LG Optimus Vu im Test: Riese mit Griffel

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Digitaler Handy-Notizblock: Das ist das LG Optimus Vu Fotos
SPIEGEL ONLINE

Wer sich mit dem Optimus Vu zeigt, darf nicht schüchtern sein: Mit fünf Zoll Diagonale und einem ungewöhnlichen Bildformat hat es Riesenmaße, ist zum Telefonieren aber unhandlich. Für handschriftliche Notizen liegt ein Spezialstift bei - nur ein Gimmick oder echt nützlich?

Offensichtlich will LG mit dem Optimus Vu dem Galaxy Note II von Samsung Konkurrenz machen: Genau wie das Samsung-Gerät ist es deutlich größer als andere Handys und wird mit einem Stift geliefert, mit dem man auf dem Display schreiben und zeichnen kann. Eben dieser Stift wirkt hier allerdings sehr aufgesetzt.

Das fängt schon damit an, dass es keine Möglichkeit gibt, den Stift direkt am Handy zu befestigen. Man muss ihn also immer extra transportieren und läuft damit Gefahr, ihn zu vergessen oder zu verlieren. Ein großer Verlust wäre das freilich nicht. Zum einen ist der LG-Stift deutlich weniger sensibel als das Modell von Samsung, zum anderen liefert LG nur eine einzige stiftkompatible App, einen Notizblock, mit. Außerdem kann man Screenshots bemalen, die per Druck auf eine der Handytasten erstellt werden.

Abgesehen davon handelt es sich beim Vu hinsichtlich seiner Software und Fähigkeiten um ein typisches Android-Smartphone der Oberklasse. Sein Nvidia Quadcore-Prozessor ist mit 1,5 GHz getaktet, auf unserem Testgerät war die Android-Version 4.0.4 installiert.

Zusätzlich hat der Hersteller diverse eigene Apps aufgespielt, zu denen eine Datentausch-App, eine NFC-App und LGs Onlineshop Smartworld gehören. Die 8-Megapixel-Kamera macht farbstarke Aufnahmen, die in der 100-Prozent-Ansicht allerdings deutliche Kompressionsartefakte aufweisen. Mit 32 GB Speicher ist das Vu ab Werk gut bestückt. Allerdings ist kein Steckplatz für Erweiterungskarten vorhanden. Ebenso mag es manchem Anwender sauer aufstoßen, dass der Akku nicht wechselbar ist. Die Rückseite des LG-Handys ist fest verschlossen, der Stromspeicher nicht erreichbar.

Klebe-Technik

Bezüglich der Vernetzung gibt das Vu ein weitgehend positives Bild ab. Es beherrscht schnelles W-Lan, das sparsame Bluetooth 4.0 und mobilen Datenfunk bis HSPA+ (21 Mbit/s). Nur auf LTE-Technik muss man verzichten. Dafür hält der Akku erfreulich lange durch, übersteht mühelos einen normalen Arbeitstag.

Eine wirklich gute und zum Nachahmen empfehlenswerte Idee hatten LGs Produktentwickler, als sie dem Vu ein paar NFC-Tags beilegten: Aufkleber, die einen passiven Funkchip in sich tragen. Viele Anwender fragen sich ja, was sie mit der NFC-Funktechnik ihrer Smartphones anfangen sollen, denn Anwendungen dafür gibt es kaum. Einige Hersteller legen ihren Android-Handys deshalb Blanko-NFC-Tags bei, die wohl oft ungenutzt bleiben.

Dem LG hingegen liegen drei vorprogrammierte Tags bei, die das Gerät in einen Nacht-, Auto- oder Büromodus schalten, wann man mit dem Handy in ihre unmittelbare Nähe kommt. Nebenbei zeigt LG, das NFC-Tags keine starren Metall oder Kunststoffplatten sein müssen und liefert die Tags als Aufkleber, so dass man sie an Nachttisch, Pkw-Konsole und Büroschreibtisch kleben kann.

Eine Frage des Formats

Ein Manko und zugleich das Alleinstellungsmerkmal des Vu ist seine Form. Mit fünf Zoll Bildschirmdiagonale folgt es eigentlich dem Trend zu Riesenhandy, treibt den aber mit seinem Seitenverhältnis von 4:3 auf die Spitze. Es ist deutlich breiter als die meisten Handys, zeigt auf seinem Display aber nur magere 1024 x 768 Pixel an. Hinsichtlich der Pixeldichte kann es mit hochauflösenden Bildschirmen wie dem des iPhone 5 nicht mithalten. Dass es trotzdem gefällt, liegt an der IPS-Technik, die LG hier verwendet. Die sorgt für knackige Farben und Kontraste und in Kombination mit einer starken Hintergrundbeleuchtung dafür, dass der Bildschirm auch bei Sonnenlicht gut ablesbar bleibt.

