Amazons Sprachassistent Alexa kann Ihnen was flüstern

Pssst, nicht so laut! Amazons digitaler Assistent Alexa kann jetzt auch ganz leise sprechen. Hört sich simpel an, war aber eine gewaltige Aufgabe für Programmierer - und funktioniert noch lange nicht überall.

Amazon Echo Dot
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Amazon Echo Dot


Auf dem Weg, die Stimme des Sprachassistenten Alexa natürlicher wirken zu lassen, ist Amazon gerade ein kleines Stückchen weitergekommen. Die Stimme, mit der Amazons Echo-Smartspeaker mit ihren Nutzern reden, kann jetzt auch flüstern, wenn man das will.

Bisher hat die digitale Stimme einen ausgesprochen monotonen Klang. Egal, was Alexa sagt, sie spricht zwar mit einer menschlich klingenden Stimme, die aber leicht als computergeneriert zu erkennen ist, weil sie vollkommen gleichmäßig, emotionslos und mit gleichmäßig verteilten Pausen spricht. Die Stimme klingt zwar echt, aber nicht natürlich, schon gar nicht menschlich.

Das will Amazon ändern und hat jetzt den ersten Schritt auf dem Weg zu einer realistischeren Sprachausgabe gemacht: Das Unternehmen hat Alexa das Flüstern beigebracht.

Amazon hatte die neue Fähigkeit bereits Mitte September angekündigt und auch erklärt, wie man sie anwenden kann. Sie soll nämlich keineswegs so tumb und auf nur einen Satz limitiert sein, wie es in diesem kurzen YouTube-Video zu sehen ist:

Stattdessen wird Alexa künftig alles, was sie mit ihrer normalen Stimme sagen kann, auch flüstern können. Wie das in der Praxis klingt, zeigt dieses kurze Video:

Seit dem Donnerstagabend steht diese Flüster-Funktion, die zum Beispiel helfen kann, einen Schlafenden nicht zu stören, wenn man Alexa frühmorgens nach der Uhrzeit fragt, auf Amazons Alexa-Geräten bereit. Vorerst allerdings nur in den USA. Wann Alexa das Flüstern auch in anderen Sprachen beigebracht werden soll, ist unklar. Eine entsprechende Anfrage an Amazon Deutschland blieb bis zum Freitagmittag unbeantwortet.

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So simpel, wie man denken könnte, ist es für die künstliche Intelligenz von Alexa offenbar nicht, zu erkennen, wann jemand flüstert, erklärt Amazons Chefwissenschaftler Rohit Prasad in einem Blogeintrag. Demnach muss ein neuronales Netzwerk - vereinfacht gesagt eine Software, die ungefähr so funktioniert wie ein Gehirn - zunächst darauf trainiert werden, ein Flüstern anhand von kleinteilig zerlegten Audiosignalen zu erkennen.

Die an dem Projekt beteiligte Sprachwissenschaftlerin Zeynab Raeesy hat das aufwendige Verfahren noch wesentlich ausführlicher erklärt und wird es im Dezember bei einem Workshop der Standardisierungsorganisation IEEE (Institute of Electrical and Electronics Engineers) vorstellen.

Deutlich wird bei all den Erklärungen aber auch, dass der Flüster-Modus nur ein weiterer kleiner Schritt hin zu einer natürlicheren Sprachausgabe, einem natürlicheren Austausch zwischen Anwender und Maschine ist. So verblüffend echt wie die Stimme von Google Duplex, die menschlich wirkt, weil sie ihre Sätze mit unregelmäßigen Pausen und einem gelegentlichen "hmmm" und "äh" anreichert, ist Alexa auch im Flüstermodus noch nicht.

mak

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PriseSalz 19.10.2018
1. Alexa nimmer.
Alexa, bitte stell Dich ab oder, besser noch, schmelz dahin. Im Ernst: Wer möchte schon einen Dauerspion im Hause haben? Die Debatte um die Privatsphäre dauert nun schon Jahre an, und dann so was? Und wer meint Alexa (und Konsorten) sei im Standby-Modus inaktiv, nun, für den hätte ich noch ein Grundstück mit Meerblick - in Hessen. Es gibt nur zwei Möglichkeiten Alexa daran zu hindern ALLES was im Haus gesagt wird an - wer war das noch, Google? - zu senden: Modem ausschalten oder Alexa entfernen.
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