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Übergroße Smartphones: Das können die neuen XXL-Handys

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Fast so groß wie Tablets: Handys mit Übergröße Fotos
SPIEGEL ONLINE

Sie sind schwer, unhandlich - aber enorm populär: Mobiltelefone mit Übergröße. Wir haben vier sehr unterschiedliche Geräte ausprobiert. Eines erreicht fast den Umfang eines Tablets.

Samsung prescht vor. Mit dem Galaxy Note 3 hat der Konzern gerade die dritte Version seines XXL-Handys mit Stiftbedienung auf den Markt gebracht - und ist damit außerordentlich erfolgreich. Im ersten Monat nach Verkaufsstart wurden mehr als fünf Millionen Exemplare des Großbildschirm-Handys ausgeliefert.

Klar, dass auch andere Hersteller diesen Trend erkannt haben und ähnliche Geräte anbieten. Wir haben drei Geräte mit Display-Diagonalen zwischen 5,7 und 6,4 Zoll ausprobiert und ihnen zum Vergleich das Retro-Telefon The Brick zur Seite gestellt, das zwar ähnlich groß ist, aber mit ganz anderen Vorzügen aufwartet als die Phablets. So nennt man Mobiltelefone, die zu groß sind, um noch Handy, aber zu klein, um schon Tablet zu sein.

Samsung Galaxy Note 3

Das Note 3 hat Samsung nach dem Motto "klotzen statt kleckern" gebaut. Sein Bildschirm ist 5,7 Zoll groß, hell und kontrastreich, der Quadcore-Prozessor mit 2,3 GHz schneller als bei den meisten Smartphones und der Arbeitsspeicher mit drei Gigabyte einigermaßen üppig bestückt. In Benchmark-Tests erreicht das Note 3 höhere Werte als irgendein anderes Smartphone - auch weil Samsung den Prozessor in Testprogrammen offenbar schneller laufen lässt als in anderen Apps. In der Praxis gab es aber nichts zu meckern, alles lief flüssig, und der Browser baute Webseiten zügig auf.

Die hohe Leistungsfähigkeit braucht das Note 3 allerdings auch, um seine vielen Zusatzfunktionen und vor allem die Bedienung per Stift zu ermöglichen. Schließlich ist es der Stift, mit dem man Notizen auf den Bildschirm schreiben, Bildschirmfotos machen oder Aktionen auslösen kann, der typisch für die Note-Serie ist. Er funktioniert problemlos und erleichtert Notizblockbenutzern den Umstieg aufs Smartphone.

Ein besonderes Gimmick ist die 4K-Videofunktion des Note 3. Wo andere Smartphones Videos noch in Full HD (1920 x 1080) aufnehmen, zeichnet das Samsung Bewegtbilder in Ultra-HD-Auflösung (3840 x 2160) auf. Diese UHD-Videos machen auch einen guten Eindruck, doch für die meisten Anwender dürften sie noch technischer Overkill sein. Ein Fernseher, der diese Auflösung anzeigen kann, kostet derzeit ab 3000 Euro. Außerdem sind 4K-Videos Speicherfresser. Pro Minute belegen sie mehr als 300 Megabyte.

HTC One Max

Das One Max sieht genau so gut aus wie das HTC One, nur größer und dicker. Außerdem besteht es nur teilweise aus Aluminium und basiert auf einem Kunststoffkern. Erklärungsbedürftig ist, weshalb der Rückendeckel zwar abnehmbar, der Akku aber nicht austauschbar ist. Einzig die Steckplätze für Sim- und Speicherkarte sind hier erreichbar.

Mehr Sicherheit und Komfort soll, wie beim iPhone 5s, ein Fingerabdrucksensor bringen. Er kann anstelle eines Zahlencodes zum Entsperren des Handys genutzt werden. Anders als beim iPhone befindet sich der HTC-Sensor auf der Rückseite. Das hat zur Folge, dass man öfter mal mit dem Finger daneben greift und statt des Sensors das Kameraobjektiv erwischt. Im Test erkannte der Scanner den hinterlegten Fingerabdruck oft erst beim zweiten oder dritten Versuch.

