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23. Mai 2017, 11:56 Uhr

Brettspiel-Turnier

AlphaGo besiegt nächsten Top-Spieler

Ke Jie aus China gilt als weltbester Spieler des asiatischen Brettspiels Go. Doch der Google-Software AlphaGo musste auch er sich geschlagen geben - trotz eines spektakulären Zuges.

Das Google-Programm AlphaGo erregte im vergangenen Jahr Aufsehen, als es mit Lee Sedol einen der besten Spieler im Brettspiel Go schlug. Jetzt gewann der Computer das erste Spiel im Match gegen den nächsten Champion. Damit setzt die Software ihre Siegesserie gegen die weltbesten Experten fort.

Das von Künstlicher Intelligenz (KI) gespeiste Programm schlug am Dienstag den 19-jährigen Chinesen Ke Jie, der als aktuell weltbester Spieler gilt. Es war die erste Begegnung eines Drei-Spiele-Matchs. Im März vergangenen Jahres hatte AlphaGo mit 4:1 gegen Sedol aus Südkorea gewonnen und damit Schlagzeilen gemacht. Kenner des Spiels hatten nicht damit gerechnet, dass eine KI schon gegen einen Menschen gewinnen könnte.

Denn Go galt lange als zu komplex für Computer. Das Spiel, in dem abwechselnd weiße und schwarze Steine auf dem Brett platziert werden, hat viel mehr mögliche Kombinationen als Schach - zu viele, um sie komplett durchzurechnen. AlphaGo berechnet deshalb die Züge, die ein Mensch wahrscheinlich spielen würde, und konzentriert sich nur darauf.

Außergewöhnlicher Zug Ke Jies als Reaktion auf AlphaGos Spiel

Die mittlerweile von Google aufgekaufte britische Firma Deepmind fütterte das Programm erst mit mehreren Dutzend Millionen Zügen aus Spielen menschlicher Meister. Dann spielte die Software Millionen Partien gegen sich selbst - und analysierte, welche Züge sie ans Ziel brachten.

Google kaufte Deepmind vor gut drei Jahren für 400 Millionen Pfund und will die Künstliche Intelligenz der Firma künftig unter anderem bei der Analyse von Krankheitssymptomen einsetzen.

Deepmind-Gründer Demis Hassabis zollte in einem Tweet auch dem Verlierer der aktuellen Partie Respekt. Demnach wagte Ke Jie früh in der Partie einen für Go-Spieler außergewöhnlichen Zug - offenbar, um der KI die Stirn zu bieten. Die ist spätestens seit dem Sieg über Sedol dafür bekannt, Züge zu spielen, die Menschen in der langen Tradition des Go-Spiels bisher für aussichtslos gehalten hatten.

gru/AFP

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