Android 3.0: Google attackiert das iPad mit Honigwaben

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2. Teil: Und was kann das Android 3.0 noch?

Android 3.0: Googles Tablet-Betriebssystem Fotos
AP

Abgesehen von diesen beiden Highlights hat Google an allen Ecken und Enden von Android geschraubt. Die wichtigsten Neuerungen im Überblick:

Weniger Knöpfe: Auf den gezeigten Tablets gab es, im Gegensatz zu den meisten Android-Handys, keine Hardware-Knöpfe für viel genutzte Funktionen wie den Home-Button, sie werden von virtuellen Bildschirmschaltern ersetzt. Neu dabei: der Multitasking-Button. Ein Klick darauf und man sieht alle gerade offenen Programme, kann zwischen ihnen umschalten.

Mehr Übersicht: Musikdateien, Fotos, Videos, Web-Seiten, alle Arten von Dateien lassen sich zu virtuellen Stapeln auftürmen, in denen man per Fingerzeig herumwühlen kann.

Ein neuer Browser: Für die Tablet-Version von Android wurde Googles Chrome-Browser kräftig aufgefrischt. Wichtigstes neues Merkmal sind die Tabs, also die gleichzeitig geöffneten Browserfenster, deren Reiter jetzt wie bei einem PC-Browser nebeneinander aufgereiht werden.

Ein integrierter Buch-Shop: Digitale Bücher, E-Books, können direkt vom Tablet aus gekauft werden. Google wirbt mit "Millionen von Büchern", die verfügbar sein sollen. Bleibt abzuwarten, wie viele davon aktuelle sind und wie viele es auf Deutsch gibt.

Ein E-Book-Reader: Ähnlich wie iBooks auf dem iPad gibt es eine E-Book-Reader-App. Vor allem im Querformat sieht die ansprechend aus, weil dann das Umblättern von Seiten hübsch animiert wird.

Google Mail für Tablets: Die Anbindung an Googles Freemail-System, wurde an die großen Tablet-Displays angepasst. Während man am Handy aus Platzgründen bisher nur wenig Überblick hatte, wird die zusätzliche Bildschirmfläche hier schlau genutzt. Im Standardmodus kann man einzelne Ordner ("Posteingang", "Freunde", "Firma" gezielt anwählen und bekommt dann die jeweiligen Mails samt Absendername und Betreffzeile übersichtlich angezeigt. Klickt man eine E-Mail an, wird der Bildschirminhalt virtuell nach links verschoben, so dass neben einer Spalte mit den Betreffzeilen genug Platz ist, um die Mail-Texte anzuzeigen. Mails können mit dem Finger von einem Ordner in einen anderen gezogen werden.

YouTube für Tablets: Googles Videodienst ist, ähnlich wie das "Lean-Back"-Interface für YouTube auf Fernsehern, an Tablets angepasst worden. Statt der gewohnten Web-Seite bekommt man Übersichten von Videos zu sehen, die an einer scheinbar ins Gerät hinein gewölbten Leinwand aufgehängt sind - an einer Videowand sozusagen.

Eine neue Kamera-App: Sie soll das Aufnehmen von Schnappschüssen vereinfachen und mehr Möglichkeiten als bisher bieten, Fotos schon bei der Aufnahme zu beeinflussen.

Video-Chats: Die Möglichkeit, Videotelefonate vom Tablet aus zu führen, ist ein fester Bestandteil des neuen Systems.

Und wann kommt es?

Als Beispiel für die Möglichkeiten, die das neue Tablet-System bietet, wurde der Nachrichtensender CNN angeführt. Denn genau wie Apple es gerne tut - und gerade mit der Digitalzeitung " The Daily" vorgemacht hat - lässt auch Google gerne große Namen die neuen Produkte bewerben. CNN zeigte eine neue Android-App, die speziell für Honeycomb entwickelt wird. Deren Highlights: Die Möglichkeit das CNN-Programm live zu sehen und die Integration von iReport, einer Art Bürgerjournalismus-Plattform, in der sich Zuschauer mit eigenen Fotos, Videos und Texten beteiligen können. Nichts Sensationelles also.

Aber das könnte sich in den kommenden Wochen und Monaten ändern. Schließlich gewährt Google Software-Entwicklern erst seit Mittwoch Zugriff auf viele der neuen Funktionen und Möglichkeiten, mit denen Android 3.0 Apples iPad-Dominanz beenden soll. Und da dürften es am Ende die Apps sein, die den Ausschlag geben. Schon ein einziges Programm könnte dafür ausreichen, sofern es exklusiv genug ist und über den richtigen Haben-wollen-Faktor verfügt.

