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Forschungswettbewerb: Drucken für den Frieden

3-D-Drucker: Technologie der vielen Möglichkeiten Fotos
DPA

Der 3-D-Druck braucht bessere Presse, findet eine amerikanische Universität. Die Technik sei vor allem in die Schlagzeilen gekommen, weil Menschen damit Waffen hergestellt hätten. Deshalb schreibt die Uni jetzt einen Wettbewerb aus: 3-D-Drucken für den Frieden.

Die Michigan Technology University will den 3-D-Druck wieder salonfähig machen. Die Wissenschaftler finden , dass das Image der Technologie in letzter Zeit sehr gelitten hat: Durch die Medien geisterten vor allem Geschichten über Menschen, die mit Hilfe eines 3-D-Druckers Waffenteile und sogar ganze Waffen bauen, mit denen man tatsächlich schießen kann. Dem setzt die Universität jetzt einen Wettbewerb entgegen. Die Teilnehmer sollen mit ihren Ideen zeigen, wie 3-D-Druck dazu genutzt werden kann "die Welt besser zu machen".

Es ist eine Mischung aus Jubel und Grusel, mit der die Menschen der immer populärer werdenden Technologie begegnen. Ganz langsam wurde die Technologie zum Thema, erst galt das ganze als Science-Fiction-artige Vision, dann gab es erste Geräte, die aber so teuer waren, dass sie Privatpersonen sie sich kaum leisten konnten. Doch die Geräte werden immer billiger, es gibt Bausätze und selbstgebastelte Exemplare, sie stehen in Fablabs und Werkstätten und längst auch in manchem Wohnzimmer. Viele glauben daran, dass die Technik eine Revolution der Produktion auslösen kann, der Schritt in eine Welt, in der sich Dinge preiswert und unkompliziert herstellen und vervielfältigen lassen.

Und zwar alles mögliche: Ausgedruckte Haushaltsgegenstände, Ersatzteile und Kleidung sind ebenso denkbar wie Organe aus dem Drucker; Chirurgen aus Belgien sorgten bereits Anfang 2012 für Aufsehen, weil sie einer Patientin einen Unterkiefer aus dem Drucker einsetzten. Die Nasa forscht an Astronautennahrung aus dem Drucker, die eines Tages auch die Ernährungsprobleme in der Dritten Welt lösen könnte.

Was würden Albert Schweitzer oder Gandhi mit einem solchen Gerät machen?

Doch all diese Projekte treten in den Hintergrund, wenn wieder Neuigkeiten über ein anderes publik werden: Die Arbeit an ausgedruckten Waffen. Das Team um den amerikanischen Studenten Cody Wilson macht so viel Wirbel um ihre Tötungsgeräte aus Plastik, dass es die Diskussion schon an so manchen Abendbrottisch geschafft haben dürfte. Unter Hackern und Bastlern hat die umstrittene Waffendruckerei zu einer hitzigen Debatte und Protesten geführt; nützen dürfte das aber wenig.

Jetzt versuchen die Wissenschaftler aus Michigan, zumindest ein Gegengewicht in der Berichterstattung und öffentlichen Wahrnehmung zu schaffen. "3-D-Drucker haben viel schlechte Presse bekommen, weil Menschen sie benutzen, um Waffen herzustellen. Das ist bedauerlich, weil viele Designer wunderbare Sachen herstellen", sagt Joshua Pearce, Professor an der Universität. Und deren Schaffen soll jetzt sichtbar werden, unter dem Motto "3D Printers for Peace", 3-D-Drucker für den Frieden.

Die Teilnehmer sollen sich dabei die ganz großen Fragen stellen: Was würde Gandhi mit einem solchen Gerät machen? Oder Albert Schweitzer? Oder Mutter Theresa? Wer darauf eine Antwort hat, kann noch bis September teilnehmen und seine Idee einreichen. Zu gewinnen gibt es - wenig überraschend - einen 3-D-Drucker.

juh

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