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09.09.2010
 

DVD-Filmbeileger

Verstörte Jungs, verzauberte Mädchen

Von Johannes Sträter

Der Programmwechsel der Publikumsmagazine bringt frischen Wind ins DVD-Heimkino: Eine mysteriöse Penelope Cruz, einen bitterböser John Cusack und obendrein einen genialen Fantasy-Blockbuster. SPIEGEL ONLINE erleichtert Ihnen die Qual der Wahl.

Computer Bild

"War Inc.", USA 2008. Regie: Joshua Seftel. Format: 2,35:1 (16:9). Länge: 102 Min. FSK: 16 Jahre. Preis: 3,70 Euro.

Der mächtige US-Konzern "Tamerlane" fühlt sich in "Turaqistan" von einem Konkurrenten gestört und setzt kurzerhand den Auftragskiller Brand Hauser (John Cusack) auf ihn an. Zur Tarnung soll er während einer Fachmesse die Glamour-Hochzeit des Popsternchens Yonica Babyyeah (Hilary Duff) organisieren. Alles scheint perfekt, bis die hartnäckige Journalistin Natalie (Marisa Tomei) auftaucht und in Brand ungeahnte Gefühle auslöst.

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Bei nur 10 Millionen Dollar Budget und einem großen Staraufgebot ist es kein Wunder, dass Joshua Seftel den Set seines Regiedebüts im günstigen Bulgarien aufbauen ließ. Die teils grotesken Kulissen passen prima zu dieser bitteren Satire über die Korruption von Wirtschaft, Politik und Militär. Doch allzu schnell verläuft das Drehbuch sich in zu vielen kleinen Ideen, die auch die überzeugendsten Darsteller nicht mehr zusammenhalten können. So führt der Versuch, die harte Realität im Irak oder in Afghanistan satirisch darzustellen, am Ende leider nur zu mäßigem Erfolg.

Bis 10. September im Handel

PC Go Premium

"Open Your Eyes", F/IT/E 1997. Regie: Alejandro Amenábar. Format: 1,85:1 (16:9). Länge: 114 Min. FSK: 16 Jahre. Heftpreis: 6,99 Euro.

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César (Eduardo Noriega) steht unter Mordverdacht, kann sich aber an nichts erinnern. Verstört erzählt er einem Psychologen, wie sich sein Leben durch die bezaubernde Sofia (Penelope Cruz) veränderte. Für sie hatte er Nuria (Najwa Nimri) verlassen - und damit ihre Eifersucht provoziert. Als sie sich und ihn töten will, überlebte nur César schwer entstellt. Doch plötzlich taucht die tot geglaubte Ex wieder auf. Ist er einem Komplott auf der Spur, oder kann er einfach nicht mehr zwischen Traum und Wirklichkeit unterscheiden?

"Abre los ojos" - so der besser bekannte, spanische Originaltitel - gehört zu den pfiffigsten Filmen europäischer Produktion der Neunziger Jahre. Was aus so was wird, weiß man: Hollywood kommt und filmt das Ganze noch mal nach - mit "bekannten", sprich: amerikanischen Stars. Eduardo Noriegas ("The Devil's Backbone") brillant gespielte Rolle wurde 2001 im Remake von Tom Cruise ("Top Gun") übernommen, und vom alten Team blieb nur Penelope Cruz ("Volver") übrig - was ihr endgültig Weltruhm bescherte.

Damit ist dann klar, worum es geht: "Open your Eyes" ist die Vorlage für "Vanilla Sky", kommt aber weniger glatt, wenn auch kein Stück weniger verschachtelt, verträumt, erschreckend daher. Für Fans ein Muss: Das hier ist das Original.

Bis 7. Oktober im Handel

PC Go Super Premium

"Open Your Eyes" (s. o.) und "Dark Journey", USA 1997. Regie: Brian Cox. Format: 1,66:1 (16:9). Länge: 85 Min. FSK: 16 Jahre. Heftpreis: 9,99 Euro.

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Für drei Euro mehr erhält man die aktuelle "PC Go" mit einem zweiten Film auf der Scheibe. Der schleust seine Zuschauer in einem drittklassigen Roadmovie durch die Abenteuer des versoffenen Schauspielers Denis (Alfred Molina) und des frisch gebackenen Singles Zac (Patrick McGaw). Auf ihrem Trip entlang der Grenze zu Mexiko lassen sie keine Gelegenheit aus, sich mit Gangstern, Prostituierten und Polizisten anzulegen. Da ist ein blutiges Ende programmiert.

