Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.

iPad mini Retina im Test: Klein, scharf, stark

Von

Apple-Tablet im Test: So gut ist das iPad mini Retina Fotos
SPIEGEL ONLINE

Die erste Version des iPad mini konnte mit geringem Gewicht und kompakten Maßen trumpfen, nicht mit Leistung. Diese Scharte soll das neue Modell auswetzen. Wir haben getestet, ob das kleine Apple-Tablet erwachsen wird.

Verkehrte Welt: Apple hat das große iPad kleiner und leichter gemacht, das neue kleine iPad wird aber dicker und schwerer. Allerdings nicht viel. In der von uns getesteten LTE-Version hat es 29 Gramm mehr Gewicht und ein gerade mal 0,3 Millimeter dickeres Gehäuse als das erste iPad mini. Das bemerke ich nicht, wenn ich das Tablet in den Händen halte.

Schwerer ist in dem neuen iPad mini der vergrößerte Akku, er hat statt 17 nun 24 Wattstunden Kapazität. Die braucht das kleine iPad, um den neuen Bildschirm ausleuchten zu können. Der zeigt statt der 1024 x 768 Pixel des alten Modells 2048 x 1536 Pixel auf einem Bildschirm mit 7,9 Zoll Diagonale an. Das sind viermal mehr Pixel als bisher und genauso viele wie das iPad Air auf seinem größeren Display anzeigt. Apple hat für solch hohe Auflösungen die Marketingbezeichnung Retina-Display erfunden. Diese Displays brauchen wegen der vielen Pixel mehr Licht als bisher, um hell genug zu leuchten, was wiederum mehr Strom als bisher verbraucht.

Im direkten Vergleich kann ich kaum einen Unterschied zwischen den Homescreens des neuen und alten iPad mini erkennen. Erst durch die Lupe betrachtet zeigt sich, dass im neuen Modell ein ganz anderes Display steckt. Nur bei hoher Vergrößerung sind Pixel zu erkennen (siehe Fotostrecke). Wie sich das im Alltag auswirken kann, merke ich beim Schauen eines Full-HD-Films. Der wirkt auf dem Retina-Display klarer und schärfer als auf dem alten Bildschirm.

Viel drastischer zeigt sich der Unterschied bei einigen Spielen, die bereits für die hohe Auflösung angepasst worden sind. In der Autorennsimulation "Real Racing 3" sind mehr Details in der Landschaft und bei Fahrzeugen zu erkennen. Dasselbe gilt für "Infinity Blade 3", das auf dem Retina-Display des neuen iPad mini deutlich schärfer wirkt und feinere Grafikeffekte zeigt.

Mehr Speed

Spürbar ist bei diesen Spielen auch, dass das neue iPad mini schneller geworden ist als sein Vorgängermodell, sehr viel schneller. Baute Apple in die erste Version des kleinen iPads noch einen A5-Prozessor ein, wie er auch im iPad 2 verwendet wurde, wird die aktuelle Version mit Retina-Display mit dem A7 bestückt, den man aus dem iPhone 5s und dem iPad Air kennt. Der Unterschied ist gewaltig, denn zwischen diesen Chips gab es noch A5X, A6 und A6X. Auf dem Datenblatt liest sich das so: Während der A5 mit 1 GHz Taktfrequenz und 512 MB Arbeitsspeicher arbeitet, hat der A7 doppelt so viel Speicher und eine auf 1,29 GHz angehobene Arbeitsfrequenz. Außerdem arbeitet er mit 64 Bit statt 32 Bit.

Fotostrecke

8  Bilder
iFixit: So sieht das iPad mini mit Retina-Display innen aus

Leistungs-Testprogramme wie Geekbench 3 errechnen, dass in dem neuen Apple-Tablet fünfmal mehr Rechenleistung steckt als im ersten iPad mini. In den vielen alltäglichen iPad-Apps merkt man davon freilich herzlich wenig. Eine E-Mail kann eben nicht schneller werden, wenn sie von einem 64-Bit-Prozessor verarbeitet wird und einen Text kann man damit auch nicht fixer schreiben. Aufwendige Spiele hingegen profitieren deutlich von der zusätzlichen Leistung. "Real Racing 3" beispielsweise, weil es auf dem kleinen Tablet jetzt ebenso geschmeidig läuft wie auf dem großen iPad Air, während es auf dem ersten iPad mini spürbar ruckelt. Ein weiteres Beispiel ist Apples Musik-App Garageband, mit der man auf dem iPad mini Retina bis zu 32 Tonspuren aufzeichnen kann. Damit wird das Apple-Tablet zum kleinsten Tonstudio der Welt. iPads ohne A7-Prozessor können nur halb so viele Tonspuren verarbeiten.

