Neuer Fire-TV-Stick mit Alexa Amazon lässt Sie mit dem Fernseher sprechen

Mit einem neuen TV-Stick will Amazon Streamingdienste auf den Fernseher bringen. Das Gadget könnte eine Alternative zu DVB-T2 sein - für Umsteiger kommt es aber zur falschen Zeit.

Amazon

Von


Der Fire TV Stick ist für Amazon ein gutes Geschäft. Doppelt so groß wie ein USB-Stick, und 40 Euro teuer sei er das meistverkaufte Produkt auf amazon.de, erklärt mir ein Manager des Unternehmens, als ich mir die neue Version des Sticks vorab zeigen lasse.

Was genau das in Zahlen bedeutet, will er aber nicht verraten. Er deutet nur an, dass seit der Einführung vor zwei Jahren in Deutschland Hunderttausende solcher Sticks verkauft worden sind. Für das neue Modell, das man ab dem 21. Februar vorbestellen kann, hofft Amazon auf einen ähnlichen Erfolg.

Die Technik wurde dafür nur geringfügig modernisiert. Ein neuer Quadcore-Prozessor soll das Gerät 30 Prozent schneller machen als die erste Version, der Speicherplatz ist immer noch acht Gigabyte groß. Per Bluetooth können beispielsweise Kopfhörer, eine Tastatur oder ein Gamepad verbunden werden.

Fotostrecke

5  Bilder
Fernsehen mit Alexa: Der neue Fire TV Stick von Amazon

An den TV wird auch das neue Modell durchs Einstecken in eine HDMI-Buchse angeschlossen. Die Bildschirmauflösung ist auf Full HD (1920 x 1080) beschränkt. Um Ultra HD, auch 4K genannt, liefern zu können, hätte das Gerät größer gebaut werden müssen und wäre teurer geworden, erklärt man mir.

Alexa auch auf dem Fernseher nutzen

Neu ist, dass der Stick mit einer sogenannten Voice Remote ausgeliefert wird, einer Fernbedienung mit integriertem Mikrofon. Die braucht man, um Alexa nutzen zu können, die in das neue Modell integriert ist. Alexa ist eine sprachgesteuerte Assistenzfunktion, ähnlich Apples Siri und dem Google Assistant. Bisher war Alexa in erster Linie über den vernetzten Lautsprecher Amazon Echo und dessen kleine Variante, den Echo Dot, nutzbar.

Mit dem neuen Fire-TV-Stick sollen nun aber alle Alexa-Funktionen auch am Fernseher abrufbar sein. Bei kurzen Test funktioniert das problemlos. Auf die Frage: "Wie ist das Wetter in Barcelona?" liefert die künstliche Intelligenz die entsprechenden Daten, verbunden mit einem bebilderten Wetterbericht auf dem TV. Auf dieselbe Weise lassen sich Nachrichten abrufen oder Wissensfragen stellen. Die Antwort auf die Frage, "Wie hoch ist der Eiffeltum?", sucht sich Alexa etwa aus der Wikipedia heraus.

ANZEIGE
Amazon
Der neue Fire TV Stick mit Alexa-Sprachfernbedienung

Genau wie mit einem Amazon Echo soll es auch möglich sein, per Sprachbefehl Smart-Home-Funktionen zu steuern. Vernetzte Lampen wie die Philips Hue lassen sich dann etwa über den Sprachbefehl "Licht im Wohnzimmer auf 50 Prozent" dimmen.

Mehr Platz für die Streaming-Konkurrenz

Darüber hinaus wurde die Benutzeroberfläche des Sticks überarbeitet. Statt wie bisher an der linken Bildschirmseite, befinden sich Auswahloptionen und Menüpunkte jetzt in einer horizontalen Leiste, oben auf dem Bildschirm. So habe man mehr Platz für große Vorschaubilder und -filme, erklärt mir ein Amazon-Manager.

Neue Benutzeroberfläche des TV-Sticks
Amazon

Neue Benutzeroberfläche des TV-Sticks

Verbessert wurde auch die Integration von Drittanbieter-Apps: Zum einen gibt es nun eine neue App-Leiste, die man selbst mit den Apps bestücken kann, die man häufig nutzt.

Zum anderen werden die Angebote anderer Anbieter nun besser präsentiert. Statt nur Tipps für Filme und Serien Amazons Videoportfolio zu zeigen, werden beispielsweise auch Angebote von Konkurrent Netflix aufgeführt. Welche Dienste in welcher Reihenfolge erscheinen, soll anhand der Nutzungsgewohnheiten des jeweiligen Anwenders angepasst werden.

Schlechtes Timing für Umsteiger auf DVB-T2 HD

Weil auf dem Fire-TV-Stick auch Apps wie Zattoo, waipu.tv und die Mediatheken vieler Sender laufen, über die man teilweise das Live-TV-Programm sehen kann, eignet er sich auch als Alternative zu einem DVB-T-Empfänger. Das kann sich lohnen, denn DVB-T wird in Kürze weitgehend abgeschaltet und durch den neuen Standard DVB-T2 HD ersetzt, der mit der alten Technik nicht kompatibel ist.

Der neue TV-Stick von Amazon, so viel ist klar, ist billiger, als auf DVB-T2 HD umzusteigen. Aber das Timing ist nicht gerade perfekt. Wer DVB-T mit dem neuen Fire-TV-Stick ersetzen will, muss möglicherweise einige Wochen ohne TV auskommen. Während die DVB-T-Abschaltung am 29. März beginnt, peilt Amazon den 20. April als Lieferdatum für den neuen TV-Stick an.

