Neue Echo-Lautsprecher Klang lebe Amazon

Amazon hat seine smarten Lautsprecher der Echo-Reihe erneuert - und erweitert sein Angebot um Zubehör für seine digitale Assistentin Alexa. Ein erster Blick auf die neuen Gadgets.

AFP

Aus Seattle berichtet


Bisher sah der Echo Plus, einer von Amazons vernetzten Lautsprechern, nach Plastik aus und klang mehr nach Computerbox als nach Wohnzimmer-Hifi. Die Konkurrenzprodukte von Google, Apple und Sonos klangen besser und sahen auch noch besser aus. Mit der zweiten Generation von Amazons Smarthome-Speaker soll sich das nun ändern, mit einer neuen Version des Echo Plus, die Amazon am Donnerstag in Seattle präsentiert hat, zusammen mit vielen weiteren neuen Gadgets .

Amazon hat dafür im 30. Stockwerk seiner Firmenzentrale eine Wohnung nachgebaut und bittet dort aus aller Welt angereiste Journalisten auf die Couch. Zwei Echo Plus bespielen den Raum. Sie sorgen zusammen für Stereoklang - bisher war der Echo Plus ein Einzelkämpfer. Mit der Möglichkeit, zwei Lautsprecher zu einem Stereopaar zu kombinieren, schließt Amazon zur Konkurrenz auf. Zudem lassen sich Echo-Geräte künftig zu Raumgruppen zusammenschließen, die man gemeinsam ansteuern kann.

Neu hinzugekommen ist beim Plus ein Sensor für die Raumtemperatur. Ebenso ist beim Kauf eines Plus wieder eine funkgesteuerte Philips-LED-Lampe inklusive, die den Einstieg in die Smarthome-Welt leuchten soll.

An den Preisen seiner smarten Lautsprecher hat Amazon nichts geändert. Der neue Echo Plus kostet 150 Euro, der neue Echo Dot - die kleinste Echo-Variante - 60 Euro. Beide sind damit genau so teuer wie ihre Vorgänger. Zwei Echo Plus sind also immer noch günstiger als ein Apple HomePod oder ein mittelgroßer Sonos-Lautsprecher.

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Auch der Echo Show, ein Echo mit 10-Zoll-Bildschirm, auf dem man auch Videos ansehen oder an Videochats teilnehmen kann, wurde überarbeitet. Wer sich bisher fragte, wo so ein Lautsprecher mit Display zum Einsatz kommen soll: Bei der Amazon-Show fand er als Küchenhilfe Verwendung und zeigte ein Rezeptvideo mit einer Schritt-für-Schritt-Anleitung. Dank des dicken Lautsprechers fällt die Suche nach einem Ständer für Handy oder Tablet hier weg.

Am Echo Show wurde auch die Integration von Microsofts Skype in Amazons Alexa vorgeführt. Künftig soll man durch diese Kooperation in der Lage sein, über Amazons Echo-Lautsprecher Skype-Telefonate zu führen. Laut Microsoft soll diese Funktion "später in diesem Jahr" verfügbar werden.

Rund 230 Euro kostet der Echo Show. Der Sound ist einigermaßen satt. Aber ob eine ähnlich große Sonos-Box nicht doch besser klingt und wie gut der Sound der neuen Echo-Geräte tatsächlich ist, können erst Vergleichstests zeigen. Was bei der Präsentation unter widrigen Bedingungen zu hören war, ist vielversprechend. Besser als die Vorgänger sind die neuen Echos allemal - bei gleichem Preis.

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Zusätzlich zu den drei Echo-Geräten gibt es nun auch Echo-Zubehör: Beispielsweise einen unspektakulären Subwoofer für rund 130 Euro, genannt Echo Sub. Ist der installiert, kann man Alexa zurufen: "Dreh den Bass auf!" Außerdem neu im Angebot ist Echo Input, eine Audio-Schnittstelle nebst Mikrofon für rund 40 Euro, mit der bestehende Lautsprecher per Kabel oder Bluetooth in Amazons Ökosystem eingebunden werden können.

Zunächst nur in den USA verkauft Amazon außerdem zwei weitere Audiogeräte mit Verstärker, Echo Link und Echo Link Amp. Die mattschwarzen Kästen mit jeweils einem einzigen großen Drehregler verfügen über optische Audioanschlüsse sowie Netzwerkbuchsen. Die Geräte kosten 200 und 300 Dollar und sollen im kommenden Jahr erhältlich sein, später vermutlich auch in Deutschland.

Bauchiges Textil statt steriler Röhren

Echo Plus und Echo Dot klingen nicht nur besser als ihre Vorgänger, sie sehen auch besser aus. Statt glattem Plastik und harten Kanten orientiert sich die zweite Generation mehr an den vernetzten Lautsprechern von Google und Apple. Wer sein Wohnzimmer auch für das Auge einrichtet, kann aufatmen: Die sterilen Plastikröhren weichen bauchigen Textilteilen.