Noch reizen nur wenige Apps die Leistung des 64-Bit-Chips aus. Sein volles Potential wird er erst in Zukunft ausspielen.

Zehn Watt mehr

Neben den beiden großen Fortschritten - mehr Leistung und mehr Pixel - hat sich beim iPad mini Retina nur wenig gegenüber dem Vorgänger geändert:

  • Die Chat-Kamera (Apple nennt sie Facetime HD Kamera) ist etwas besser geworden. Bei 1,2 Megapixel Auflösung hat sie jetzt einen von hinten beleuchteten Foto-Chip (die lichtempfindliche Fläche ist größer als bei herkömmlichen Sensoren), der vor allem bei wenig Licht dafür sorgt, dass man im Chat besser aussieht - oder bessere Selbstporträts knipsen kann.
  • Das W-Lan-Modul wurde aufgewertet, beherrscht jetzt die sogenannte MIMO-Technologie (Multiple Input, Multiple Output), mit der die Übertragungsrate im Vergleich zum Vorgänger theoretisch verdoppelt werden kann.
  • Das LTE-Modul beherrscht jetzt mehr Frequenzbänder, so dass sich das neue iPad laut Apple mit allen deutschen LTE-Mobilfunknetzen verbinden kann.
  • Löblich ist, dass Apple jetzt anstelle eines Fünf-Watt-Netzteils ein Zehn-Watt-Modell mitliefert, das den Akku schneller auflädt. Ohne Steckdose hielt das iPad mini in unserem Test durchschnittlich zehn Stunden durch. Aufwendige Spiele können den Energiespeicher aber auch schneller leersaugen.

Fazit

Das iPad mini mit Retina-Display ist das bisher beste iPad. Es bietet genauso viel Leistung und die dieselbe hohe Bildschirmauflösung wie das iPad Air, ist dabei aber klein und leicht genug, so dass man es immer dabei haben kann. Außerdem kostet es 90 Euro weniger.

Vorteile und Nachteile

Geringes Gewicht

Gelungenes Design

Sehr guter, hochauflösender Bildschirm

Sehr hohe Leistung

Viele kostenlose Apps im Lieferumfang

Optional schnelles LTE

Hoher Preis

Hohe Aufpreise für mehr Speicher und LTE

Billig ist es deshalb aber nicht. Für das kleinste Modell mit 16 GB und W-Lan verlangt Apple 389 Euro. Vergleichbare Android-Tablets mit hochauflösendem 7-Zoll-Bildschirm, wie der Kindle Fire HDX und das Nexus 7, bekommt man für 160 Euro weniger. Noch deutlicher wird der Preisunterschied, wenn man mehr Speicher und LTE haben möchte.

