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Pin statt Passwort: So entgehen Sie der neuen Android-Sicherheitslücke

Zu viel ist zu viel: Mit einer extrem langen Eingabe lässt sich die Passwortsperre umgehen Zur Großansicht
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Zu viel ist zu viel: Mit einer extrem langen Eingabe lässt sich die Passwortsperre umgehen

Mit einem einfachen Trick lässt sich der Passwortschutz aktueller Android-Smartphones aushebeln. Betroffen sind Millionen Geräte. Die gute Nachricht: Die Absicherung ist leicht.

Der IT-Sicherheitsexperte John Gordon hat eine ungewöhnliche Sicherheitslücke entdeckt: Indem Angreifer die Passwortabfrage von Android-Handys mit einer viel zu langen Texteingabe überfordern, könnten sie sich Zugriff auf das Mobiltelefon ihres Opfers verschaffen.

Wie der Forscher vom Information Security Office der University of Austin die Schwachstelle entdeckt hat, ist unklar. Sie auszunutzen gelingt laut Gordon zwar ohne jegliche Programmierkenntnisse, der Weg dahin scheint aber durchaus beschwerlich. Eine zufällige Entdeckung der Methode scheint daher unwahrscheinlich.

Kurz gefasst funktioniert der Hack laut Gordon so: Vom Sperrbildschirm des Handys aus ruft man die Notruffunktion auf und erzeugt durch Kopieren und Einsetzen eine extrem lange Zeichenkette. Über einen Umweg durch die Kamera-App versucht man dann die Systemeinstellungen aufzurufen, wofür man erneut nach dem Gerätepasswort gefragt wird. Nun kopiert man mehrfach die zuvor erzeugte, lange Zeichenkette in die Abfragebox.

Das Resultat dieser Überlastung ist laut Gordon, dass die Kamera-App abstürzt und den Homescreen freigibt. Von hier aus könne der Angreifer auf die Systemeinstellungen zugreifen und dort einen Entwicklermodus aktivieren, der vollen Zugriff auf das System bietet.

Die gesamte Prozedur erklärt Gordon ausführlich im Sicherheitsblog der Universität. Außerdem demonstriert er das Verfahren in einem YouTube-Video:

YouTube: Die Android-5-Sicherheitslücke
Von der Schwachstelle betroffen sind laut Gordon alle Geräte mit einer Android-5-Version. Einzig in der neuesten Variante mit der Versionsnummer 5.1.1 ist der Fehler behoben.

Für viele Android-Lollipop-Nutzer bedeutet das, dass sie noch lange warten müssen, bevor die Schwachstelle mit der Bezeichnung CVE-2015-3860 auf ihrem Gerät beseitigt wird. Ein Dauerärgernis des Google-Betriebssystems ist, dass viele Hersteller Monate brauchen, um von Google veröffentlichte Updates für ihre Geräte anzupassen.

Einen Grund, wegen der neuen Sicherheitslücke in Panik zu verfallen, gibt es trotzdem nicht. Zum einen, weil der Angriff nicht online erfolgen kann, sondern jemand physisch Zugriff auf das Handy seines Opfers braucht.

Zum anderen, weil es eine sehr einfache Möglichkeit gibt, sich vor dem Angriff zu schützen. Wer anstelle eines Passworts eine Pin oder ein Muster nutzt, um den Bildschirm des Handys zu entsperren, kann sich in Sicherheit wiegen - zumindest was diese kuriose Schwachstelle betrifft.

