Sprachsteuerung Elf Fakten zu Alexa und Google Assistant

Was können smarte Lautsprecher wie Google Home und Amazon Echo wirklich, was nicht, und was sollte man noch über sie wissen? Antworten auf die wichtigsten Fragen.

Amazon Echo Plus
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Zeichnet so ein Lautsprecher die ganze Zeit auf, was ich sage?

Zwar hören smarte Lautsprecher immer zu, sie fangen aber erst dann an, das Gehörte zu verarbeiten, also zu speichern, wenn man das jeweilige Aktivierungswort sagt. Beim Google Assistant ist das "Hey Google" oder "OK Google", bei Alexa entweder "Alexa", "Computer" oder "Amazon".

Zusätzlich kann man bei smarten Lautsprechern in der Regel die Mikrofone per Tastendruck deaktivieren. In dem Fall hören die Geräte gar nicht mehr zu, werden also auch nicht aktiv, wenn man das Aktivierungswort sagt. Meist wird dieser Modus durch ein rotes Leuchten signalisiert.

Kann ich nachsehen, was das Gerät aufgenommen hat?

Bei Amazon kann man sich in der Alexa-App unter Einstellungen/Verlauf oder auf Amazons Website unter Meine Inhalte und Geräte anschauen, welche Aufnahmen auf Amazons Servern gespeichert sind. Man kann sie sich auch anhören und löschen. Eine ähnliche Übersicht bietet auch Google.

Muss ich bestimmte Befehle lernen, um mit den Geräten zu sprechen?

Mittlerweile sind die Sprachdienste so weit, dass sie in der Regel mit Umgangssprache klarkommen. Ein spezielles Vokabular muss man nicht erlernen. Wer bestimmte Smart-Home-Funktionen nutzen will, muss aber verstehen, welche Informationen das jeweilige Gerät erwartet. Um etwa vernetzte Hue-Lampen von Philips zu steuern, muss man den Namen der jeweiligen Lampe oder das Zimmer, dem man sie zugeordnet hat, nennen. Möchte man, dass Alexa die Nachrichten von SPIEGEL ONLINE vorliest, muss man das mit dem Befehl "frage SPIEGEL ONLINE nach den Nachrichten" tun.

Was fehlt den kleinen Dot- beziehungsweise Mini-Versionen gegenüber den größeren?

In erster Linie klingen die kleinen Varianten der smarten Lautsprecher von Amazon und Google nicht gut. Ihre Gehäuse sind klein, ihre Lautsprecher noch kleiner, Raum für Klangentfaltung gibt es da nicht. Ansonsten aber bieten Home Mini und Echo Dot dieselben Möglichkeiten wie ihre großen Gegenstücke - und sind deutlich billiger.

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Smarte Lautsprecher im Test: Gadgets mit Alexa und Google Assistant im Vergleich

Kann so ein Lautsprecher mein Festnetztelefon ersetzen?

In den USA und Kanada bieten Google und Amazon die Möglichkeit, von ihren Geräten aus auch Telefonnummern anzurufen. Außerhalb dieser Länder geht das noch nicht. Amazon hat allerdings angekündigt, seine Echo-Connect-Box ab dem Frühjahr 2018 auch in Deutschland anzubieten. Das Gerät verbindet Echo-Lautsprecher mit dem Telefonanschluss des Nutzers, sodass man sie als Freisprechtelefone verwenden kann.

Muss ich für die smarten Assistenten Abogebühren zahlen?

Gebühren für die Nutzung seiner Sprachdienste verlangt keiner der Anbieter. Allerdings ist der volle Funktionsumfang nur nutzbar, wenn man kostenpflichtige Dienste abonniert. Das Musikhören per Sprachsteuerung klappt zum Beispiel nur dann in vollem Umfang, wenn man ein Abo bei einem vom jeweiligen Unternehmen unterstützten Streaming-Anbieter abschließt.

Kann ich verhindern, dass meine Kinder mit einem solchen Gerät online einkaufen?

Wer sichergehen will, dass niemand anderes mit seinem Alexa-Gerät bei Amazon einkauft, sollte diese Funktion in den Alexa-Einstellungen unter Spracheinkauf deaktivieren. Wer das nicht möchte, definiert einen Zahlencode, der zur Bestellbestätigung aufgesagt werden muss. Dieser Code ist natürlich nur dann sicher, wenn ihn keines der Familienmitglieder kennt oder erraten kann.

Kann ich mit Alexa googeln und mit einem Google Home bei Amazon einkaufen?

