Neue Kindle-Geräte Amazon bringt Fire-Tablet nach Deutschland

Amazon zeigt in Kalifornien die Neuauflage seines Tablets, den Kindle Fire HD gibt es künftig in zwei Größen. Auch die Lesegeräte wurden entweder verbessert oder günstiger. Eine Variante des neuen Tablet-Rechners soll nun auch nach Deutschland kommen.


San Francisco/Hamburg - Der Online-Riese Amazon Chart zeigen hat am Donnerstagabend die Neuauflage seines Tablets Kindle Fire mit HD-Bildqualität und die aktuelle Serie seiner klassischen Lesegeräte vorgestellt. Bei allen Neuheiten wird deutlich: Lesen, Gucken und Hören soll noch komfortabler werden, noch klarer und schärfer. Und: Das neue HD-Tablet kommt nun auch nach Deutschland.

Amazon hatte Presse und Blogger in einen Hangar auf dem Flughafen von Santa Monica gebeten. Der Saal war voll besetzt, berichtet "The Verge". Amazon-Chef Jeff Bezos zeigte zunächst den nur leicht verbesserten bisherigen Tablet-Rechner: Den Kindle Fire mit schnellerem Prozessor und doppelt so viel RAM und längerer Batterielaufzeit für jetzt 159 Dollar statt bisher 199 Dollar.

Hinzu kommt eine neue Edelvariante: Der Kindle Fire HD. Neben einem Sieben-Zöller gibt es auch ein größeres Modell mit einer Bildschirmdiagonale von 8,9 Zoll (22,6 cm). Das ist ein etwas kleinerer Bildschirm als bei Apples iPad. Die Auflösung ist mit 1920 mal 1200 Bildpunkten etwa so hoch wie bei einem HD-Fernseher. Der größere Kindle Fire HD kostet in den USA 299 Dollar, der kleinere 199 Dollar. Für 499 Dollar gibt es die größere Version des Fire HD mit 32 GB Speicher auch mit schnellem LTE-Datenfunk.

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Neue Amazon-Gadgets: Kindle-Reihe geht in die fünfte Generation

Tablets: Kindle Fire, Google Nexus, Samsung Galaxy Tab

Gerät Kindle Fire HD Kindle Fire (Version 2) Google Nexus 7 Samsung Galaxy Tab 2 7.0
günstigster Preis * 199 Euro 159 Euro 199 Euro 219 Euro
Maße (Gehäuse, cm) 19,3 13,7 x 1,03 18,9 x 12 x 1,15 19,85 x 12 x 1,045 19,4 x 12,2 x 1,05
Gewicht (Gramm) 395 400 337 347
Bildschirmauflösung 1280 x 800 1024 x 600 1280 x 800 1024 x 600
Betriebssystem Android 2.3 (stark angepasst) Android 2.3 (stark angepasst) Android 4.1 Android 4.0.3
Prozessor DualCore 1,2 GHz DualCore 1,2 GHz QuadCore 1,2 GHz DualCore 1 GHz
Arbeitsspeicher 1 Gb 1 Gb 1 Gb 1 Gb
Speicherplatz 16 Gb (32 Gb ab 249 Euro) 8 Gb 8 Gb (16 Gb 249 Euro) 8 Gb (16 Gb ab 219 Euro)
Speicherkartenplatz - - microSD
Funk Dualband-WLAN W-Lan 802.11 b/g/n W-Lan 802.11 b/g/n W-Lan 802.11 b/g/n; Bluetooth 3.0; W-Lan 802.11 b/g/n; GSM/GPRS/EDGE (850/ 900/ 1800/ 1900 MHz); UMTS HSUPA / HSPA+ / Bluetooth 3.0
Anschlüsse 3,5 mm Klinke, Micro USB 3,5 mm Klinke, Micro USB 3,5 mm Klinke, Micro USB 3,5 mm Klinke, USB (proprietärer Samsung-Stecker),
Akku keine Angaben 4400 mAh 4325 mAh 4000 mAh
Sunspider Standardbrowser (Javascript Benchmark, weniger ist besser) - - 1757,7 ms 2021,9 ms
Bisher war das Amazon-Tablet nur in Amerika erhältlich, jetzt kommen die Geräte langsam auch nach Deutschland. Ab 25. Oktober wird unter anderem die kleinere Version des neuen Kindle HD erhältlich sein, wie der zuständige Europa-Manager Jorrit van der Meulen am Donnerstag der dpa sagte. Die größere Variante wird es weiterhin vorerst nur in den USA geben.

