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25.08.2010
 

Galaxy Tab

Samsung-Video zeigt Gegen-iPad

Samsung Werbe-Video: Die Koreaner haben von Apple gelerntZur Großansicht

Samsung Werbe-Video: Die Koreaner haben von Apple gelernt

Es ist schlank, elegant und mit Technik vollgestopft: In einem kurzen Webvideo kündigt Samsung einen geheimnisvollen Tablet-PC an, der bald in Berlin vorgestellt werden soll. Details verraten die Koreaner nicht, doch die wenigen Hinweise reichen, um sich ein Bild von dem Neuling zu machen.

Samsung hat gelernt, vor allem von Apple. Auf ähnliche Weise wie das amerikanische iPod-Unternehmen vor großen Produktankündigungen kleine Details durchsickern lässt, um Aufmerksamkeit zu erzeugen, bedient sich auch der koreanische Konzern jetzt der Mittel viraler Werbung. In einem kurzen Webvideo, nur 20 Sekunden lang, kündigt das Unternehmen seinen ersten Tablet PC an, das Galaxy Tab. Gerüchte über dieses Anti-iPad hatte es schon seit Monaten gegeben, durch die Video-Web-Seite sind sie nun bestätigt worden: Samsungs Tablet wird bald vorgestellt werden, am 2. September auf der Ifa in Berlin.

Die Meldung von Samsungs PR-Vorstoß hat sich binnen Stunden durch Gadget-Blogs und Nachrichten-Web-Seiten verbreitet. Schließlich hatten die Koreaner sich zu den Meldungen über ihr Tablet-Projekt bisher eher bedeckt gehalten. Erste Gerüchte über das Gerät, das zunächst noch als Galaxy Tape bezeichnet wurde, machten schon im Juni die Runde. Offiziell bestätigt wurde seine Existenz Anfang August von einem nicht genannten Samsung-Vertreter, allerdings ohne technische Details preiszugeben.

Das hat sich mit der Veröffentlichung des Teaser-Videos jetzt geändert. Viel ist dem Filmchen nicht zu entnehmen, das als einziger Inhalt auf einer eigens dafür eingerichteten Web-Seite in einer Endlosschleife läuft. Aber das wenige an Infos, das Samsung da einblendet, reicht schon, um sich ein ungefähres Bild von Samsungs Einstieg ins Tablet-Geschäft zu machen.

Das gilt vor allem für das Design, das ausgesprochen schlicht, minimalistisch und dadurch edel erscheint. Einen Sieben-Zoll-Bildschirm wird das Galaxy Tab haben. Und wenn es nicht nur den Namen mit den Galaxy-Handys teilt, wird dieser auf Samsungs Amoled-Technologie basieren, die schon bei den Mobiltelefonen für hohe Kontraste und knackige Farben sorgt. Welche Auflösung der Bildschirm darstellt, lässt sich dem Film leider nicht entnehmen. Mehr als die bei Highend-Smartphones jetzt üblichen 800 x 480 Pixel sollten es schon sein, zumal das Gerät angeblich HD-Videos abspielen kann. Gerüchte sprechen von 1024 x 600 Punkten, was gut passen würde.

Wischen statt Tippen

Zudem scheinen zwei Kameras eingebaut zu sein. Im Text zum Video ist von Videochat die Rede, wozu eine Frontkamera eingebaut sein müsste, die zum Nutzer hin ausgerichtet ist. Im Video ist außerdem eine Kameralinse zu sehen, die in der rechten oberen Ecke auf der Rückseite montiert ist. Sie wird nicht nur zum Fotografieren genutzt werden, sondern auch für Augmented-Reality-Anwendungen (AR), bei den Realbilder mit Informationen aus dem Internet überlagert werden. In einigen Galaxy-Handys verwendet Samsung hierzu die AR-Software Layar.

Für die Texteingabe hat Samsung offenbar die Swype-Technik integriert. Statt die Buchstaben eines Wortes nacheinander anzutippen, wischt man per Swype von einem Buchstaben zum nächsten, ein nicht ganz neues Verfahren, das zunächst sehr ungewohnt ist, aber nach kurzer Eingewöhnung erstaunliche schnelle Texteingaben ermöglicht. Was sich in der Praxis noch zeigen muss, ist, wie sehr der Bildschirm durch das ständige Gewische verschmutzt.

Als Betriebssystem will Samsung löblicherweise die aktuelle Android-Version 2.2 verwenden. Löblich deshalb, weil es immer noch etliche Hersteller gibt, die Handys und Tablet mit längst veralteten Android-Varianten, vorzugsweise der Version 1.6, ausstatten und eine späteres Update lediglich in Aussicht stellen. Nur durch Android 2.2 wird das Unternehmen zudem sein Versprechen eines "vollständiges Webbrowsers" einlösen können, denn in Android 2.2 läuft auch Adobe Flash, dem Apple den Zugang zu iPhone und iPad versperrt.

Plastik statt Alu

Einen ersten öffentlichen Auftritt hat das Galaxy Tab auch schon gehabt, wohl unabsichtlich. In einem Nahverkehrszug nahe Sydney erspähte der australische Journalist Sanjiv Sathiah das ihm bis dahin unbekannte Gerät und filmte es mit seiner Handy-Kamera. Darauf angesprochen, wollte der Besitzer des Tablets keine genauen Angaben machen, schwärmte aber, es sei "anders als das iPad" und "großartig".

Ob das Galaxy Tab diesen Vorschusslorbeeren und dem Hype, den das Samsung-Video erzeugt hat, gerecht werden kann, wird man freilich erst beurteilen können, wenn es in Berlin sein offizielles Debüt gibt. Apple-Fans, das scheint klar, werden auf jeden Fall etwas daran auszusetzen finden. Und sei es nur das Gehäuse, das angeblich nicht wie bei iPad aus Aluminium, sondern aus Kunststoff hergestellt wird. Wir werden sehen.

mak

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