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Das passt zu Amazons Philosophie: Schnell Produkte auf den Markt werfen, um zu schauen, was funktioniert. Und dann weiterentwickeln. Die zweite Generation wirkt deutlich ausgereifter. Aber die Hardware ist nur die eine Seite - die Software, in diesem Fall Alexa, ist mindestens genauso wichtig. Hier will sich Amazon absetzen und das schlauere System anbieten, das außerdem mit mehr bereits existierenden Geräten und Systemen zusammenspielt, zum Beispiel mit verschiedenen Musikstreaming-Anbietern.

Alexa überall

So verbessert sich die Software: Alexa soll sich künftig mehr Kontext merken. Fragt man erst nach dem Wetter in Berlin und danach "Wie komme ich dorthin", sucht Alexa eine Verbindung nach Berlin heraus. Klingt trivial, ist aber ein wichtiger Schritt in Richtung flüssige Unterhaltung mit der Maschine.

Vor allem soll Alexa seine Nutzer künftig gar nicht mehr alleine lassen. Bis in Küche, Kinderzimmer und Auto sollen Echo-Geräte für die Alexa-Anbindung sorgen. Manche Geräte sollen schon ab Werk eine Alexa-Anbindung eingebaut bekommen. Wie das aussehen kann, zeigt Amazon mit einer Mikrowelle und einer Wanduhr. Zumindest Letztere dürfte kommendes Jahr auch in Deutschland erhältlich sein.



insgesamt 21 Beiträge
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sosume 21.09.2018
1. Überschrift?
Klar, dass das ein nettes Wortspiel ist, aber ist der Redaktion nicht aufgefallen dass damit jegliche kritische Distanz, die man bei Amazon wie auch den Konkurrenten Google und Apple haben sollte, völlig verloren geht? Ich kann mich noch gut an die Zeiten erinnern, als man dem Spiegel nie etwas recht machen konnte, weil jeder Blick außergewöhnlich kritisch war. Und das obwohl man jetzt so einem Wortspiel? Was kommt als Nächstes? Apple über alles ? Gottseidank, dass es Google gibt? Und bitte jetzt nicht mit ironische Distanz kommen. Die Überschrift lebt für sich allein.
stepsi 21.09.2018
2. Hauptsache die Faulheit gewinnt
Und der Einzelhändler um die Ecke kämpft ums überleben. Alexa ist der geschickte Kniff die Bestellkette bis ins Kinderzimmer zu tragen und ein Händler der seine Mitarbeiter nicht nach dem Tarifvertrag des Handels bezahlt und auch sonst nicht gerade zimperlich mit seinen Mitarbeitern umgeht wird durch seine Marketing- und Filmpräsents irgendwann alles platt machen. Dann werden wir uns fragen, ob Alexa für den Verbraucher eine gute Idee war.
Duffy73 21.09.2018
3.
Jeder, der jetzt demnächst hier über den großen Amazon-Lauschangriff schimpfen wird, sollte sich auch gleich mal Gedanken machen, welche Informationen und über das Mikrofon aufgenommenen Gespräche sein Smartphone in der Hosentasche an den Hersteller, die Hersteller der Apps und sonstige unbekannte schicken kann... Ist nämlich nix andres...
at.engel 21.09.2018
4. Na, denn gute Unterhaltung...
"...ist aber ein wichtiger Schritt in Richtung flüssige Unterhaltung mit der Maschine. " Stelle ich mir ausgesprochen spannend vor: Leute die den ganzen Tag mit ihrer Schrankwand diskutieren. Ganz zu schweigen von einem gemeinsamen Abendessen: Wenn da auch plötzlich noch Amazon permanent mitplappert, wird der Apparat wahrscheinlich keine Woche überleben.
aktiverbeobachter 21.09.2018
5. Alte Leier
Zitat von stepsiUnd der Einzelhändler um die Ecke kämpft ums überleben. Alexa ist der geschickte Kniff die Bestellkette bis ins Kinderzimmer zu tragen und ein Händler der seine Mitarbeiter nicht nach dem Tarifvertrag des Handels bezahlt und auch sonst nicht gerade zimperlich mit seinen Mitarbeitern umgeht wird durch seine Marketing- und Filmpräsents irgendwann alles platt machen. Dann werden wir uns fragen, ob Alexa für den Verbraucher eine gute Idee war.
Der Einzelhändler kämpft ums Überleben, weil sich die Kundenbedürfnisse verändert haben. Amazon bedient eben zeitgemäß diese Bedürfnisse. Das ist doch in keiner Weise Schuld von Amazon. Die im übrigen völlig korrekt als Logistiker ihre Mitarbeiter/innen nach Logistik Tarif bezahlen und nicht nach Einzelhandelstarif.
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