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Android-Augen: Googles Datenbrille soll noch dieses Jahr kommen

Ich sehe was, was du nicht siehst: Google entwickelt angeblich eine Datenbrille. Dem Nutzer zeigt das Android-Gerät nützliche Informationen direkt auf der Brille an. Die Google-Brille könnte Augmented Reality aus der Nische holen.

Google-Website (Symbolfoto): Datenbrille für bis zu 600 Dollar Zur Großansicht
Getty Images

Google-Website (Symbolfoto): Datenbrille für bis zu 600 Dollar

Menschen oder Gegenstände betrachten und dabei zusätzliche Informationen erhalten, das ist das Prinzip von Augmented Reality. Bislang ist das den meisten - wenn überhaupt - nur über entsprechende Funktionen auf dem Smartphone bekannt. Doch der Suchmaschinenriese Google ist dabei, noch in diesem Jahr eine Spezialbrille mit Daten-Displays auf den Markt zu bringen. Das berichtet Bits, das Techblog der "New York Times" auf Basis von Insider-Berichten. Der Preis der Datenbrille könnte sich demnach zwischen 250 und 600 Dollar bewegen.

Erste Nachrichten über ein neue, tragbare Google-Technologie machten schon im vergangenen Dezember die Runde. Nun gibt es genauere Informationen. Das Betriebssystem soll demnach Android-basiert sein und den Datenaustausch über eine UMTS- oder 4G-Anbindung abwickeln Die genaue Lokalisierung würde via GPS erfolgen. Eine integrierte Kamera mit mäßiger Auflösung verschafft dem Gerät genügend Orientierung, um ein Navigationssystem einzusetzen. Bewegungen oder Klicks im virtuellen Bildschirmfeld sollen durch das Neigen des Kopfes erfolgen.

Überdies könnte die Brille auch Infos über in der Nähe befindliche Freunde liefern. Was natürlich sofort einige Fragen in Sachen Privatsphäre aufwirft. Hierüber habe das Entwickler-Team beim geheimnisumwitterten "Projekt X" bereits nachgedacht. Das Unternehmen wolle auf jeden Fall sicherstellen, dass Leute darüber informiert würden, gerade von jemanden mit einer Brillenkamera gefilmt zu werden.

Kaum verwunderlich, dass dem Vernehmen nach auch Latitude-Erfinder Steve Lee an dem Projekt beteiligt ist. Die Bereitstellung von jeweiligen Ortsdaten solle ein Hauptfeature in der ersten marktreifen Version der Hightech-Brille sein. Ein bisschen technisch und damit ungewöhnlich dürfte die Brille schon aussehen. Immerhin sei sie nicht dafür designt, dauerhaft getragen zu werden, auch wenn das einen richtigen Nerd kaum davon abhalten wird.

meu

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1. .
JohnMcGully 22.02.2012
Technisch sicher interessant. Aber nachdem jetzt schon einige mit ihrem Smartphone sprechen werden als nächstes Leute mit eigenartigen Brillen kopfnickend durch die Gegend laufen. Ich stelle mir gerade bildlich vor welche Kopfbewegungen noch notwendig sind, um das Ding zu steuern. Oder vielleicht spricht man dann auch mit seiner Brille. Ich werde alt.
2. Diese Datenbrillen lagen bei ESCOM zuhauf
celsius234 22.02.2012
Zitat von JohnMcGullyTechnisch sicher interessant. Aber nachdem jetzt schon einige mit ihrem Smartphone sprechen werden als nächstes Leute mit eigenartigen Brillen kopfnickend durch die Gegend laufen. Ich stelle mir gerade bildlich vor welche Kopfbewegungen noch notwendig sind, um das Ding zu steuern. Oder vielleicht spricht man dann auch mit seiner Brille. Ich werde alt.
das war mal ein Computeranbieter ala Saturn. Das Zeugs kam reihenweise Retour. Nicht weil die nicht technisch ok. waren, sondern wegen letztendlich simpler Probleme mit Augenbrennen. Grund: Fixierung des Auges auf den engen Sichtwinkel der Brille mindert die Augenbewegungen und die Verteilung der Tränenflüssigkeit. Ich wünsche Google alles Gute damit, sie könnten es brauchen. Besonders wenn man US Rechtsanwälte und das angesächsische Rechtsverständnis kennt. Terminator 1 und 2 sind nicht unbedingt Vorläufer sinnvoller Produktentwicklungen.
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super_nanny 22.02.2012
Zitat von sysopGetty ImagesIch sehe was, was du nicht siehst: Google entwickelt angeblich eine Datenbrille. Dem Nutzer zeigt das Android-Gerät nützliche Informationen direkt auf der Brille an. Die Google-Brille könnte Augmented Reality aus der Nische holen. http://www.spiegel.de/netzwelt/gadgets/0,1518,816800,00.html
Das gibt dem Begriff 'Nerdbrille' dann eine komplett neue Bedeutung. Ich schätze mal, dass das ganze genau wie Handys mittelfristig miniaturisiert wird, so dass man jede normale Brille upgraden kann, indem man einen kleinen Chip mit Kamera und Beamer in den Bügel klebt. Der kommuniziert dann via Bluetooth mit dem Smartphone welches die Daten aus dem Netz und GPS liefert.
4. ...
Barath 22.02.2012
Zitat von JohnMcGullyTechnisch sicher interessant. Aber nachdem jetzt schon einige mit ihrem Smartphone sprechen werden als nächstes Leute mit eigenartigen Brillen kopfnickend durch die Gegend laufen. Ich stelle mir gerade bildlich vor welche Kopfbewegungen noch notwendig sind, um das Ding zu steuern. Oder vielleicht spricht man dann auch mit seiner Brille. Ich werde alt.
Das Gefühl habe ich auch... So müssen sich meine Eltern gefühlt haben als ich anfing nächtelang vor dem Computer zu sitzen... Wenn ich bedenke wie ich immer die "E-mail-Ausdrucker" unter meinen Dozenten belächelt habe überlege ich mir allmählich, ob ich nciht versuchen sollte drann zu bleiben und mir sowas auch anzuschaffen...
5.
uchawi 22.02.2012
Zitat von celsius234das war mal ein Computeranbieter ala Saturn. Das Zeugs kam reihenweise Retour. Nicht weil die nicht technisch ok. waren, sondern wegen letztendlich simpler Probleme mit Augenbrennen. Grund: Fixierung des Auges auf den engen Sichtwinkel der Brille mindert die Augenbewegungen und die Verteilung der Tränenflüssigkeit. Ich wünsche Google alles Gute damit, sie könnten es brauchen. Besonders wenn man US Rechtsanwälte und das angesächsische Rechtsverständnis kennt. Terminator 1 und 2 sind nicht unbedingt Vorläufer sinnvoller Produktentwicklungen.
Ja hallo, dann wird eben eine Art "Scheibenwaschanlage" eingebaut, die aller 30 Sekunden einen Sprühnebel aus Tränenflüssigkeit über den Augapfel verteilt. Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt. Und ich freue mich jetzt schon auf zeitungslesende, googelnde und sportschauguckende Autofahrer, die die viel gescholtenen Handybenutzer ohne Freisprechanlage verkehrssicherheitstechnisch weit in den Hintergrund drängen dürften. Aber immerhin haben die beide Hände frei ...
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