08.2010 von Dei_Mudda: MacBook Pro

Beim aktuellen MacBook Pro hat man wegen des Aluminiumgehäuses jedoch das Problem, dass es schnell verkratzt wenn es im "rauen Alltag" mit unterwegs ist. Im Vergleich zu einem Think Pad weniger alltagstauglich... mehr...

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Eckdaten des iPad 1
Name iPad (von Pad = Block)
Gewicht 1,5 Pfund (680 Gramm)
Bildschirm 9,7 Inch (ca. 25 Zentimeter) Durchmesser
Dicke etwa 1,3 Zentimeter
Batterielaufzeit zehn Stunden laut Apple
Standby-Zeit mehr als ein Monat laut Apple
Akku nicht austauschbar
Prozessor Apple-Eigenentwicklung A4, 1 Gigahertz
Speicher 16, 32 oder 64 Gigabyte
Audio Lautsprecher, Mikrofon, Headset
Quelle: Apple
DAS KOSTET DAS IPAD
16 GB 32 GB 64 GB
W-Lan 499 € 599 € 699 €
W-Lan und UMTS* 599 € 699 € 799 €
*für Datenverbindungen über Mobilfunknetze fallen zusätzliche Kosten an





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