Prime Music Amazon startet Mainstream-Musikdienst in Deutschland

Mit einem eigenen Musikstreaming-Angebot beschenkt Amazon seine Prime-Kunden und will neue locken. Um daran Gefallen zu finden, muss man allerdings einen durchschnittlichen Musikgeschmack haben.

Amazon Prime Music: Musikstreaming für alle gängigen Geräte
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Amazon Prime Music: Musikstreaming für alle gängigen Geräte


In den USA und Großbritannien ist das Angebot schon seit Monaten verfügbar, jetzt startet Amazon seinen Musikstreaming-Dienst Prime Music auch in Deutschland. Sogenannte Prime-Mitglieder können das neue Angebot ab sofort ohne Zusatzkosten nutzen. Kostenlos ist der Dienst deshalb aber nicht und eine kostenlose Variante - wie sie etwa Spotify anbietet - gibt es auch nicht.

Vielmehr steht das Angebot nur jenen Amazon-Kunden zur Verfügung, die für 49 Euro im Jahr Amazon Prime abonnieren. 2007 als jährliche Lieferpauschale für Online-Bestellungen eingeführt baut der Konzern das Angebot seit einigen Jahren zur Medienabo-Plattform aus.

Mit Zahlung der Jahresgebühr erhält man mittlerweile nicht nur portofreie Lieferungen, sondern auch den Zugang zum Videostreaming-Dienst Prime Video und die Online-Festplatte Prime Photos. Kindle-Besitzer haben zudem Zugang zu einer Leihbücherei für E-Books.

Eine Million Mainstream-Titel

Rein zahlenmäßig kann es Amazon Prime Music allerdings nicht mit den Konkurrenzangeboten von Firmen wie Apple und Spotify aufnehmen. Während die in der Regel mit einem rund 30 Millionen Titel umfassenden Katalog werben, beschränkt sich die Offerte des Internetkonzerns auf eine Million Titel.

Die allerdings seien nicht zufällig ausgewählt, sondern bewusst selektiert, erklären Amazon-Manager im Gespräch mit SPIEGEL ONLINE. Basierend auf den Erfahrungen aus dem Verkauf von Musik auf CDs und Schallplatten sowie MP3-Downloads habe man einen Mix gefunden, der dem Geschmack der Mehrheit entspricht.

Viel Wert sei dabei darauf gelegt worden, deutsche Künstler, wie Helene Fischer, in das Angebot aufzunehmen. Deshalb habe man zwar nicht das größte, aber das relevanteste Angebot für Kunden in Deutschland. Als Argument wird außerdem angeführt, dass 87 Prozent der Deutschen weniger als 25 Euro pro Jahr für Musik ausgeben.

Wer für Musik also nicht gerne Geld ausgibt, sich aber mit Mainstream-Songs berieseln lassen mag, könnte bei Prime Music richtig sein. Musikhörer, die einen von Chartplatzierungen abgekoppelten Geschmack haben, sind bei anderen Diensten wohl besser aufgehoben.

Auch offline nutzbar

Die Klangqualität der angebotenen Musik kann sich dagegen mit der Konkurrenz messen. In der höchsten Qualitätsstufe streamt Amazon Musik mit 256 Kilobit pro Sekunde, reicht die Datenanbindung dafür nicht aus kann man auf bis zu 64 Kilobit pro Sekunde reduzieren. Zum Offlinehören werden die Titel mit 256 Kilobit pro Sekunde heruntergeladen.

Um das neue Angebot nutzen zu können, brauchen Prime-Kunden in der Regel keine neue Software zu installieren. Laut Amazon ist die Funktion beispielsweise in den aktuellen Amazon-Music-Apps für Android und iOS bereits enthalten, wird am 5. November lediglich freigeschaltet. Auch für Streaming-Lautsprecher wie die von Sonos, soll Prime Music bald verfügbar werden.

mak

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insgesamt 17 Beiträge
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chk23 05.11.2015
1. Arbeitstag gerettet ;-)
Sehr schön. War bisher zu geizig, um als traditioneller Alben-Käufer (auch gerne mal auf Vinyl) noch zusätzlich 10€/Monat für einen Streaming Dienst auszugeben. Aber da ich ohnehin Prime Kunde bin, nehme ich das zusätzliche kostenlose Angebot gerne an - gerade die App installiert, und überrascht festgestellt, dass alle CDs und LPs mit "Autorip" Option bereits im MP3 Format auf meinem Konto zur Verfügung standen. Schöne Sache um ohne großen Aufwand auch im Büro auf meine Sammlung zuzugreifen.
gehdoch 05.11.2015
2. Dito Herr chk23 :)
Bin ebenfalls begeistert. Bin soeben ohne weitere Kosten in den Genuss eines Musik Straming Dienstes gekommen. ) Alben von den Foo Fighters sind schon mal enthalten, das reicht erst mal zum Glücklich sein ^^
swnf 05.11.2015
3. Super
Nicht schlecht. Das muss ich mal ne zeitlang testen (bin sowieso Prime-Kunde) und wenn die Auswahl ausreicht kann ich vielleicht sogar Apple-Music wieder kündigen!
guilty 05.11.2015
4.
es war schon immer etwas teurer einen besonderen geschmack zu haben. und amazonkunde bin ich schon garnicht. ich höre nachts musik und da gibts bei mir im radio tolle sendungen oder sonst internetradio.
techkritik 05.11.2015
5. Schade ... hatte mich auf Abwechslung gefreut
Wenn man sich mal das Veröffentlichungsdatum mancher "Hits" im Radio bewusst vergegenwärtigt, dann spielen die deutschen Radiostationen überwiegend einen Oldie-Mix mit 10% Beimischung aktuellerer Songs. Ein bisschen wie "Täglich grüßt das Murmeltier" und das seit Jahrzehnten. Mit dem Amazon Streaming-Dienst hoffte ich, dass wir aus der globalisierten Welt ein paar neue Impulse erhalten, doch wenn ich nun lese, dass uns auch auf diesem Kanal wieder Helene Fischer begegnet, macht sich eine erste Enttäuschung breit.
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