Der Preis wird bei 199 Euro für das Modell mit 16 Gigabyte Speicher und bei 249 Euro für die 32-GB-Variante liegen. Zudem wird hierzulande am kommenden Mittwoch das ursprüngliche Fire-Modell vom vergangenen Herbst für 159 Euro erhältlich sein. Diese Tablets haben eine Bildschirmdiagonale von sieben Zoll (18,8 cm).

Neuauflage der Lesegeräte

Zur vorgestellten Produktserie gehört auch eine Neuauflage der Lesegeräte: Bezos präsentierte den neuen Kindle "Paperwhite" (Papierweiß). Damit soll das Lesen angeblich noch angenehmer werden. Besseren Kontraste, 212 PPI, 62 Prozent mehr Pixel, weißeres Weiß und schwärzeres Schwarz, verspricht Amazon. Eine verbesserte Beleuchtung soll das Lesen vereinfachen - sowohl im schummrigen Schlafzimmer als auch im gleißenden Sonnenlicht. Acht Wochen soll die Batterie halten. Das Gerät ist handlich und leicht: 9,1 Millimeter dünn und kaum schwerer als 200 Gramm. 119 Dollar soll der Lesekomfort kosten, die Variante Kindle Paperwhite 3G gibt es für 179 Dollar. Ab Oktober sind die Geräte in den USA erhältlich.

Auch soll es wie bisher einen ganz einfachen Kindle geben, latent verbessert und noch einmal preiswerter: Mit 69 Dollar wird das Lesegerät zehn Dollar günstiger als die bisherige Variante, dazu sollen die Buchstaben schärfer und in noch mehr Schriftarten anzusehen sein. Den weiterentwickelten Simple-Kindle gibt es laut Amazon ab Mitte September, bestellbar ist er schon jetzt.

E-Reader: Kindle, Sony, Kobo

Gerät Kindle Paperwhite Kindle Sony PRS-T2 Kindle Touch Kobo Glo
Maße (cm) 17 x 11,68 x 0,91 16,6 x 11,4 x 0,87 17,3 x 11 x 0,91 17,2 x 12 x 1 15,7 x 11,4 x 1
Gewicht (Gramm) 212 / 221 (mit 3G) 170 164 213 185
Auflösung (Pixel) 1024 x 768 800 x 600 800 x 600 800 x 600 1024 x 768
Bildschirm (Diagonale) 15 cm 15 cm 15 cm 15 cm 15 cm
Anzeige 16 Graustufen, 212 dpi 16 Graustufen, 167 dpi 16 Graustufen, 170 dpi 16 Graustufen, 167 dpi 16 Graustufen, 216 dpi
Speicher (Gb) 2 2 2 4 2
Schnitt-
stellen
W-Lan, Micro-B USB, optional: 3G W-Lan, Micro-B USB W-Lan, Micro-USB W-Lan, Micro-B USB W-Lan, Micro USB
Besonder-
heiten
beleuchtetes Display, optional: kostenloser Mobilfunk-Zugriff auf Amazon - Micro-SD-Slot, Stylus Touchschreen beleuchtetes Display, Touchscreen, Micro-SD-Slot
Preis 129 Euro (ab 22.11.2012 in Deutschland) / 189 Euro (3G) 79 Euro 129 Euro 129 Euro 130 Euro
Schon im Vorfeld rätselte die Szene, was der Konzern wohl noch zeigen würde: Eine zweite Auflage des Amazon-Tablets galt längst als ausgemacht, zumal das Unternehmen nur eine Woche vor der Präsentation bekanntgegeben hatte, der Kindle Fire sei ausverkauft. Mehr war von Amazons Seite nicht zu hören. Spekulation über ein eigenes Smartphone des Web-Konzerns erhielten neue Nahrung.

Doch es blieb bei der bewährten Produktlinie. Vor fast genau einem Jahr präsentierte Amazon das Tablet mit Sieben-Zoll-Display und einer auf das eigene Angebot zugeschnittenen Android-Version. Besonders wegen seines niedrigen Preises galt der Kindle Fire als scharfe Konkurrenz zu den Tablets anderer Hersteller.

Klar auf Medienkonsum ausgerichtet

Die Präsentation wirkte damals fast wie eine Kampfansage: Mit nur 199 Dollar war das erste Tablet nicht einmal halb so teuer wie das günstigste iPad, konnte dafür aber auch weniger; es kam ohne Kamera und Mikrofon daher und war eindeutig auf Medienkonsum ausgerichtet.

