Berlin - Das Deutsche Technikmuseum in Berlin widmet dem Computerpionier Konrad Zuse (1910-1995) eine neue Dauerausstellung. Ziel sei es, die Vielschichtigkeit Zuses näher zu beleuchten, sagte Kuratorin Hadwig Dorsch am Dienstag bei der Vorstellung der Schau "Der erste Computer - Konrad Zuse und der Beginn des Computerzeitalters". Neben dem Werk des Erfinders wird auch die Person Zuse und sein Einfluss auf die weltweite Entwicklung der Computertechnik dargestellt.
Zuse gilt neben den Eniac-Entwicklern John Presper Eckert und John William Mauchly als Erfinder des ersten digitalen Computers. Wen man nun als den Ur-Pionier sieht, hängt von der Perspektive ab: Eckert und Mauchly arbeiteten mit Röhren, Zuse Jahre vor ihnen noch mit reiner Mechanik. Auch deshalb war Zuse lange Jahre in Vergessenheit geraten: Seine Designs lebten nicht fort, während Eniac zum Vorläufer der Transistorrechner wurde. Letztlich aber fußten beide Designs auf der so genannten Von-Neumann-Architektur für programmierbare, digitale Rechner, die auch unseren heutigen Rechnenknechten noch zu Grunde liegt.
In den letzten Jahren setzt sich darum auch in der angelsächsischen Welt die Sicht durch, dass Zuse der eigentliche Vater der modernen Computertechnik sei: Dort wird aber meist der Z3 von 1941 als erster Rechner genannt, nicht der Z1 von 1937/1938, den man hierzulande so gern zeigt. Wohl zu recht, denn der Z3 hatte seinem Vorläufer aus Vorkriegszeiten eine wichtige Eigenschaft voraus, die ihn erst als echten Computer qualifizierte: Er funktionierte, während sich beim Z1 ständig die Mechanik verhakte, weil die Fertigung wohl nicht präzise genug war.
Ausstellungseröffnung am Donnerstag
Doch 1941 oder 1938, es war ein Z-Computer, der das digitale Zeitalter einläutete - oder einklapperte? Auf 300 Quadratmetern zeigt die Berliner Schau nun in einem Nachbau den von Zuse entwickelten ersten Computer der Welt sowie weitere in der Zuse KG produzierte Rechner. Daneben wird der Berliner Pionier als Künstler und Unternehmer gezeigt. So ist ein Abschnitt der Ausstellung der Zuse KG gewidmet, ein anderer zeigt Zeichnungen und Malerei Zuses. Erklär- und Zeittafeln auf Deutsch und Englisch, Filmaufnahmen, multimediale Anwendungen und ein Mitmachbereich ergänzen die Schau.
Das Zuse-Jahr 2010 sei zum Anlass genommen worden, um die bereits vorhandene Zuse-Ausstellung zu überarbeiten und zu erweitern, sagte Dorsch. An den Planungen war auch Zuses Sohn, der Berliner Informatikprofessor Horst Zuse, beteiligt. Die Schau öffnet am Donnerstag (9. September) für die Besucher.
pat/dapd
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