Neue Smart-Home-Gadgets Amazons große Echo-Show

Amazon hat neue intelligente Lautsprecher, einen 4K-TV-Stick und weitere Gadgets vorgestellt. Die Preise der Neuvorstellungen dürften der Konkurrenz Sorgenfalten ins Gesicht treiben.

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Wer eingeladen war, wurde zu Stillschweigen über den Termin verpflichtet: Am Mittwochabend hat Amazon in seinem Hauptquartier in Seattle überraschend eine Reihe neuer vernetzter Lautsprecher für seine Echo-Reihe und einen neuen TV-Stick für hochauflösendes Internetfernsehen vorgestellt.

Die Hauptattraktion der Präsentation waren zwei neue Echo-Lautsprecher. Wie schon das erste Modell, das Amazon seit 2014 im Programm hat, werden die Lautsprecher per Sprache gesteuert, stellen übers Internet eine Verbindung zu der künstlichen Intelligenz Alexa her. Auf diese Weise kann man per Alexa nicht nur im Web nach Informationen suchen, sondern sie auch Musik abspielen oder Smart Home-Geräte steuern lassen: "Alexa, mach das Licht im Wohnzimmer an und spiel Pink Floyd."

Der neue Echo ist deutlich kleiner und günstiger als sein Vorgänger, kostet jetzt 99 Euro. Der Vorgänger stand mit 179 Euro in Amazons Preisliste. Statt nur in Schwarz und Weiß ist das neue Modell beispielsweise auch in Holzoptik und Silber erhältlich. Technisch soll der Klang mit neuen Lautsprechern und Dolby-Technik verbessert worden sein. Die Spracherkennung reagiert Amazon zufolge jetzt auch in lauten Umgebungen feinfühliger auf Ansprache.

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Intelligente Lautsprecher, spaßige Tasten: Die neuen Gadgets von Amazon

Als neue Variante des Echo-Konzepts wurde der Echo Plus vorgestellt. In diesem Modell ist zusätzlich ein sogenannter Smart Home Hub eingebaut. Der soll die vielen Hubs, die man derzeit braucht, um Smart-Home-Geräte in seinem Haus zu installieren, überflüssig machen. Laut Amazon lassen sich damit beispielsweise die populären Hue-Lampen von Philips ohne die sonst nötige Hue-Bridge ins Heimnetz einbinden. Im Alltag könnte das den Aufbau eines Smart Home sehr vereinfachen. Anfangs soll das System etwa 100 Produkte unterstützen.

Echo Spot und Echo Show

Mit dem Echo Spot zeigte der Konzern zudem eine neue Version des Echo Show. Genau wie der Show taugt der Spot mit seinem Bildschirm und eingebauter Kamera für Videotelefonie, kann aber auch Videos abspielen und hat generell einen ähnlichen Funktionsumfang wie der Echo Show, allerdings mit einem wesentlich kleineren Bildschirm. Vorerst wird das Gerät mit seinem 2,5-Zoll-Display aber nur in den USA auf den Markt kommen.

Für deutsche Kunden ist deshalb die Ankündigung wichtiger, dass der Echo Show mit seinem 7-Zoll-Display ab sofort vorbestellt werden kann und ab Mitte November in Deutschland ausgeliefert werden soll. Der Preis beträgt 220 Euro.

Mit zwei Zubehörgeräten erweitert Amazon außerdem die Möglichkeiten der Echo-Geräte. Zum einen wurde für 2018 der Echo Connect angekündigt. Die kleine Zusatzbox soll alle Echo-Geräte mit dem Festnetzanschluss verbinden, so dass man sie zum Telefonieren nutzen kann.

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Die Echo Buttons wiederum sollen in Kombination mit einem Amazon Echo als Spielgeräte dienen und beispielsweise für Ratespiele benutzt werden können. Im Doppelpack sollen sie 20 Euro kosten und noch vor Weihnachten erhältlich sein.

Stress für die Konkurrenz

Erstaunlich klein ist das neue Fire TV geworden. Bisher hatte Amazons TV-Box in etwa das Format einer kleine Zigarrenschachtel, das neue Modell ist kleiner als eine Streichholzschachtel. Trotzdem wurden die Fähigkeiten deutlich aufgewertet. das kleine Kästchen kann 4K-HDR-Videos mit bis zu 60 Bildern pro Sekunde abspielen und Audio in Dolby-Atmos-Raumklang ausgeben. Eine Fernbedienung samt Mikrofon, damit man über das Gerät Alexa nutzen kann, liegt dem 80 Euro teuren Gadget bei.

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Smarter Lautsprecher im Test: "Okay, Google" - und los geht's

Der Konkurrenz dürften Amazons Neuvorstellungen Sorgenfalten ins Gesicht treiben, und sei es nur der Preise wegen. Der Internetkonzern unterbietet die Angebote der Konkurrenz, vor allem Apples, deutlich. Das gerade erst vorgestellte Apple TV 4K etwa hat ähnliche Fähigkeiten wie das neue Fire TV, kostet aber mindestens 200 Euro. Der smarte Apple-Lautsprecher HomePod soll bei seiner Einführung in den USA 349 Dollar kosten und auch ein Google Home ist mit 149 Euro deutlich teurer als der neue Echo. Der Echo Show läuft bisher weitgehend außer Konkurrenz.



insgesamt 15 Beiträge
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muskat51 28.09.2017
1. Ist es wirklich ein Zeichen von Intelligenz,
dass ein Gerät das Licht anmacht, wenn es angewiesen wurde, das Licht anzumachen? Und dass man einem Gerät ein Mikrofon beilegen muss, damit es über ein anderes Gerät bedient werden kann, in dem bereits ein Mikrofon enthalten ist? Ein englischer Butler ist intelligent. Der macht immer genau das Licht, das seine Herrschaft gerade für richtig hält, und zwar ohne dafür eine Anweisung zu brauchen. Dazu passt auch, was mein früherer Chef gerne sagte: "machen Sie nicht, was ich anordne, machen Sie auch nicht, was ich gemeint habe, machen Sie das richtige!". Dort beginnt Intelligenz.
hestephan 28.09.2017
2. tja, da sieht man
Mal die Gewinnspanne von Apple (ich sage nur Beats) aber der Apfel Konsument bezahlt ja gerne das doppelte nur für den Namen
Flying Rain 28.09.2017
3. Hmm
Hmm der Fire TV-Stick wäre echt interessant weil die gute alte PS3 zwar Netflix und Amazon Prime Video super überträgt aber beim Streamen vom Pc doch gerne mal recht arg zu kämpfen hatt wenn die Filme sehr groß sind.
marcus_tullius 28.09.2017
4. Nichtraucher
und als solcher wusste ich gar nicht, dass auch Zigarren in Schachteln verkauft werden. Ich dachte immer, das nennt man "Kistchen".
DieHappy 28.09.2017
5.
Ich mach mein Licht und auch sonst alles andere selber an. Ich brauch so einen Käse nicht. Da spiel ich lieber mit der Katze. Die liebt mich, Alexa und Amazon bin ich ... egal.
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