Na gut, dann machen wir es eben doch. So lautet, frei interpretiert, die Kurzform einer Mitteilung, mit der Adobe seine Kunden am späten Freitagabend beruhigte. In einem sogenannten Security Bulletin gab der amerikanische Softwarekonzern bekannt, die Sicherheitslücken in den Programmen Photoshop und Illustrator aus der Softwaresammlung Creative Suite 5.x stopfen zu wollen.
Damit rückt Adobe von seiner bisherigen Haltung ab. Noch am 8. Mai hatte das Unternehmen erklärt, Anwender, die sich gegen die bekannten Sicherheitslücken in den beiden Programme aus der Creative Suite 5.5 (CS 5.5) absichern wollten, müssten dafür ihr Portemonnaie zücken. "Adobe hat Photoshop CS 6 veröffentlicht, in dem die Sicherheitsprobleme behoben sind", hieß es seitens des Konzerns lapidar. Wer auf der sicheren Seite sein wolle, müsse nur das Update von CS 5.5 auf CS 6 erwerben, für 270 Euro.
Die Reaktionen von Adobe-Kunden auf diese Ankündigung reichten von schlichter Fassungslosigkeit bis zu offener Empörung. Schließlich hatte Adobe das Problem selbst als kritisch eingestuft. Den Erklärungen zufolge können Angreifer über manipulierte Tiff-Bilddateien, die mit den betroffenen Programmen geöffnet werden, Kontrolle über den Computer erlangen. Dass Adobe für ein derart schwerwiegendes Problem keine kostenlose Lösung anbieten wolle, bezeichnete Marco Arment, der Entwickler von Instapaper, als Stinkefinger den Kunden gegenüber - und war mit dieser Ansicht nicht allein.
Eindeutig ist die Ankündigung nicht
Auch Sicherheitsexperten wie Rich Mogull von Securosis.com waren der Meinung, dass es ungewöhnlich wäre, würde Adobe neu bekannt gewordene Sicherheitslücken in seiner Software schon jetzt nicht mehr stopfen. Schließlich ist die Nachfolgeversion CS 6 gerade erst in den Handel gekommen. Das wäre ungefähr so, als würde Volkswagen Mängel am Golf V nicht mehr beseitigen, seit der Golf VI verkauft wird.
Am Freitag nun änderte Adobe seine Marschrichtung, ging auf die erboste Kundschaft zu und teilte per "Update für die Sicherheitsmitteilungen" mit, jetzt doch die Sicherheitslücken stopfen zu wollen, die man selbst gemeldet hatte. Unklar ist jetzt aber, wie heise.de erklärt, welche Programmversionen eigentlich von dem Sicherheitsproblem betroffen sind, welche ein Update brauchen - und bekommen.
Demnach habe Adobe zunächst davon gesprochen, es seien "Photoshop CS 5.5 und früher" betroffen. Jetzt ist aber nur noch von "Photoshop CS 5 und früher" die Rede. Das Sicherheits-Update hingegen wird für die Version CS 5.x angekündigt, was heise.de zu dem Schluss veranlasst, dass "erst die hoffentlich bald erscheinenden Updates" Klarheit darüber bringen werden.
Anmerkung der Redaktion: Teilweise konnte Adobe die Verwirrung um Versionsnummern mittlerweile aufklären. Demnach ist von Photoshop keine Version 5.5, sondern nur eine Version 5 erschienen, von Illustrator und anderen Programmen dagegen, gibt es Fassungen mit der Versionsnummer 5.5. Adobe hatte also mit der Nennung von Photoshop CS 5.5 in seiner Mitteilung selbst für die Unklarheit gesorgt.
mak
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