Amazon hat nicht nur sein Hautquartier in der Nachbarschaft von Microsoft aufgebaut, sondern auch eine enge Partnerschaft mit dem Windows-Konzern. Deshalb nutzt Alexa Microsofts Suchmaschine Bing und nicht Google. Umgekehrt verfügt der Google Assistant über keine Verbindung zu Amazons Onlineshop. Auf Shoppingtour kann man mit ihm deshalb nicht gehen.

Bringt es mir etwas, zwei solche Geräte für verschiedene Räume zu holen?

Es kann sich sogar lohnen, mehr als zwei Geräte zu besorgen. Zum einen, weil Google und Amazon sogenannte Multiroom-Funktionen bieten. Die ermöglichen es, Musik parallel in mehreren Räumen abzuspielen. Google bietet zudem eine sogenannte Broadcast-Funktion, mit der man Sprachnachrichten an alle verbundenen Lautsprecher senden kann. Zum Beispiel: "Okay Google, broadcast, Essen ist fertig". Amazons Lautsprecher haben sogar eine eigene Chatfunktion, über die man sich per Sprache oder - sofern das Gerät Kamera und Bildschirm hat - auch per Video unterhalten kann.

Taugt so ein Lautsprecher als Spielzeug/Beschäftigung für die Kinder?

Kinder haben in der Regel keine Hemmungen, mit sprechenden Lautsprechern umzugehen. Hat man ihnen einmal vorgemacht, wie man beispielsweise Alexa bittet, einen Witz zu erzählen - "Alexa, erzähl mir einen Star-Wars-Witz" - kennen sie oft kein Halten mehr, verlangen nach immer mehr Witzen. Aber auch richtige Spiele gibt es, beim Google Home unter anderem das Wissensspiel Triviatschi. Für Amazons Alexa lassen sich diverse Spiele als sogenannte Skills installieren, ähnlich wie Apps auf einem Smartphone. So beispielsweise das Detektivspiel "Mein Auftrag".

Müssen smarte Lautsprecher mit dem Internet verbunden sein?

Ja. Die gesamte Rechenarbeit, also auch die Spracherkennung, findet im Rechenzentrum des jeweiligen Anbieters statt, also bei Amazon oder Google. Die Lautsprecher selbst sind vergleichsweise dumme kleine Computer, dienen nur als Schnittstelle zwischen dem Anwender und den Großrechnern der Anbieter.



insgesamt 119 Beiträge
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Seite 1
baggi66 30.01.2018
1. Wer es braucht...
...soll es nehmen. Ich werde definitiv keines der genannten Geräte innerhalb meiner 4 Wände installieren. Der Bericht ist zwar objektiv gut gehalten, jedoch bin ich davon überzeugt, dass die Hersteller sich eine Hintertür offen gehalten haben um nachträglich gewisse Daten zusätzlich abzufischen. Bin gespannt wann die ersten Berichte mit den dazugehörigen Tönen bei FB oder YT erscheinen.
MikeRubato 30.01.2018
2. Gute Sache!
Wichtig ist nur, dass man Vertrauen zum Hersteller hat, dass der tatsächlich nicht mithört und tatsächlich alles Gehörte auf seiner Seite darstellt. Dann noch die NSA, die möglicherweise auch einen Zugang hat, wer weiss das schon?
ulijoergens 30.01.2018
3. Pincode: schwachsinnige Idee
Es ist ja sogar schon einem Papagei gelungen ist, über Alexa zu bestellen. Den PIN Code bekommen dann die Kinder auch mit, außer die Eltern schließen sich mit Alexa beim Bestellen im Badezimmer ein. Meine Test mit Philipps Hue (dimmen, nicht ausschalten) haben keine 10 Minuten gedauert, dann habe ich’s abgeschaltet. Unbrauchbar, definitiv noch nicht alltagstauglich.
varlex 30.01.2018
4.
Punkt 1 lässt sich doch leicht überprüfen. Zum einen über die Leistung (es wird mehr Energie verbraucht, wenn gesendet werden muss, als im Stand-by) und zweitens über einen Trafficmonitor. Insofern, Google oder Amazon sind darauf angewiesen, dass die Kunden dem Gerät vertrauen können, sonst wird dieses zum Ladenhüter.
Duffy73 30.01.2018
5. Ja, sie hören mit...
... denn sonst funktioniert das nicht. Wer der Sache nicht vertraut, sollte nicht vergessen, auch sein Smartphone auszuschalten. Da ist nämlich nicht nur ein Mikrofon drin, das kann noch viel mehr ?
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