Newsletter
Games und Gadgets: Die Welt digital
Diesen Artikel...
Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 79 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1. Es zieht mit der Konkurrenz gleich
chagall1985 21.11.2013
Und das auch nur wenn ich den Speicher aussen vor lasse. Bislang war es technisch veraltet und sehr teuer. Jetzt ist es nur noch sehr teuer. Wenn ich es mit halbwegs brauchbarem Speicher haben will ist es nach wie vor eine Frechheit. Trotzdem viel Spass den Käufern ist ja ein freies Land :-)
2. und weiter...?
intex_#0 21.11.2013
Wie wäre es mit einem (zumindest kleinen) Vergleich zu den anderen Tabletts, wenn sie schon schreiben, dass es Android Geräte gibt, die 160€ günstiger sind? Ein reiner Preisunterschied klingt erstmal toll, aber bringt mir am Ende recht wenig, wenn es nicht so gut ist wie ersteres Gerät. Und mit Vergleich meine ich nicht: Das Android Tablett läuft bei 2,3 GHz, hat 2 GB Arbeitsspeicher, das iPad Mini 1,4 GHz und 1 GB Ram, damit ist das Android Gerät XY besser. Weil das ist totaler Bullshit! Ich meine eher etwas wie: Man zahlt bei Apple für Material und Betriebssystem, und nicht für reine Hardware Zahlen wie Bildschirmgröße, Prozessortaktung und Arbeitsspeicher....!
3. Bildschirm
exkeks 21.11.2013
Wer selbst bei nebeneinander liegenden iPads nicht den Unterschied zwischen Retina und nicht-Retina erkennt, braucht das neue iPad mini vermutlich nicht. Ein für Fotografen und Grafiker wichtiger Unterschied zum iPad Air ist der Umstand, dass das iPad mini immer noch nicht den vollen sRGB-Farbraum abdeckt.
4. Pixelwahn
Luke1973 21.11.2013
Erinnert mich langsam an das Wettrüsten der Digicams. Ich kann jedenfalls keinen Unterschied zwischen 160 und 325 dpi erkennen. Und Full-HD-Filme auf einem 7-Zoll-Display? Was soll das? Full-HD-Filme guckt man auf einem 50-Zöller oder einer 100-Zoll-Leinwand.
5. Qualität...
lars_w 21.11.2013
1. "Im direkten Vergleich kann ich kaum einen Unterschied zwischen den Homescreens des neuen und alten iPad mini erkennen. Erst durch die Lupe betrachtet zeigt sich ..." -> Es ist ein Unterschied wie Tag und Nacht. Wie man das nicht erkennen kann (als Hardwaretester!), ist mir ein Rätsel. Zumal das Retina Display in bisherigen SPON-Tests auch immer (zu Recht) als dramatische Verbesserung gegenüber den grobpixeligen alten Displays dargestellt wurde. Dass man den Unterschied auf dem noch viel grobpixeligeren, aus großem Abstand gemachten "Beweisfoto" nicht erkennt, ist klar. 2. "Leistungs-Testprogramme wie Geekbench 3 errechnen, dass in dem neuen Apple-Tablet fünfmal mehr Rechenleistung steckt als im ersten iPad mini. In den vielen alltäglichen iPad-Apps merkt man davon freilich herzlich wenig." -> Man merkt es bei jeder App. Das alte iPad mini hakt ständig, insbesondere beim App Store kann man Kaffee kochen, bis die Seiten aufgebaut sind. Beim neuen läuft alles flüssig. Auch hier ist es mir ein Rätsel, wie man das nicht bemerken kann. 3. Die Diskussion über das geringe Farbspektrum des neuen iPad mini (color gamut) und die Probleme bei der Displayherstellung (image retention etc.) wird nicht mal erwähnt. Dabei ist das ein Kernargument gegen das iPad mini und für das iPad Air. Sollte man als Hardwaretester schon mitbekommen haben.
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    

© SPIEGEL ONLINE 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



Technische Daten
Hersteller Apple
Bezeichnung iPad mini Retina
Betriebssystem iOS 7
Prozessor Apple A7, 1,29 GHz
Arbeitsspeicher 1 GB
Massenspeicher 16/32/64/128 GB
Displaygröße 7,9 Zoll
Displayauflösung 2048 x 1536
W-Lan 802.11a/b/g/n
Bluetooth 4.0
NFC Nein
HDMI Nein
Mobilfunk Optional (LTE)
Speicherkarten Nein
Webcam 1,2 Megapixel (720p)
Digitalkamera 5 Megapixel (1080p)
Gewicht 331/341 Gramm
Abmessungen 200 x 135 x 8 mm
Preis mit W-Lan ab 389 Euro
Preis mit W-Lan und Mobilfunk ab 509 Euro
Alle Daten sind Herstellerangaben


Anzeige
  • Christian Stöcker:
    Spielmacher

    Gespräche mit Pionieren der Gamesbranche.

    Mit Dan Houser ("Grand Theft Auto"), Ken Levine ("Bioshock"), Sid Meier ("Civilization"), Hideo Kojima ("Metal Gear Solid") u.v.a.

    SPIEGEL E-Book; 2,69 Euro.

  • Bei Amazon kaufen.
Der kompakte Nachrichtenüberblick am Morgen: aktuell und meinungsstark. Jeden Morgen (werktags) um 6 Uhr. Bestellen Sie direkt hier: