Brettspiel-Turnier AlphaGo besiegt nächsten Top-Spieler

Ke Jie aus China gilt als weltbester Spieler des asiatischen Brettspiels Go. Doch der Google-Software AlphaGo musste auch er sich geschlagen geben - trotz eines spektakulären Zuges.

Ke Jie im Spiel gegen AlphaGo, dessen Züge ein menschlicher Vertreter ausführte
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Ke Jie im Spiel gegen AlphaGo, dessen Züge ein menschlicher Vertreter ausführte


Das Google-Programm AlphaGo erregte im vergangenen Jahr Aufsehen, als es mit Lee Sedol einen der besten Spieler im Brettspiel Go schlug. Jetzt gewann der Computer das erste Spiel im Match gegen den nächsten Champion. Damit setzt die Software ihre Siegesserie gegen die weltbesten Experten fort.

Das von Künstlicher Intelligenz (KI) gespeiste Programm schlug am Dienstag den 19-jährigen Chinesen Ke Jie, der als aktuell weltbester Spieler gilt. Es war die erste Begegnung eines Drei-Spiele-Matchs. Im März vergangenen Jahres hatte AlphaGo mit 4:1 gegen Sedol aus Südkorea gewonnen und damit Schlagzeilen gemacht. Kenner des Spiels hatten nicht damit gerechnet, dass eine KI schon gegen einen Menschen gewinnen könnte.

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Spielregeln einfach erklärt: So geht Go

Denn Go galt lange als zu komplex für Computer. Das Spiel, in dem abwechselnd weiße und schwarze Steine auf dem Brett platziert werden, hat viel mehr mögliche Kombinationen als Schach - zu viele, um sie komplett durchzurechnen. AlphaGo berechnet deshalb die Züge, die ein Mensch wahrscheinlich spielen würde, und konzentriert sich nur darauf.

Außergewöhnlicher Zug Ke Jies als Reaktion auf AlphaGos Spiel

Die mittlerweile von Google aufgekaufte britische Firma Deepmind fütterte das Programm erst mit mehreren Dutzend Millionen Zügen aus Spielen menschlicher Meister. Dann spielte die Software Millionen Partien gegen sich selbst - und analysierte, welche Züge sie ans Ziel brachten.

Google kaufte Deepmind vor gut drei Jahren für 400 Millionen Pfund und will die Künstliche Intelligenz der Firma künftig unter anderem bei der Analyse von Krankheitssymptomen einsetzen.

Deepmind-Gründer Demis Hassabis zollte in einem Tweet auch dem Verlierer der aktuellen Partie Respekt. Demnach wagte Ke Jie früh in der Partie einen für Go-Spieler außergewöhnlichen Zug - offenbar, um der KI die Stirn zu bieten. Die ist spätestens seit dem Sieg über Sedol dafür bekannt, Züge zu spielen, die Menschen in der langen Tradition des Go-Spiels bisher für aussichtslos gehalten hatten.

gru/AFP



insgesamt 9 Beiträge
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Tronald Dump 23.05.2017
1. Missverständlich
---Zitat--- Kenner des Spiels hatten nicht damit gerechnet, dass eine KI schon gegen einen Menschen gewinnen könnte. ---Zitatende--- Doch, doch. Dass die KI gegen einen Menschen gewinnen konnte, war keine Überraschung. Dass sie auch gegen einen Meister gewinnen konnte, aber durchaus. Bitte präziser formulieren!
TS_Alien 23.05.2017
2.
Menschliche Intelligenz zeigt sich in vielen Bereichen. In wenigen davon nützt die KI etwas. Spiele wie Schach oder Go haben oftmals weniger mit Intelligenz zu tun als viele denken. Es ist eine Sache der Übung, der Erfahrung, verbunden mit viel profaner Denkarbeit in bestimmten Situationen. Das ist eine große Leistung, aber nicht unbedingt eine, die größere Intelligenz erfordert. Solche Spiele können Computer mittlerweile besser als Menschen. Die Algorithmen dafür sind relativ einfach und haben so gar nichts Intelligentes an sich. Von der KI bin ich erst überzeugt, wenn mir ein Programm z.B. interessante Lego-Modelle bastelt bzw. deren Anleitung erstellt, mathematische Sätze herleitet oder gute Programme schreibt. Das können bereits Kleinkinder oder Schüler. Nur Programme können das nicht. Leider nützen dabei die Strategien nichts, die bei Spielen erfolgreich sind.
querulant_99 23.05.2017
3.
Sie sollten Ihre anthropologische Sichtweise hinter sich lassen und auch mal 'out of the box' denken! Warum sollte nur das genial sein, was der homo sapiens so einschätzt? Ich bin mir sicher, dass Aliens Kunstwerke von Rubens oder Picasso für übles Geschmiere einschätzen würden.
napoleonwilson 24.05.2017
4. Ki ??
Was hat eine Software mit echter Intelligenz zu tun. Alle reden von KI. Watson ect. Nur ist die Entwicklung der besagten KI in der Realität unter dem Level eines Säuglings. GO ist ähnlich wie Schach. Dort hatten die seligen Mephisto Schachcomputer mit MC 68000 CPU schon in den 80er Jahren Grossmeister Niveau. Nur mit echter Intelligenz hat das weniger zu tun. Wer sich mit dem extrem anspruchsvollen Thema beschäftigen möchte, sollte Bücher von Minski vom MIT lesen. Sogar dieses Multigenie ist an den Problemen zur KI mehr oder weniger gescheitert. Beachtenswert ist seine "Agententheorie".
wkoch 24.05.2017
5.
Zitat von Tronald DumpDoch, doch. Dass die KI gegen einen Menschen gewinnen konnte, war keine Überraschung. Dass sie auch gegen einen Meister gewinnen konnte, aber durchaus. Bitte präziser formulieren!
Doch, doch. Dass die KI gegen einen Meister gewinnen konnte, war keine Überraschung. Dass sie auch gegen einen Meister des Go-Spiels gewinnen konnte, aber durchaus. Bitte präziser formulieren!
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