mak

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insgesamt 12 Beiträge
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1.
Bias 16.09.2015
"Einzig in der neuesten Variante mit der Versionsnummer 5.1.1 ist der Fehler behoben." In dem verlinkten Video ist eindeutig zu sehen, dass das Handy die Android Version 5.1.1 besitzt.
2. Das tieferliegende Problem
olaf_olafson 16.09.2015
Wieso kann man vom Sperrbildschirm her copy/paste nutzen? Das ermöglicht doch erst diese Lücke. Es macht den Anschein, als sei diese Lücke überhaupt die einzige Anwendung der copy/paste Funktion im Sperrbildschirm. Wird wahrscheinlich mit der großen Freiheit von Android begründet.
3. Test
sale2 16.09.2015
Ich habe das gerade mal probiert.Komisch nur das man bei enem LG G2 mit 5.0.2 in der Notrufapp die Zeichen gar nicht kopieren kann. mfg
4. Version 5.1.1 Build LMY48M
tin-pot 16.09.2015
Im Verlinkten Text steht das genauer: "A vulnerability exists in Android 5.x
5.
skeptiker333 16.09.2015
Auf dem Samsung Galaxy Note 4 (Lolipop 5.01) funktioniert es auch nicht. 1. Kopieren/Einfügen funktioniert in der Notruffunktion nicht. 2. In der Kamara-App kann man nicht in das Einstellungsmenü gelangen, genauer gesagt man kann die Infoleiste ganz oben überhaupt nicht nach unten ziehen solange das Telefon gesperrt ist.
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Schad- und Spähsoftware
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Trojaner
Wie das Trojanische Pferd in der griechischen Mythologie verbergen Computer-Trojaner ihre eigentliche Aufgabe (und Schädlichkeit!) hinter einer Verkleidung. Meist treten sie als harmlose Software auf: Bildschirmschoner, Videodatei, Zugangsprogramm. Sie werden zum Beispiel als E-Mail-Anhang verbreitet. Wer das Programm startet, setzt damit immer eine verborgene Schadfunktion ein: Meist besteht diese aus der Öffnung einer sogenannten Backdoor , einer Hintertür, die das Computersystem gegenüber dem Internet öffnet und durch die weitere Schadprogramme nachgeladen werden.
Virus
Computerviren befallen vorhandene Dateien auf den Computern ihrer Opfer. Die Wirtsdateien funktionieren – zumindest eine Zeit lang - weiterhin wie zuvor. Denn Viren sollen nicht entdeckt werden. Sie verbreiten sich nicht selbständig, sondern sind darauf angewiesen, dass Computernutzer infizierte Dateien weitergeben, sie per E-Mail verschicken, auf USB-Sticks kopieren oder in Tauschbörsen einstellen. Von den anderen Schad- und Spähprogrammen unterscheidet sich ein Virus allein durch die Verbreitungsmethode. Welche Schäden er anrichtet, hängt allein vom Willen seiner Schöpfer ab.
Rootkit
Das kleine Kompositum führt die Worte "Wurzel" und "Bausatz" zusammen: "Root" ist bei Unix-Systemen der Benutzer mit den Administratorenrechten, der auch in die Tiefen des Systems eingreifen darf. Ein "Kit" ist eine Zusammenstellung von Werkzeugen. Ein Rootkit ist folglich ein Satz von Programmen, die mit vollem Zugriff auf das System eines Computers ausgestattet sind. Das ermöglicht dem Rootkit weitgehende Manipulationen, ohne dass diese beispielsweise von Virenscannern noch wahrgenommen werden können. Entweder das Rootkit enthält Software, die beispielsweise Sicherheitsscanner deaktiviert, oder es baut eine sogenannte Shell auf, die als eine Art Mini-Betriebssystem im Betriebssystem alle verdächtigen Vorgänge vor dem Rechner verbirgt. Das Gros der im Umlauf befindlichen Rootkits wird genutzt, um Trojaner , Viren und andere zusätzliche Schadsoftware über das Internet nachzuladen. Rootkits gehören zu den am schwersten aufspürbaren Kompromittierungen eines Rechners.
Wurm
Computerwürmer sind in der Praxis die getunte, tiefergelegte Variante der Viren und Trojaner. Im strengen Sinn wird mit dem Begriff nur ein Programm beschrieben, das für seine eigene Verbreitung sorgt - und der Programme, die es transportiert. Würmer enthalten als Kern ein Schadprogramm , das beispielsweise durch Initiierung eines eigenen E-Mail-Programms für die Weiterverbreitung von einem befallenen Rechner aus sorgt. Ihr Hauptverbreitungsweg sind folglich die kommunikativen Wege des Webs: E-Mails, Chats, AIMs , P2P-Börsen und andere. In der Praxis werden sie oft als Vehikel für die Verbreitung verschiedener anderer Schadprogramme genutzt.
Drive-by
Unter einem Drive-by versteht man die Beeinflussung eines Rechners oder sogar die Infizierung des PC durch den bloßen Besuch einer verseuchten Web-Seite. Die Methode liegt seit einigen Jahren sehr im Trend: Unter Ausnutzung aktueller Sicherheitslücken in Browsern und unter Einsatz von Scripten nimmt ein auf einer Web-Seite hinterlegter Schadcode Einfluss auf einen Rechner. So werden zum Beispiel Viren verbreitet, Schnüffelprogramme installiert, Browseranfragen zu Web-Seiten umgelenkt, die dafür bezahlen und anderes. Drive-bys sind besonders perfide, weil sie vom PC-Nutzer keine Aktivität (wie das Öffnen einer E-Mail) verlangen, sondern nur Unvorsichtigkeit. Opfer sind zumeist Nutzer, die ihre Software nicht durch regelmäßige Updates aktuell halten - also potenziell so gut wie jeder.
Botnetz
Botnets sind Netzwerke gekidnappter Rechner - den Bots. Mit Hilfe von Trojaner-Programmen, die sie beispielsweise durch manipulierte Web-Seiten oder fingierte E-Mails auf die Rechner einschleusen, erlangen die Botnet-Betreiber Zugriff auf die fremden PC und können sie via Web steuern. Solche Botnets zu vermieten, kann ein einträgliches Geschäft sein. Die Zombiearmeen werden unter anderem genutzt, um millionenfache Spam-Mails zu versenden, durch eine Vielzahl gleichzeitiger Anfragen Web-Seiten in die Knie zu zwingen oder in großem Stile Passwörter abzugrasen. (mehr bei SPIEGEL ONLINE)
Fakeware, Ransomware
Das Wort setzt sich aus "Fake", also "Fälschung", und "Ware", der Kurzform für Software zusammen: Es geht also um "falsche Software" . Gemeint sind Programme, die vorgeben, eine bestimmte Leistung zu erbringen, in Wahrheit aber etwas ganz anderes tun. Häufigste Form: angebliche IT-Sicherheitsprogramme oder Virenscanner. In ihrer harmlosesten Variante sind sie nutzlos, aber nervig: Sie warnen ständig vor irgendwelchen nicht existenten Viren und versuchen, den PC-Nutzer zu einem Kauf zu bewegen. Als Adware-Programme belästigen sie den Nutzer mit Werbung.

