3D-Printer Texanische Firma druckt Waffe aus Metall

Waffen aus 3D-Druckern haben bisher einen großen Makel: Sie bestehen aus Kunststoffen, sind ungenau und splittern schnell. Doch jetzt hat eine Firma mit einem Laser eine Waffe aus Metallpulver hergestellt. Bundespolizei und BKA zeigten sich schon früher alarmiert.

Metall-Waffe aus dem 3D-Drucker: Hat schon mehr als 50 Schüsse überstanden
Solid Concepts

Metall-Waffe aus dem 3D-Drucker: Hat schon mehr als 50 Schüsse überstanden


Eine texanische Firma hat mit einem 3-D-Drucker eine Metall-Waffe hergestellt, die nach eigenen Angaben "wunderschön funktioniert und schon 50 Schuss erfolgreich abgefeuert hat". Die Firma besitzt eine Lizenz, die ihr die Herstellung von Waffen erlaubt. Zum Einsatz kam dabei eine Technik namens "Laser Sintering". Dabei schmilzt ein Laser Schicht für Schicht aus einem Metallpulver.

Diese speziellen 3-D-Drucker sind allerdings noch sehr teuer. "Der industrielle Drucker, den wir benutzt haben, kostete mehr als meine College-Gebühren", schreibt die Pressevertreterin der Firma auf dem Firmen-Blog. Demnach dürfte der Drucker mehr als 130.000 Dollar gekostet haben. Auch die Nasa benutzt ein ähnliches Verfahren und 3-D-Drucker, um für Testzwecke Raketenbauteile herzustellen.

Im Gegensatz zu Waffen aus Plastikdruckern hält die Pistole aus geschmolzenem Metallpulver auch ein paar Dutzend Schüssen stand. Anfang des Jahres hatte der Jurastudent Cody Wilson eine Bauanleitung für eine Waffe aus einem 3-D-Drucker veröffentlicht. Nach ein paar Schüssen ist die "Liberator", wie Wilson die Waffe nennt, allerdings hinüber. Die Belastungen, die beim Abfeuern einer Patrone entstehen, sind einfach zu stark für das Plastik.

Nun also Metall statt Plastik: Ein Geschäftsgebiet der texanischen Firma Solid Concepts ist es, 3-D-gedruckte Maschinenteile aus Metall zu liefern. Mit der funktionstüchtigen Waffe wollten die Verantwortlichen nach eigenen Angaben zeigen, dass sie maßgeschneiderte Bau- und Ersatzteile liefern können - auch für Waffen, die nicht mehr produziert werden.

Die Pistole aus dem Drucker folgt einer Vorlage aus dem Jahr 1911. Patente auf das Design sind längst abgelaufen. Einer massenhaften Verbreitung solcher Waffen steht eigentlich nur noch der Preis des 3-D-Laserdruckers im Weg.

Mit Waffen aus 3-D-Druckern beschäftigen sich auch schon deutsche Sicherheitsbehörden. Bundeskriminalamt (BKA) und Bundespolizei sind alarmiert, berichtete "Heise" bereits im Juli. Das BKA will demnach eigene Tests mit Plastikwaffen durchführen und sich international mit anderen Behörden abstimmen. Bei der Bundespolizei macht man sich hingegen Gedanken darüber, wie Waffen aus Plastikteilen bei Zugangskontrollen entdeckt werden können.

kpg

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insgesamt 122 Beiträge
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Seite 1
DocMoriarty 08.11.2013
1.
Tja da wird man jetzt halt neben Flüssigkeiten auch keine 3D-Drucker mehr im Handgepäck im Flieger mitnehmen dürfen. Und der NSA wird jetzt auch besonderes Interesse an Personen zeigen, die 3D-Druck-Dateien für Waffen aus dem Internet runterladen. Irgendwie alles beim Alten.
mrsa 08.11.2013
2.
Zitat von sysopSolid ConceptsWaffen aus 3-D-Druckern haben bisher einen großen Makel: Sie bestehen aus Kunststoffen, sind ungenau und splittern schnell. Doch jetzt hat eine Firma mit einem Laser eine Waffe aus Metallpulver hergestellt. Bundespolizei und BKA zeigten sich schon früher alarmiert. http://www.spiegel.de/netzwelt/gadgets/3-d-drucker-texanische-firme-druckt-metall-waffe-mit-laser-sintering-a-932484.html
Eigentlich schade, dass diese nette Technik gleich für die Waffenherstellung missbraucht wird. Sollten "3D-Metall-Drucker" jemals für den Privatmann erschwinglich werden, werden sie deswegen bestimmt direkt wieder verboten.
zaphod1965 08.11.2013
3. Kindergartendiskussion
Sorry, aber mit Baumarktmaterial und einer billigen Drehbank lassen sich Waffen leichter und sicherer bauen. Der Charme der Waffen aus dem 3D-Plastikdrucker liegt darin, nicht detektierbar zu sein. Lasersinering lohnt sich nur für die Fertigung von Teilen, die man weder fräsen, noch schmieden kann oder für den Nachbau von Ersatzteilen und Prototypen. Und das ist auch nicht neu sondern seit Jahren üblich. Neu wären bezahlbare Metalldrucker. Und bis dahin kann sich schon jetzt jeder eine Waffe in Plastik drucken und dann mittels Ausschmelzverfahren diese auch in Metall wandeln (z.B. Aluminium). Die ist dann sogar haltbarer, als eine gesinterte Waffe. Ob gesintert oder nicht, den Lauf muss man sowieso ausdrehen. Das kann aber jede Baumarktdrehbank für 100€.
CrazyCrow 08.11.2013
4. Sowas fräst man aus dem vollen
Warum wird jetzt überall so ein Buhei um die Waffenherstellung mit 3D Druckern gemacht? Seit vielen Jahren gibt es preiswerte CNC Dreh- und Fräsmaschinen, die dafür viel besser geeignet sind. Die sind bei Bastlern tausendfach im Einsatz. Da splittert nichts. 3D Drucker erzeugen additive Werkstücke, die sind niemals aus einem Guss.
tailspin 08.11.2013
5. Innovativ
Die gedruckte Colt Gov 1911 ist wohl fuer den Exportmarkt bestimmt. Das Interesse dafuer wird aber wohl nicht sehr hoch sein, solange man das gleiche Modell in den USA in beliebiger Anzahl in bester Qualitaet, in massiv Stahl und mit solide gehaemmerten Laeufen kaufen kann. Nette Idee aber. Ich muss mal meinen Laser Drucker trainieren, dass der das auch kann.
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