Angefasst Apple-Oldie schlägt Macbook - solange er kann

Acht Jahre trennen diese Notebooks: Das nagelneue Macbook Pro und das Powerbook G4/667 von 2002. Viel neue Technik wurde in dieser Zeit entwickelt, aber: Was hat sie dem Nutzer gebracht? Welcher Rechner funktioniert im Alltag besser? Ein Selbstversuch mit tragischem Ende.

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Matthias Kremp

Manchmal denke ich, mein Powerbook und ich sind fast wie ein altes Ehepaar. Acht Jahre gehen wir schon gemeinsam durchs Leben. Vieles haben wir erlebt: Die Ausläufer der Dotcom-Krise, Messebesuche in Übersee, das Schreiben des Netztickers vom Campingplatz an der Nordsee aus und zahllose Tage im Home Office. Gelangweilt haben wir uns dabei nie, Probleme gab es selten. Außer vielleicht damals, als die Netzabdeckung auf Eiderstedt so schlecht war, dass ich das als Mobilmodem genutzte Handy auf den Mast eines Surfbretts montieren musste, um ins Netz zu kommen. Gut dass ich einen Bluetooth-USB-Stick dabei hatte, denn Bluetooth ist bei dem alten Recken nicht eingebaut.

Ansonsten aber war es damals, als ich es Anfang 2002 im Apple Store bestellte, State-of-the-Art. Angetrieben von einem 667 MHz G4 PowerPC-Prozessor, bestückt mit 256 MB Arbeitsspeicher und einer 30 GB Festplatte markierte das nach seinem Blechgehäuse "Titanium" genannte Notebook damals die Krone der Technikschöpfung.

Damals. Bei seinem aktuellen Nachfolger, dem Macbook Pro mit Intel Core-i7-Prozessor, liest sich das alles ganz anders. Der Prozessor tickt mit 2,66 GHz, also viermal schneller als jener des Powerbook. Außerdem hat er zwei echte und zwei virtuelle Rechenkerne, kann auf vier Gigabyte Arbeitsspeicher und eine 500-GB-Festplatte zugreifen.

Das müsste doch einen gewaltigen Unterschied ausmachen, dachte ich mir. Oder vielleicht doch nicht? Um das herauszufinden habe ich die beiden Boliden eine Woche lang im Alltag gegeneinander antreten lassen, mal das eine, mal das andere benutzt, viele Dinge ausprobiert und einige Testprogramme auf die Beiden losgelassen.

Das neue ist fast ein Schnäppchen, irgendwie

Dabei fiel mir schon im Vorfeld auf: Gemessen an meinem alten Powerbook ist das moderne Macbook Pro schon fast ein Schnäppchen. Der Titanium-Laptop hätte mich, inklusive W-Lan-Router, 2002 rund 3500 Euro gekostet. Gut, dass es damals ein günstiges Leasing-Programm gab. Nach knapp drei Jahren konnte ich es für seinen damaligen Restwert von etwa 400 Euro aus dem Leasing-Vertrag freikaufen. Aber auch das ist schon wieder fünf Jahre her.

Das aktuelle 15-Zoll-Macbook-Pro in der getesteten Top-Ausstattung kostet dagegen 2149 Euro. Man möchte fast sagen "nur" 2149 Euro, aber das wäre übertrieben: Die Welt hat sich inzwischen verändert, die Preise für mobile Computer sind seit Jahren im Sinkflug, so dass das aktuelle Modell mehr als 1000 Euro billiger ist als sein Urahn. In Relation zum allgemeinen Preisniveau des Laptop-Marktes bietet Apple noch immer keine Sonderangebote.

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 209 Beiträge
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gerdus 12.05.2010
1. Display
Mag sein, dass das alte Display mittlerweile etwas dunkler ist, dafür spiegelt es aber nicht und ist somit viel besser lesbar. Schön, wie man im Macbook den Fotografen sehen kann...
dale_gribble 12.05.2010
2. .
Komisch. Mein PB G4 hat Bluetooth. Gabs das tatsächlich ohne?
Leeuw 12.05.2010
3. Festplatte
Zitat von sysopAcht Jahre trennen diese Notebooks: Das nagelneue Macbook Pro und das Powerbook G4/667 von 2002. Viel neue Technik wurde in dieser Zeit entwickelt, aber: Was hat sie dem Nutzer gebracht? Welcher Rechner funktioniert im Alltag besser? Ein Selbstversuch mit tragischem Ende. http://www.spiegel.de/netzwelt/gadgets/0,1518,692936,00.html
Ich habe auch noch ein solches PB, Scharniere gebrochen, Monitor dunkel. Kann man aber immer noch an einen externen Bildschirm anschliessen, läuft fabelhaft.
dafire 12.05.2010
4. multithreading
{quote]Mit seinen zwei Rechenkernen, die sich durch das sogenannte Multithreading wie vier Chips verhalten, blüht es bei solchen anspruchsvollen Aufgaben erst richtig auf.{/quote] Gemeint ist hier vermutlich Hyperthreading.
doctor manhattan 12.05.2010
5. Ja…
das Teil hatte ich auch, damals. War so sensationell Flach, nach den Plastikschüsseln der Lombards und Wall Streets. War eine gute Zeit mit dem Titanium. Jetzt sitze ich am aktuellen15incher, und schaue ihm beim automatischen Wechsel der Grafikkarten zu ;))
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