Von Matthias Kremp
Das Acer Aspire S7 ist flach wie ein Smartphone: Nur 11,9 Millimeter misst es. Der Hersteller liefert eine maßgeschneiderte Tragetasche mit, die so eng geschnitten ist, dass man Mühe hat, irgendein anderes Notebook hineinzustopfen. Und leicht ist das weiße Edel-Ultrabook auch noch, bringt nur 1,3 Kilogramm auf die Waage. Trotzdem ist es stabil und lässt sich zusammengeklappt nur mit viel Kraftaufwand minimal verbiegen.
Möglich wird diese Mischung aus Stabilität und Gewichtseinsparung, weil Acer beim S7 weder Apple nachäfft und das Gehäuse ganz aus Aluminium baut, noch auf Billigmaterial setzt. Stattdessen verwenden die Designer bei Acers Oberklasse-Modell einen bunten Materialmix: Das Gehäuse besteht aus Aluminium. Der Bildschirm selbst ist vorne wie hinten von weißem Gorillaglas umschlossen. Das sieht edel aus, ist kratzfest - lässt sich aber auch ein wenig verbiegen. Der Gehäuseboden schließlich besteht aus mattem Kunststoff. Egal, wo man sich damit zum Arbeiten hinsetzt, kann man sich neugieriger Blicke sicher sein.
Auch, weil man den Bildschirm mit seinem Gegenüber teilen kann. Die Scharniere sind so ausgelegt, dass man das Display um 180 Grad drehen kann, so dass Tastatur und Bildschirm in einer Linie liegen. Per Tastaturbefehl lässt sich dann der Bildschirminhalt ebenfalls um 180 Grad drehen, so dass man ihn anderen Personen zeigen kann. In Kombination mit dem Touchscreen könnte man auf diese Weise sogar gemeinsam an einem Dokument arbeiten oder ein Spiel spielen. Letztlich dürfte diese Funktion für die meisten Anwender trotzdem nur eine Spielerei sein.
Viel heiße Luft
Überhaupt keine Spielerei ist dagegen der Prozessor im Aspire S7. In Kombination mit der 256 GB großen SSD, die als Massenspeicher dient, macht der 1,9 GHz schnelle Intel Core-i7-Chip dem vorinstallierten Windows 8 flinke Beine. Vom Druck auf den Einschaltknopf bis zum Erscheinen des Sperrbildschirms dauerte es in unseren Tests knapp sechs Sekunden. So schnell bekommt man nicht mal ein Handy zum Laufen.
Wird von einem Programm mehr Leistung gefordert, kann sich der Prozessor auf bis zu drei GHz hochtakten. Im Test hatte das zur Folge, dass es nicht ein einziges Mal zu Rucklern oder Verzögerungen kam, jede App und jedes Programm, auch Spiele, problemlos ausgeführt wurden. Es hatte aber auch zur Folge, dass die beiden Lüfter des S7 regelmäßig aufdrehten und überhitzte Luft durch die hinteren Lüftungsschlitze hinausbliesen. Das ist einerseits gut, weil der Rechner selbst unter Belastung an der Unterseite nur warm, aber nicht heiß wird. Andererseits nerven die immer wiederkehrenden Lüftergeräusche im Alltag.
Überhaupt nicht nervig, sondern eine Wohltat, ist der Bildschirm. Mit 1920 x 1080 Bildpunkten zeigt er die sogenannte Full-HD-Auflösung an. Dass kommt natürlich Videos und Fotos zugute, sorgt aber auch dafür, dass Texte gestochen scharf erscheinen. Wechselt man in den Desktop-Modus, hat man so viel Bildschirmfläche zur Verfügung, dass sich in professionellen Programmen, egal ob Office-Software Video- oder Bildbearbeitung, gut arbeiten lässt, auch wenn diese viel Raum für Menüleisten und Funktionskästen brauchen.
Wer will Weiß?
Aber für wen baut Acer so etwas eigentlich? Die Kombination aus Leichtbau, hochwertigen Materialien, eigenständigem Design und schneller Technik macht das Aspire S7 zu einem Profi-Rechner für Leute, die viel unterwegs sind. Schon deshalb, weil das S7 in der getesteten Ausstattung mit 1700 Euro in der Preisliste steht. Profi aber auch, weil es genug Leistung für umfangreiche Anwendungen bereitstellt. Und letztlich auch, weil es robust genug ist, um regelmäßiges Hin- und Herschleppen schadlos zu überstehen.
Wenn man es sich leisten kann, bleibt nur eine Frage zu beantworten: Will man wirklich mit so einem glänzend weißen Mobilrechner durch die Lande ziehen? In der Redaktion gab es dazu sehr kontroverse Meinungen.
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