Die ungewöhnliche Kombination aus Größe und Seitenverhältnis sorgt aber auch dafür, dass man beim Halten des Vu selbst mit großen Händen das Gefühl hat, zu kurze Finger zu haben. Eine einhändige Bedienung ist nicht möglich, das Handy als Telefon am Ohr zu halten, wirkt ungelenk, weil es immer zu groß erscheint. Ein Bluetooth-Headset sollte man sich zu diesem Handy gönnen. Und eine Tasche, um es zu transportieren, denn in Hosentaschen passt es nicht, und Hemdtaschen beult es mit seinen 170 Gramm zu sehr aus.

Vorteile und Nachteile

Großer, farbstarker Bildschirm

Schneller Prozessor

Gute Akkulaufzeit

Gute NFC-Anwendung

Relativ schwer

Unhandliche Maße

Nicht erweiterbarer Speicher

Geringe Bildschirmauflösung

Fazit

Das Optimus Vu ist ein Mobiltelefon für Menschen, die Notizen eigentlich gerne auf Papier schreiben, aber nicht auf den Komfort und die Möglichkeiten eines Smartphones verzichten mögen. Mit den ungewöhnlich großen Maßen und dem hohen Gewicht muss man sich dann offenbar abfinden. Ein echter Nachteil ist, dass der Zeichenstift nicht am Gerät selbst befestigt werden kann. Zur Not kann man zwar auch mit den Fingern auf dem Bildschirm malen, wirklich gut sehen die Ergebnisse aber nicht aus.

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insgesamt 16 Beiträge
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1. lol
Hipster 06.02.2013
Zitat von sysopHinsichtlich der Pixeldichte kann es mit hochauflösenden Bildschirmen wie dem des iPhone 5 nicht mithalten.
Warum muss hier verdammt noch mal immer das iPhone herangezogen werden, wenn es um Smartphonetests geht? Apple ist doch, was die Pixeldichte anbelangt, schon lange keine Referenz mehr ...
2. Bild Nr. 10 Größe?
Sandkastenrebell 06.02.2013
Müsste es nicht eher heissen: "Gegen das iPhone 5 wirkt fast jedes Handy gross!" :D
3. Na ja...
CallaYa!com 06.02.2013
Bei allem, was ich bisher bei Freunden an Handys aus dem Hause LG gesehen habe und den Frust, den die Freunde im Laufe der Zeit bekamen, wird auch dieses Modell dem Nutzern keine Freude bereiten. Nicht alles, was billiger als Samsung ist, muss trotzdem konkurrenzfähig sein. Wie LG. Ob die es jemals schaffen, ein wirklich gutes Handy zu bauen?
4. Herrlich
breuer.66 06.02.2013
Zitat von sysopWer sich mit dem Optimus Vu zeigt, darf nicht schüchtern sein: Mit fünf Zoll Diagonale und einem ungewöhnlichen Bildformat hat es Riesenmaße, ist zum Telefonieren aber unhandlich. Für handschriftliche Notizen liegt ein Spezialstift bei - nur ein Gimmick oder echt nützlich? Angefasst: Das LG Optimus Vu im Test - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/netzwelt/gadgets/angefasst-das-lg-optimus-vu-im-test-a-879537.html)
Ich lese mittlerweile am liebsten die Kommentare auf die Artikel von Herrn Kremp. Es dauert nie lange, und sofort kommen diejenigen aus Ihren Löchern gekrochen, die sich wieder an einem Vergleich mit dem bösen iPhone ereifern und rumgeifern, daß die Galle hochquillt. Herrlich!!! Lieber Herr Kremp, bitte so weitermachen, immer irgendwie einmal im Artikel Apple (huch, ACHTUNG:BÖSE) oder iPhone nennen, und schon haben Sie die Komiker an Bord! :-)
5. Nachdenken
blowup 06.02.2013
Mit den Riesenmaßen ist das so eine Sache. Ich denke, auch 5 Zoll sind fürs Telefonieren zu groß, fürs richtige Surfen oder als Reader zu klein. Für mich habe ich jetzt die optimale Lösung gefunden. Ein Galaxy S2 mit dem man zur Not auch beim Surfen gut zurecht kommt und das alles bietet, was man braucht. Dazu dann ein Nexus 7 Zoll Tablet. Da kann man wirklich auch mal ein Stündchen im Internet unterwegs sein. Das Beste: Beides zusammen kostet weniger als viele der Top-Modelle und bietet letztlich mehr.
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Technische Daten
Hersteller/ Modell LG
Modell Optimus Vu
Maße (Zentimeter) 140 x 90 x 9 mm
Gewicht 170 Gramm
Sprechzeit bis zu 420Min.
Standby bis zu 460 Std.
Display-Diagonale 5 Zoll
Display-Auflösung 1024 x 768
Prozessor 1,5 GHz Quadcore
Arbeitsspeicher 1 GB
Massenspeicher 32 GB
Speichererweiterung keine
Kamera 8 Megapixel
Betriebssystem Android 4.0.4
Besonderheiten Bildschirm im 4:3-Format, Stift
Preis ca. 450 Euro


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