Am billigsten jedoch kommen jene weg, die schon einen alten Fire-TV-Stick oder eine Fire-TV-Box besitzen. Diese Geräte sollen rechtzeitig zur Einführung des neuen Sticks per Update mit allen neuen Funktionen nachgerüstet werden. Um Alexa nutzen zu können, braucht man dann freilich eine Fernbedienung mit Sprachfunktion, die als Zubehör 25 Euro kostet.

Hintergrund: Produkttests im Netzwelt-Ressort
Über welche Produkte wird im Ressort Netzwelt berichtet?
Über welche Produkte wir in der Netzwelt berichten und welche wir testen oder nicht, entscheiden wir selbst. Für keinen der Testberichte bekommen wir Geld oder andere Gegenleistungen vom Hersteller. Es kann aus verschiedenen Gründen vorkommen, dass wir über Produkte nicht berichten, obwohl uns entsprechende Testprodukte vorliegen.
Woher kommen die Testprodukte?
Testgeräte und Rezensionsexemplare von Spielen bekommen wir in der Regel kostenlos für einen bestimmten Zeitraum vom Hersteller zur Verfügung gestellt, zum Teil auch vor der offiziellen Veröffentlichung. So können unsere Testberichte rechtzeitig oder zeitnah zur Veröffentlichung des Produkts erscheinen.

Vorabversionen oder Geräte aus Vorserienproduktionen testen wir nur in Sonderfällen. In der Regel warten wir ab, bis wir Testgeräte oder Spielversionen bekommen können, die mit den Verkaufsversionen identisch sind. In einigen Fällen kaufen wir Produkte auch auf eigene Kosten selbst, wenn sie bereits im Handel oder online verfügbar sind.
Dürfen die Netzwelt-Redakteure die Produkte behalten?
In der Regel werden Testgeräte nach dem Ende des Tests an die Hersteller zurückgeschickt. Die Ausnahme sind Rezensionsexemplare von Spielen und sogenannte Dauerleihgaben: So haben wir zum Beispiel Spielekonsolen und Smartphones in der Redaktion, die wir über längere Zeit nutzen dürfen. So können wir beispielsweise über Software-Updates, neues Zubehör und neue Spiele berichten oder Langzeiturteile fällen.
Lassen sich die Netzwelt-Redakteure von Firmen auf Reisen einladen?
Die Kosten für Reisen zu Veranstaltungen, egal ob sie in Deutschland oder im Ausland stattfinden, trägt SPIEGEL ONLINE stets selbst. Das gilt auch dann, wenn beispielsweise aufgrund kurzfristiger Termine ein Unternehmen die Reiseplanung übernimmt.

Veranstaltungen, zu denen wir auf eigene Kosten reisen, sind unter anderem die Messen Ifa, CES, E3 und Gamescom sowie Events von Firmen wie Apple, Google, Microsoft oder Nintendo. Auf Konferenzen wie dem Chaos Communication Congress oder der re:publica bekommen wir in der Regel, wie auch andere Pressevertreter, kostenlose Pressetickets, da wir über die Konferenz berichten und keine klassischen Teilnehmer sind.
Was hat es mit den Amazon-Anzeigen in manchen Artikeln auf sich?
Seit Dezember 2016 finden sich in einigen Netzwelt-Artikeln Amazon-Anzeigen, die sogenannte Partner-Links enthalten. Besucht ein Nutzer über einen solchen Link Amazon und kauft dort online ein, wird SPIEGEL ONLINE in Form einer Provision an den Umsätzen beteiligt. Die Anzeigen tauchen in Artikeln unabhängig davon auf, ob ein Produkttest positiv oder negativ ausfällt.


insgesamt 53 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Mierscheid 21.02.2017
1. Laufende Kosten?
Das ist billiger als DVB-T2? Es gibt also keine laufenden Kosten? Wie nett von Amazon.
manni.baum 21.02.2017
2. die Künstliche Intelligenz...
sucht die Höhe des Eiffelturms, ein Lexikon mit Spracheingabe ist KEINE künstliche Intelligenz.
tcdk 21.02.2017
3. aha...
also ein software update für alle die jetzt schon einen Stick haben + Alexa für die mit der richtigen Fernbedienung - warum kann ma ndas erst dem letzten Absatz entnehmen? Das widerspricht sich mit den Absätzen darüber, denn die "hörende Fernbedieungn" liegt schon seit 2 Jahren auf meinem Wohnzimmertisch...
tcdk 21.02.2017
4. aha...
also ein software update für alle die jetzt schon einen Stick haben + Alexa für die mit der richtigen Fernbedienung - warum kann ma ndas erst dem letzten Absatz entnehmen? Das widerspricht sich mit den Absätzen darüber, denn die "hörende Fernbedieungn" liegt schon seit 2 Jahren auf meinem Wohnzimmertisch... Wenn man ein Fire Tablet hat, wurde einem Alexa da jetzt auch draufgespielt.
walter_gersching 21.02.2017
5. Sprachfunktion mit der
Interessant wäre es zu wissen, ob mit der Sprachfunktion der "alten" Fire-TV Box nun auch nicht nur Amazon Filme aufgerufen werden können, sondern auch mittels Sprache in den Apps ( z.B. die Suche nach ZDF Fernsehfilmen) gesucht werden kann. Das wäre ein wirklicher Fortschritt für den Stick oder die TV Fire-Box.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2017
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.