Android Wear Google kündigt Smartwatch-Betriebssystem an

Google will tragbar werden: Am Dienstagabend kündigte der Konzern eine neue Initiative zur Entwicklung sogenannter Wearables an. Den Anfang sollen Android-Uhren machen. Vieles an ihnen erinnert an Technik, die man schon von Android-Handys kennt.

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Google-Smartwatch (Computersimulation): Steuerung per Stimme und Wischgesten

Google-Smartwatch (Computersimulation): Steuerung per Stimme und Wischgesten


Googles Android-Chef Sundar Pichai hatte es vor einer Woche schon angedeutet. Bei einem Podiumsgespräch auf dem South-by-Southwest-Festival erwähnte er fast beiläufig, dass Google seinen Wirkungsbereich bald auf Geräte ausdehnen will, die man am Körper trägt. Am Dienstagabend erklärte er per Blog-Eintrag, was sich hinter dieser Bemerkung verbirgt: Im Rahmen des Projekts Android Wear soll das Google-Betriebssystem auf sogenannte Wearables ausgedehnt werden. Den Anfang sollen Smartwatches machen.

Wearables gelten als das nächste große Ding, nachdem die Wachstumsraten im bisher boomenden Smartphone-Markt zurückgehen. Auf der Hightech-Messe CES im Januar waren Smartwatches, Datenbrillen und Fitness-Tracker ein wichtiger Trend.

Genau wie bei den Google-Smartphones und -Tablets wird der Konzern die nötige Hardware nicht selbst herstellen. Diese Aufgabe wolle man wie üblich seinen Hardware-Partnern überlassen, sagt Google-Manager David Singleton in einem Werbevideo, das der Konzern veröffentlicht hat. Man wolle nicht nur eine bestimmte Uhr entwickeln, sondern die Grundlage für ein ganzes Ökosystem unterschiedlicher Smartwatches legen, die sich hinsichtlich des Designs und ihrer Funktionen unterscheiden können. Derzeit arbeite man bereits mit Firmen wie Asus, HTC, LG, Motorola, Samsung und Fossil an Produkten.

Der Ansatz erinnert an das System, mit dem Google schon den Smartphone-Markt übernommen hat: Gib den Herstellern alle Funktionen die sie brauchen, um wettbewerbsfähig zu sein, lasse ihnen aber gleichzeitig die Freiheit, ihre Produkte so individuell zu gestalten, dass sie nicht vollkommen gleich und einförmig erscheinen.

Die Uhren sollen unter anderem ein an den kleinen Formfaktor angepasstes Benutzer-Interface bekommen. In einem Video zeigt Google-Designer Alex Faaborg anhand einer Computeranimation, wie das einmal aussehen soll. Klar zu erkennen ist, dass Google-Smartwatches mit Wisch-Gesten auf einem Touchscreen gesteuert werden sollen.

Funktionell erinnert vieles von dem, was Faaborg zeigt, an die Möglichkeiten, die das Unternehmen heute schon mit Google Now auf Android- und iOS-Geräten bietet. Dementsprechend kann man sich Informationen über das Wetter, anstehende Termine oder etwa die Fahrzeit ins Büro anzeigen lassen. Und genau wie bei Google Now soll auch eine Steuerung per Spracheingabe möglich sein. Ebenso wie bei einigen Android-Handys und der Datenbrille Google Glass dient hier auch das Codewort "OK, Google Now" als Auslöser für die Sprachfunktion.

Bis man sich eine solche Uhr ans Handgelenk schnallen kann, könnte es allerdings noch eine Weile dauern. Zur Ankündigung von Android Wear hat Google zunächst nur eine Vorschauversion einer Software für Entwickler veröffentlicht, die es ermöglichen soll, Apps speziell für Android-Uhren zu schreiben. Die ersten Smartwatches mit Android-Wear-Betriebssystem erwartet der Konzern "später in diesem Jahr".

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insgesamt 6 Beiträge
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Seite 1
noalk 18.03.2014
1. Rechtstreit vorprogrammiert?
Wenn das mal keine Kollision mit Smart Watch gibt.
benedetto089 18.03.2014
2.
Mir erschließt sich der Nutzen der Smartwatches einfach nicht. Vor kurzem habe ich eine Galaxy Gear in Aktion erlebt und fand sie einfach nur überflüssig und vor allem unkomfortabel. Als Statussymbol taugen sie auch nicht, denn selbst wenn die Apple Uhr dann 500€ kostet ist das für eine Uhr ein lächerlicher Preis. Das Design bei der Galaxy Gear ist auch grauenhaft.
LK1 18.03.2014
3.
Zitat von benedetto089Mir erschließt sich der Nutzen der Smartwatches einfach nicht. Vor kurzem habe ich eine Galaxy Gear in Aktion erlebt und fand sie einfach nur überflüssig und vor allem unkomfortabel. Als Statussymbol taugen sie auch nicht, denn selbst wenn die Apple Uhr dann 500€ kostet ist das für eine Uhr ein lächerlicher Preis. Das Design bei der Galaxy Gear ist auch grauenhaft.
Der Nutzen liegt bei Google, aber deren Marketingabteilung wird schon die richtigen Worte finden, um das "Gadget" zum coolen "Must-have" zu stilisieren. Wer dann noch übrig bleibt, wird von Apple eingefangen. ;-)
John.Wuk 18.03.2014
4. Uhr!
Gibt es das Ganze auch rein machanisch?
drponnonner 18.03.2014
5.
Zitat von sysopGoogle will tragbar werden: Am Dienstagabend kündigte der Konzern eine neue Initiative zur Entwicklung sogenannter Wearables an. Den Anfang sollen Android-Uhren machen. Vieles an ihnen erinnert an Technik, die man schon von Android-Handys kennt. http://www.spiegel.de/netzwelt/gadgets/android-wear-google-kuendigt-smartwatch-betriebssystem-an-a-959498.html
Google kann machen, was sie wollen. Allerdings ohne mich.
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