Dell Alienware X51: Dieser PC lehrt Xbox und PS3 das Fürchten
Spiele-PC müssen nicht groß sein: Dell hat unter seiner Gamer-Marke Alienware jetzt einen Rechner für Gamer im Angebot, der es trotz Kleinformat mit PC-Türmen und Spielkonsolen aufnehmen soll. Wir haben das Gerät und seine bunten Lämpchen dem Wohnzimmertest unterzogen
Gamer-PC müssen keine riesigen, schweren und vehement lärmenden Blechkisten sein - zumindest will Dell das jetzt beweisen. Der neue Spiele-PC Alienware X51 ist nicht größer als eine XBox 360, wiegt nur rund fünfeinhalb Kilo und passt waagerecht sogar ins TV-Regal. Eine ernsthafte Alternative zu Spielkonsolen ist er trotzdem nicht.
An Rechenleistung mangelt es ihm nicht. Je nach Wunsch kann man ihn mit dem Intel-Dualcore-Prozessor Core-i3 ab 799 Euro, mit dem Quadcore-Chip i5 ab 949 oder mit dem Core i7 ab 1099 Euro bestellen. Dell pflastert den Online-Bestellvorgang allerdings mit etlichen Zusatzangeboten, so dass man aufpassen muss, dass am Ende nicht der doppelte Preis auf der Rechnung steht.
Für PC-Spiele besonders wichtig ist allerdings die Grafikkarte, und da lässt Dell sich nicht lumpen. Zwei Nvidia-Modelle stehen zur Auswahl, beide nicht schwachbrüstig, und beide mit 1 GB Speicher üppig bestückt. Dasselbe gilt für die einzige interne Festplatte mit 1 TB Speicherplatz. Den Arbeitsspeicher kann man wahlweise mit vier, sechs oder acht Gigabyte bestücken lassen, Windows 7 ist stets in der Home-Premium-Variante installiert.
Auch mit Blu-ray, aber nicht für jeden
Keine üble Ausstattung also. Für den praktischen Test haben wir den Rechner dort platziert, wo er am besten hin passt: im Wohnzimmer. Per HDMI an einen Full-HD-Fernseher angeschlossen offenbarte sich dabei allerdings erst einmal ein Manko des Komplettsets: Im Karton stecken kabelgebundene Tastatur und Maus. Deren Strippen sind zwar lang, aber nicht lang genug, um eine typische TV-Sofa-Distanz von rund drei Metern zu überbrücken. Für den Einsatz im Wohnzimmer sollte man also eine kabellose Maus/Tastatur-Kombination und entsprechende Game-Controller hinzukaufen.
Damit bestückt, lässt der Rechner wenig zu Wünschen übrig. Für aktuelle Spiele ist er in der getesteten Konfiguration mit 3 GHz Intel Core-i5-Chip und Geforce-GTX-Grafikkarte allemal schnell genug. Bei Highend-Titeln wie "Battlefield 3" muss man allerdings die Darstellungstiefe etwas reduzieren, um eine ruckelfreie Darstellung zu erhalten. Microsofts "Flight" dagegen flog auch dann noch ruhig, wenn wir die Grafikeinstellungen weit nach oben zogen. Im Zweifel kann man sich damit abhelfen, die Bildschirmauflösung von 1080p (Full HD) auf 720p herunter zu schalten. Die Zahl der Pixel, die von der Grafikkarte bewegt werden müssen, wird dadurch halbiert.
Außer als Spielmaschine taugt der X51 auch gut zum Sofa-Surfen am TV. Lästig war in unserem Test nur, dass Fernseher und Rechner nicht vollständig harmonierten, das Bild immer einen Overscan-Effekt zeigte, also der Rand des Desktops über den Bildschirm hinausragte. Grundsätzlich lässt sich der Alienware-PC auch als Videozuspieler nutzen. Das ergibt aber nur bei Filmen von der Festplatte oder beim Streaming aus dem Netz Sinn, da in der Standardausführung nur eine DVD-Laufwerk enthalten ist. Einen Blu-ray-Player bekommt man optional nur in der Highend-Variante gegen 110 Euro Aufpreis, oder wenn man die Mittelklasse-Version im Bundle mit einem 23-Zoll-Monitor für 1099 Euro bestellt, was kein übles Angebot ist.
Volle Dröhnung
Störend, vor allem im Wohnzimmer, können die Lüftergeräusche sein. Wenn die Luftquirle unter deutlich vernehmbarer Anstrengung versuchen, die unter Last anfallende Hitze von Prozessor und Grafikkarte aus dem Gehäuse zu blasen, wird es unangenehm. Nicht wegen der Lautstärke, die sich noch im erträglichen Rahmen hält, sondern weil der Lüfter ein ausgesprochen nerviges Geräusch von sich gibt, wenn er hochdreht.