Der 5,9-Zoll-Bildschirm des HTC könnte gerne kräftiger leuchten. Die 4,3-Megapixel-Kamera nutzt dieselben besonders großen Fotosensoren wie ihr Gegenstück im One. HTC nennt das Ultrapixel. Die Bildqualität ist gut, wenn auch nicht hervorragend. Bei Aufnahmen mit langen Belichtungszeiten sowie bei Videodrehs fehlt der optische Bildstabilisator, den HTC hier eingespart hat.

Sony Xperia Z Ultra

Mit 6,4 Zoll ist das Xperia Z Ultra das größte Handy im Vergleich - und kommt 7-Zoll-Tablets wie dem Nexus 7 schon sehr nahe. Wie alle neuen Xperia-Modelle ist es wasserfest und staubdicht. Als Outdoor-Handy bietet es sich dennoch nicht an, weil es mit seinem Hochglanz-Design zum Verkratzen neigt und mit nur 6,5 Millimetern zwar schön dünn, aber möglicherweise auch etwas zerbrechlich ist.

Der Sony-Bildschirm zeigt schöne kräftige Farben und ein tiefes Schwarz an, eignet sich gut für Fotos und Videos. Die 8-Megapixel-Kamera knipst detailreiche, scharfe Bilder. Als Besonderheit gibt es die Möglichkeit, Skizzen oder Notizen mit einem Stift auf das Display zu zeichnen. Einen Spezialstift wie beim Note 3 braucht man dafür nicht. Das Schreibgerät sollte aber eine leitfähige Spitze haben. Im Test funktionierten Bleistifte bestens, Kugelschreiber dagegen kaum.

Binatone The Brick

Fans der achtziger Jahre bekommen beim Anblick dieses Telefons Freudentränen. Mit Telefonen, die so ausgesehen haben, telefonierte schon TV-Bösewicht J.R. Ewing in der Serie "Dallas". Als einziges Gerät im Test lässt es sich einhändig bedienen, als einziges hat es keinen Touchscreen, sondern einen knallbunt leuchtenden 1,8-Zoll-Farbbildschirm mit nicht mehr als 128 x 160 Pixeln. Telefonnummern und Texte gibt man - wie früher - über ein Tastenfeld ein. Einen Webbrowser sucht man ebenso vergebens wie eine E-Mail-App. Kommuniziert wird bei diesem Handy per Sprache, SMS oder MMS.

Im Gegenzug für diesen Verzicht werden bis zu drei Monate Standby und 28 Stunden Sprechzeit versprochen. Und man kann sicher sein, aufzufallen, wenn man das klobige Telefon in der U-Bahn aus der Tasche zieht.

Weil man damit aber kein Smartphone ersetzen kann, bietet es sich an, den Brick per Bluetooth als externen Telefonhörer an ein moderneres Handy anzuschließen. So kann man einerseits Web und E-Mail wie gewohnt nutzen, andererseits ganz retro telefonieren. Kleiner Zusatznutzen: Über eine USB-Buchse kann man sein Smartphone am Akku des Brick aufladen.

XXL-Handys im Vergleich
Hersteller Samsung HTC Sony Binatone
Modell Galaxy Note 3 One Max Xperia Z Ultra The Brick
Maße (Millimeter) 151 x 79 x 8 165 x 83 x 10 179 x 92 x 7
Gewicht 168 Gramm 217 Gramm 212 Gramm
Sprechzeit bis zu 21 Std. bis zu 28 Std. bis zu 16 Std. bis zu 28 Std.
Standby bis zu 420 Std. bis zu 585 Std. bis zu 820 Std. bis zu 3 Monate
Display-Diagonale 5,7 Zoll 5,9 Zoll 6,4 Zoll 1,8 Zoll
Display-Auflösung 1920 x 1080 1920 x 1080 1920 x 1080 128 x 160
Prozessor 2,3 GHz Quadcore 1,7 GHz Quadcore 2,2 GHz Quadcore k.A.
Arbeitsspeicher 3 GB 2 GB 2 GB k.A.
Massenspeicher 32 GB 16/32 GB 16 GB keiner
Speicher-
erweiterung
bis zu 64 GB bis zu 64 GB bis zu 64 GB Ja
Kamera 13 Mpx 4,3 Mpx 8 Mpx keine
Mobilfunk-
technik
HSPA+, LTE HSPA+, LTE HSPA+, LTE GPRS
W-Lan 802.11a/b/g/n/ac 802.11a/b/g/n/ac 802.11a/b/g/n/ac Nein
Bluetooth 4.0 4.0 4.0 Ja
Betriebssystem Android 4.3 Android 4.3 Android 4.2 k.A.
Besonderheiten Stiftbedienung Fingerabdrucksensor Wasserfest Keine
Preis 749 Euro 699 Euro 599 Euro 99 Euro
Alle Daten sind Herstellerangaben

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insgesamt 43 Beiträge
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1. Sehr duerftiger Artikel, bringt praktisch nicht Neues ausser
hdudeck 12.11.2013
einer Anzahl aneinandergereiter Daten, die so schon lange bekannt sind. Und dann das Binatone The Brick?? Was soll das denn nun hier im Vergleich? Warum nicht gleich mit noch etwas aelteren vergleichen. Mann Mann, so einen dueftigen Test/Vergleich hab ich schon lange nicht mehr gelesen.
2.
barlog 12.11.2013
3 Monate Standby beim Brick sind ja wirklich mal ein echter Fortschritt auf dem Handymarkt. Aber die Sprechzeit ist auch nicht länger als beim HTC-Brett ? Hier besteht noch Entwicklungsbedarf.
3. Nokia 1510
Ottokar3 12.11.2013
Es wäre spannend auch das neue Nokia 1520 in den Vergleich mit einzubeziehen. Es ist das neuste Phablet auf dem Markt und das erste mit Windows Phone 8. Es würde mich interessieren wie es sich im Vergleich mit der etablierten Konkurrenz schlägt.
4.
DMenakker 12.11.2013
Mein Gottchen, noch nie soviel Schrott auf einmal gesehen. Wenigstens taugen die Riesenbretter noch dazu die fetten Ärsche der Generation Sesselpupser zu verdecken, wenn man sie in die Gesässtasche steckt. Ich brauch ein Handy in erster Linie zum Telefonieren, ab und an mal eine SMS. In ganz ganz seltenen Fällen muss ich auch mal online um auf irgendwelche Daten zurückzugreifen. Zum echten Surfen sind die Dinger ja immer noch der Witz. Dafür gibts laptops oder gerne auch kleinere Netbooks. Hätte jemand vor ein paar Jahren diese Entwicklung vorhergesagt, wäre er sicher nicht zu unrecht in der Gummizelle gelandet. Heute verkaufen sich Geräte, die unpraktisch gross sind und nix richtig können ( mit den Monstern wird ja sogar telefonieren zur Qual ) in Megamengen für überteuertes Geld. Erklären kann ich mir das ganze nur noch mit einer schon pathologischen Abhängkeit von facebook, youtube und ähnlichem online Müll. Die kleine Hasstirade musste jetzt einfach mal raus. Just my 2 cents.
5.
peddersen 12.11.2013
.....ich weiß jetzt nicht, ob die Teile wirklich praktisch sind - ich brauch sowas eh nicht. Allerdings finde ich es erfrischend, daß man mal erkennt, daß irgendwas auch mal ZU KLEIN sein kann. z.B. mein jetziges Telefon. Meine Hand macht den Miniatisierungsprozess nicht endlos mit.
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