Die perfideste Form aber ist Ransomware : Sie kidnappt den Rechner regelrecht, macht ihn zur Geisel. Sie behindert oder verhindert das normale Arbeiten, lädt Viren aus dem Netz und stellt Forderungen auf eine "Reinigungsgebühr" oder Freigabegebühr, die nichts anderes ist als ein Lösegeld: Erst, wenn man zahlt, kann man mit dem Rechner wieder arbeiten. War 2006/2007 häufig, ist seitdem aber zurückgegangen.
Zero-Day-Exploits
Ein Zero-Day-Exploit nutzt eine Software-Sicherheitslücke bereits an dem Tag aus, an dem das Risiko überhaupt bemerkt wird. Normalerweise liefern sich Hersteller von Schutzsoftware und die Autoren von Schadprogrammen ein Kopf-an-Kopf-Rennen beim Stopfen, Abdichten und Ausnutzen bekanntgewordener Lücken.
Risiko Nummer eins: Nutzer
Das größte Sicherheitsrisiko in der Welt der Computer sitzt vor dem Rechner. Nicht nur mangelnde Disziplin bei nötigen Software-Updates machen den Nutzer gefährlich: Er hat auch eine große Vorliebe für kostenlose Musik aus obskuren Quellen, lustige Datei-Anhänge in E-Mails und eine große Kommunikationsfreude im ach so informellen Plauderraum des Webs. Die meisten Schäden in der IT dürften von Nutzer-Fingern auf Maustasten verursacht werden.
DDoS-Attacken
Sogenannte distribuierte Denial-of-Service-Attacken (DDoS) sind Angriffe, bei denen einzelne Server oder Netzwerke mit einer Flut von Anfragen anderer Rechner so lange überlastet werden, bis sie nicht mehr erreichbar sind. Üblicherweise werden für solche verteilten Attacken heutzutage sogenannte Botnetze verwendet, zusammengeschaltete Rechner, oft Tausende oder gar Zehntausende, die von einem Hacker oder einer Organisation ferngesteuert werden.


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