Um zu verdeutlichen, wie sich das anhört, haben wir mit einem Mikrofon aufgezeichnet, wie sich die Geräuschkulisse des Rechners verändert, wenn er aus dem Ruhezustand in einem Zustand hoher Belastung wechselt (siehe Kasten). Um den Effekt klarer herauszuarbeiten, haben wir das Geräusch aus geringer Entfernung aufgenommen. So nah kommt man dem Computer im Alltag natürlich nicht, weshalb der Geräuschpegel normalerweise bei weitem nicht so deutlich wahrgenommen wird. Dafür vermittelt die Aufnahme einen guten Eindruck von der Klangcharakteristik des Lüfters.
Integrierte Lightshow
Dell bewirbt den Rechner damit, dass das "intuitiv gestaltete Layout im Inneren" es Anwendern ermöglicht, "die Festplatte, Grafikkarte und den Speicher des Systems leicht auszutauschen, was die Zukunftstauglichkeit garantiert." Tatsächlich muss man nicht mehr als eine Schraube lösen, um das Gehäuse öffnen zu können. Aufgrund der drangvollen Enge darin ist es aber trotzdem nicht ganz leicht, Komponenten auszutauschen. Dafür muss man die Qualität loben. Alle Bauteile in dem Rechner passen exakt zusammen. Wenn man beispielsweise die Haltevorrichtung der Grafikkarte löst und wieder einbaut, rastet sie nahtlos wieder am vorgesehenen Platz ein.
Das ist gut zu wissen, denn mit seiner Erweiterbarkeit setzt sich der Alienware X51 klar vor die Spielkonsolen, gegen die er antreten soll. Während Xbox und Playstation über Jahre mit weitgehend unveränderter Technik angeboten werden, kann man Dell-Wohnzimmer-PC zumindest über einige Jahre hinweg durch Hardware-Upgrades aktualisieren. Hardcore-Bastler könnten in einigen Jahren gar darauf verfallen, das gesamte Innenleben gegen neue und schnellere Komponenten auszutauschen und nur das ursprüngliche Gehäuse beizubehalten.
Auf Windows warten statt die Konsole starten
Denn das hat etwas, was manchem Spieler ganz besonders gefallen könnte: Mehrere bunt illuminierte Zierblenden und -leuchten. In welchen Farben die aufleuchten, lässt sich per AlienFX-Software für jede Lampe einzeln einstellen. Und wer das gar nicht mag, schaltet die Lightshow einfach aus, was vor allem beim Filme gucken im abgedunkelten Wohnzimmer empfehlenswert ist.
Highend ist der X51 sicher nicht, als Konsolen-Ersatz eignet er sich trotzdem gut. Zumindest, wenn man lieber Windows-Spiele statt Konsolen-Games auf dem großen TV-Bildschirm spielen will und in Kauf nimmt, dass man bei Systemstart einen Weile warten muss, bis Microsofts Betriebssystem von der Festplatte in den Arbeitsspeicher geschaufelt worden ist.
Vor allem aber, wenn man bereits ist, den erhebliche Aufpreis gegenüber den Konsolen zu zahlen. Für die 800 Euro, die der X51 in der kleinsten Ausführung kostet, kann man locker vier Xbox-360-Konsolen oder fast ebenso viele Playstation 3 bekommen.
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- Mittwoch, 21.03.2012 – 11:02 Uhr
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| Dell Alienware X51 | |
| Hersteller | Dell |
| Bezeichnung | Alienware X51 |
| Prozessor | Intel Core i5 |
| Taktfrequenz | 3 GHz |
| Arbeitsspeicher | 8 GB |
| Massenspeicher | 1 TB (1000 GB) |
| Optisches-Laufwerk | DVD+/-RW |
| Grafikkarte | nVidia GeForce GTX 555 |
| Grafikspeicher | 1 GB |
| W-Lan | 802.11a/b/g/n |
| Bluetooth | Nein |
| Ethernet | Gigabit |
| USB 2.0 | 6 x |
| USB 3.0 | 2 x |
| Thunderbolt | Nein |
| Speicherkartenleser | Nein |
| HDMI | Ja |
| DVI | Ja (2 x) |
| Betriebssystem | Windows 7 Home Premium 64 Bit |
| Besonderheiten | Koaxialer und optischer Audioanschluss |
| Preis in dieser Ausstattung | 949 Euro |
| Alle Daten sind Herstellerangaben | |
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