Was kaum erstaunt und worauf auch die neuen Gadgets klar abzielen: Die Hardware soll den Nutzern die vielen Online-Dienste von Amazon noch komfortabler und schmackhafter machen. Zum Beispiel können sich Fire-Nutzer über die Amazon-Videothek und den hauseigenen MP3-Store Filme und Musik bequem aufs Tablet holen.

Mittlerweile hat das Gerät selbst große Konkurrenz bekommen. Google hat zum Beispiel mit dem Nexus 7 ein preiswertes Tablet im Angebot, das noch dazu mit der neuesten Android-Version läuft. Außerdem halten sich Gerüchte, dass auch Apple bald eine kleinere Version des iPads zeigen könnte - womöglich schon im kommenden Monat.

Die neuen Amazon-Ableger markieren den vorläufigen Höhepunkt in der Entwicklungsgeschichte der Kindle-Linie: Seit den Anfangstagen der einfachen Lesehilfe haben sich die Geräte in fünf Generationen ständig weiterentwickelt, sind nicht nur billiger, sondern auch schlanker und kleiner geworden. Auf Tasten folgten Touchdisplays - bis die Produktlinie schließlich beim Tablet ankam. Allerdings lösten die Geräte sich nicht gegenseitig ab, sondern Amazon ließ den Nutzern - wie offenbar auch in Zukunft - die Wahl: Schon in der älteren Serie Kindle 4 gab es bisher sowohl das Tablet als auch den Kindle Touch oder schlicht den Kindle ohne Schnickschnack als preiswertes Modell.

juh mit Material von dpa

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insgesamt 48 Beiträge
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Seite 1
yaba 06.09.2012
1. Paperwhite
Auf das Paperwhite mit Beleuchtung habe ich lange gewartet. Doch leider ist auf der deutschen Seite davon nichts zu sehen im Gegensatz zu den Kinde Fire Geraeten. Ist es schon klar ob das Paperwhite auch nach Deutschland kommt und wenn ja, wann?
bigbubby 07.09.2012
2. optional
"1920 mal 1200 Bildpunkten etwa so hoch wie bei einem HD-Fernseher" Es ist höher. Immerhin 230.000 Pixel mehr als HD-Fernsehen ;-) Mir gefällt, dass sie nicht einfach nur mehr reinpacken, sondern auch mal ein günstigeres Modell rausbringen. Das könnte andere Branchenriesen auch mal so machen, anstatt vorzurechnen, dass der gleiche Preis oder ein leicht höherer wegen Inflation etc. pp. eigentlich weniger ist.
ColynCF 07.09.2012
3.
Zitat von yabaAuf das Paperwhite mit Beleuchtung habe ich lange gewartet. Doch leider ist auf der deutschen Seite davon nichts zu sehen im Gegensatz zu den Kinde Fire Geraeten. Ist es schon klar ob das Paperwhite auch nach Deutschland kommt und wenn ja, wann?
Kommen wird er sicher, fragt sich halt nur wann, ob noch vor Weihnachten (schätze eher nicht). Übrigens ist Paperwhite eine Mogelpackung. Der höhere Kontrast entsteht ausschließlich durch die Beleuchtung. Schaltet man sie ab ist der Displaykontrast identisch mit den alten Touch / Kindle Keyboard. Aber eine eingebaute Beleuchtung ist natürlich generell nicht schlecht (wenn man sie abschalten kann).
Klugreißer 07.09.2012
4. Ratlos
Zitat von sysopAPViele neue Kindles: Amazon zeigt in Kalifornien die Neuauflage seines Tablets, das Kindle Fire HD gibt es künftig in zwei Größen. Auch die Lesegeräte wurden entweder verbessert oder günstiger. Eine Variante des neuen Tablet-Rechners soll nun auch nach Deutschland kommen. http://www.spiegel.de/netzwelt/gadgets/0,1518,854353,00.html
Bisher hatten die Kindle keinerlei Beleuchtung. Was darf ich mir unter einem verbesserten "nicht vorhanden" vorstellen?
saarpirat 07.09.2012
5.
Zitat von yabaAuf das Paperwhite mit Beleuchtung habe ich lange gewartet. Doch leider ist auf der deutschen Seite davon nichts zu sehen im Gegensatz zu den Kinde Fire Geraeten. Ist es schon klar ob das Paperwhite auch nach Deutschland kommt und wenn ja, wann?
Das Teil klingt wirklich sehr interessant. Wäre schön, wenn es nach Deutschland kommen würde oder vielleicht noch schöner, wenn es ein vergleichbares Gerät ohne die Bindung an Amazon mit ePub-Funktionalität geben würde.
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