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03. August 2017, 15:32 Uhr

Digitaler Assistent

Experte zeigt Lauschangriff mit Amazons Echo

Ein Sicherheitsexperte hat einen Weg gefunden, wie Kriminelle Amazons vernetzten Lautsprecher Echo in ein Abhörgerät verwandeln könnten. Millionen Geräte sind betroffen. Doch einfach wäre so ein Angriff nicht.

Der Sicherheitsexperte Mark Barnes warnt: Mit ein paar einfachen Hackerwerkzeugen können einige Modelle des Amazon Echo in Lauschgeräte umgewandelt werden. In einem Blogbeitrag erklärt der Mitarbeiter der Cybersicherheits-Beratungsfirma MWR Labs, wie kriminelle Hacker das Gerät manipulieren könnten, um aus der Ferne auf das Mikrofon zuzugreifen.

Es sei für ihn ziemlich leicht gewesen, das Gerät zu manipulieren, schreibt Barnes. Um das Mikro anzuzapfen, hat der IT-Experte den Gummiboden der Box abgenommen, unter dem sich ein Kontaktfeld für Wartungszwecke befindet. Über diese Kontakte konnte er eine SD-Speicherkarte mit manipulierter Startsoftware anschließen.

So bearbeitet konnte er den intelligenten Lautsprecher unter Umgehung der von Amazon eingebauten Schutzmaßnahmen starten und eine Schadsoftware direkt in das Betriebssystem des Lautsprechers laden. Diese wiederum ermöglichte es ihm dann, das Mikrofon anzuzapfen und Gespräche an einen entfernten Rechner zu übertragen.

Ein Job für Geheimdienste

Für seine Angriffsmethode sind laut Barnes ausschließlich Geräte aus den Baujahren 2015 und 2016 anfällig. Bei neueren Exemplaren des Amazon Echo sei die Verschaltung der Außenkontakte so geändert worden, dass ein Systemstart von einer SD-Karte nun nicht mehr möglich ist.

Der von Barnes gezeigte Angriff zeigt eine Sicherheitslücke auf, die für Profis zwar leicht auszunutzen sein mag, in der Praxis aber nur mit erheblichem Aufwand ausgenutzt werden kann. Die größte Hürde dürfte dabei sein, sich Zugriff auf den Echo einer Zielperson zu verschaffen und die Manipulationen an der Hardware durchzuführen, ohne dass diese später von außen sichtbar sind.

Das wäre eine Arbeit, die nur von Geheimdiensten oder gut organisierten und hochspezialisierten Kriminellen durchgeführt werden kann. Zudem wäre sie mit erheblichem Aufwand verbunden, der sich nur bei wenigen Zielen lohnen dürfte.

Zudem lässt sich das Mikrofon des Echo über eine Taste an der Oberseite des Geräts stummschalten. Weil diese Schaltung fest verdrahtet ist, lässt sie sich nicht per Software umgehen, schreit auch Barnes. Wer also ganz sicher gehen will, dass seine Gespräche trotz eines Echo im Raum privat bleiben, sollte diese Taste drücken.

Amazon hat auf eine Anfrage zu dem Thema bis zum Donnerstagnachmittag nicht reagiert.

jbr/mak

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