Darüber, wann man denn nun die ersten Honeycomb-Tablets wird kaufen können, gab es von Google keine neuen Informationen. Ein paar Wochen noch dürfte es dauern, bis als erstes Motorolas Xoom in die Läden kommt. Der erste Verfolger hat sich bereits angekündigt. In den USA, so hat es Elektronikhersteller LG Electronics bekanntgegeben, werde man im März das G-Slate herausbringen. Es soll mit Honeycomb ausgestattet sein und verfügt als Besonderheit über eine eingebaute 3-D-Kamera. Seinen großen Auftritt soll das Gerät auf der Handymesse Mobile World Congress haben, der Mitte Februar in Barcelona stattfindet - und es wird sicher nicht das einzige aufsehenerregende Honeycomb-Tablet sein, dass dort gezeigt wird.

Der Druck auf Apple steigt.

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insgesamt 175 Beiträge
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1. Bitte?
ralf_si 02.02.2011
Der Artikel und die Grafiken auf heise.de zeigen aber ein anderes Bild, als der Autor hier vermitteln will. Spieletaugliche Grafik? Dafür braucht es ein bisschen mehr und.
2. hilfe, ich will nur telefonieren.
frank_lloyd_right 02.02.2011
ich hab nen flatschneuen ipod touch, den ich vor weihnachten geschenkt bekam (funzt prima, sind nette apps drauf - bloss, mich interessiert das alles nicht, ich will keine gadgets). ich habe ne digitale kamera mit sehr viel linsen vorne drauf, ich habe einige computer und ich habe noch mein altes nokia clamshell (die sorte mag ich am liebsten). sollen google und aeppel diesen krampf doch unter sich ausmachen - es gibt genug kunden, die preiswert telefonieren und simsen wollen, und basta. dafuer braucht das phone auch nicht sehr smart zu sein - das muss es nur, wenn hinter dem ohr kein hirn wohnt. naja, oder man moechte eben spielzeug kaufen. aber ein smartphone ohne 110 db-notsirene, pfefferspraywerfer und autopilot isses einfach nicht. sinnvolles surfen geht auch nur mit ipadgrossen geraeten... uebrigens hat murdoch gerade die erste bezahltageszeitung fuer das ding aufgelegt, reuters weiss das schon.
3. hilfe, ich will nur telefonieren.
frank_lloyd_right 02.02.2011
ich hab nen flatschneuen ipod touch, den ich vor weihnachten geschenkt bekam (funzt prima, sind nette apps drauf - bloss, mich interessiert das alles nicht, ich will keine gadgets). ich habe ne digitale kamera mit sehr viel linsen vorne drauf, ich habe einige computer und ich habe noch mein altes nokia clamshell (die sorte mag ich am liebsten). sollen google und aeppel diesen krampf doch unter sich ausmachen - es gibt genug kunden, die preiswert telefonieren und simsen wollen, und basta. dafuer braucht das phone auch nicht sehr smart zu sein - das muss es nur, wenn hinter dem ohr kein hirn wohnt. naja, oder man moechte eben spielzeug kaufen. aber ein smartphone ohne 110 db-notsirene, pfefferspraywerfer und autopilot isses einfach nicht. sinnvolles surfen geht auch nur mit ipadgrossen geraeten... uebrigens hat murdoch gerade die erste bezahltageszeitung fuer das ding aufgelegt, reuters weiss das schon.
4. just a little bit "Fanboy Gegacker"
Hupert 02.02.2011
Zitat von sysopKein Zweifel: Google will jetzt auch den Tablet-Markt erobern. In Kalifornien zeigte der US-Konzern am Mittwoch erstmals sein neues Betriebssystem Android 3.0. Die Software verfügt über beeindruckende Funktionen - Beinahe-Monopolist Apple droht Gefahr. http://www.spiegel.de/netzwelt/gadgets/0,1518,743234,00.html
"Beinahe Monopolist" aha... so weit ist es also schon. *würg*
5. Der Druck auf Apple steigt.
elmard, 02.02.2011
Das ist auch gut so!! Es lohnt sich also doch, abzuwarten und nicht sofort zu kaufen. Ich bereue die Wartezeit sicherlich nicht. Die "Android-Pads" der verschiedenen Hersteller werden sicherlich besser, ausgewogener und praktikabler sein als die Äppel-Ware. Vielleicht sogar preiswerter, denn Äppel-Ware ist nun mal überteuert, das war so und wird auch so bleiben. Hinzu kommt der Zwang, sich in der Äppel-Welt gefangen bewegen zu müssen - diese beiden ausschlaggebenden Gründe waren seit Jahren und sind es weiterhin für mich, kein Produkt des Hauses Äppel zu kaufen.
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