Das auch unter dem Titel "Showdown in Scorpion Spring" präsentierte Machwerk kann man nur als bösen Ausrutscher seiner teils prominenten Darsteller bezeichnen. Weder Alfred Molina ("Spider Man 2") in einer Hauptrolle, noch Matthew McConaughey ("Die Jury") als Drogenbaron oder Rubén Blades ("Irgendwann in Mexico") als Grenzkontrolleur haben sich hier mit Ruhm bekleckert. Eine "Melange aus Gewalt, Rache, Rassismus, Inzest und Korruption" (Video Woche), die abgesehen von ein paar hübschen Wüstenbildern nichts bietet: kann man getrost auslassen.

Bis 7. Oktober im Handel

Super Illu

"Rentner haben niemals Zeit" (TV-Serie) DDR 1978. Regie: Horst Zaeske. Format: 1:33 (4:3) - "Familie Neumann" (TV-Serie) DDR 1984. Regie: Wolfgang Luderer. Format: 1:33 (4:3). Heftpreis: 2,99 Euro.

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Mit der ersten September-Ausgabe startet die "Super Illu" zum zwanzigjährigen Jubiläum ihre neue Beileger-Reihe über Film- und Fernsehstars der DDR. Den Anfang macht Herbert Köfer, der von 1952 bis 1991 als Moderator sowohl der ersten als auch der letzten Sendung des Nachrichtenmagazins "Aktuelle Kamera" sein Gesicht lieh. Darüber hinaus wirkte er aber auch in diversen Spielfilmen ("Nackt unter Wölfen") und Fernsehserien mit.

So verkörperte er in den siebziger Jahren den Opa Schmidt aus der TV-Serie "Rentner haben niemals Zeit", hier ist er in den beiden ersten Episoden "Der Huckelkuchen" und "Diplomatie" zu sehen. In den achtziger Jahren nahm er als Maschinenbauermeister Hans am Schicksal der "Familie Neumann" teil. Auch davon hat die "Super Illu" die beiden ersten Episoden "Trautes Heim" und "Eheprobleme positiv" für ihre Leser ausgesucht.

Vom 2. bis 8. September im Handel

TV Movie

"Pans Labyrinth", MEX/E/USA 2006. Regie: Guillermo del Toro. Format: 1,85:1 (16:9). Länge: 115 Min. FSK: 16 Jahre. Heftpreis: 3,50 Euro.

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Spanien 1944: Die kleine Ofelia (Ivana Baquero) muss mit ihrer schwangeren Mutter Carmen (Ariadna Gil) in den Wald ziehen, da ihr faschistischer Stiefvater (Sérgi Lopez) dort Partisanen verfolgt, die immer noch gegen den Diktator Franco kämpfen. Während um sie herum grausame Gewalt herrscht, flüchtet sich Ofelia in eine verzauberte Phantasiewelt. Eines Nachts führt ein Insekt sie zu einem Stein-Labyrinth, wo sie erfährt, dass sie die Prinzessin eines magischen Königreichs ist, in dem ihre wahren Eltern auf ihre Rückkehr warten.

Das mit Preisen überhäufte Meisterwerk des Mexikaners Guillermo del Toro ("Hellboy") gilt als ein Meilenstein seines Genres. Selten waren sich Kritiker und Publikum so einig, wie gelungen diese Fantasy-Parabel die reale mit einer märchenhaften Welt verbindet, auch wenn die junge Hauptdarstellerin nicht immer mit den Bilderwelten des Kameramanns Guillermo Navarro ("From Dusk Till Down") Schritt halten konnte.

Das letzte Jahr des spanischen Bürgerkriegs (1936-1939) hatte den Regisseur bereits in "The Devil's Backbone" (2001) beschäftigt, jetzt nahm er sich dessen Nachspiel vor - und landete einen Volltreffer ohne Hollywood-Kitsch, wie man ihn vom Macher splatterhafter Kommerz-Werke wie "Blade 2" kaum erwartet hätte. Unser Tipp der Woche.

Bis 16. September im Handel

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