Angedrohte Abschaltung Indien setzt Blackberry-Hersteller unter Druck

Die indische Regierung will Zugriff auf die Datenkommunikation von Blackberry-Handys. Sollte Hersteller Research in Motion das nicht bis Ende August ermöglichen, sollen die Blackberry-Dienste auf dem Subkontinent deaktiviert werden.

Blackberry: Chic, aber unsicher?
AFP

Blackberry: Chic, aber unsicher?


Neu-Delhi - Indien will die Messenger-Dienste des Smartphones Blackberry verbieten, falls der kanadische Hersteller Research In Motion (RIM) den indischen Behörden bis zum 31. August nicht den Zugriff auf den Datenverkehr erlaubt. Das indische Innenministerium begründete das Vorgehen am Donnerstag damit, dass die Messenger-Dienste von Rebellengruppen missbraucht werden könnten.

RIM hat sich zu dem Ultimatum bislang nicht geäußert. Der Versand von E-Mails per Blackberry ist bislang durch eine spezielle Verschlüsselungstechnik geschützt, erst auf den Servern des Unternehmens werden die Daten entschlüsselt.

Dieser besondere Sicherheitsstandard ist auch den Regierungen von Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten ein Dorn im Auge. Riad hatte in der vergangenen Woche mit einem Verbot des Messenger-Dienstes und anderer Internetfunktionen gedroht und dies wie Indien mit Sicherheitsbedenken begründet. Am Dienstag erzielte Saudi-Arabien mit RIM jedoch eine vorläufige Einigung über eine Weiterführung der Messenger-Dienste in dem Königreich.

Ähnlichen Ärger hat RIM auch in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Doch Misstrauen gegenüber dem Datenschutz und der Datenintegrität bei der Blackberry-Kommunikation hegen auch andere Staaten: Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik BSI in Deutschland rät Regierungsangestellten und Ministern schon seit dem 19. November letzten Jahres vom Gebrauch von Blackberrys und iPhones ab.

Den deutschen Sicherheitsexperten geht es vornehmlich um die Sicherheit in Zeiten, in denen sich auch Angriffe auf Smartphones, die Schnittstellen zu den Regierungsnetzen darstellten, häuften. Bei den Smartphones, mit denen auch Daten verschickt werden können, werden vom BSI nur Geräte empfohlen, die mit der Simko-2-Verschlüsselungstechnik der Telekom-Großkundensparte T-Systems ausgestattet sind. "Andere wie beispielsweise Blackberry oder iPhone erfüllen derzeit nicht die notwendigen Sicherheitsanforderungen und können nicht zum Einsatz kommen."

pat/apn

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