Samsung Galaxy Xcover 2: Smartphone fürs Schlammbad

Von

Outdoor-Handy im Test: Das hält Samsungs Galaxy Xcover 2 aus Fotos
SPIEGEL ONLINE

Samsung bringt mit dem Smartphone Galaxy Xcover 2 ein Outdoor-Handy auf den Markt. Kurze Tauchgänge, Staub und Schmutz sollen ihm nichts anhaben können, verspricht der Konzern. Stimmt das? Der Test.

Dieses Handy ist gesund. Nicht weil es relativ wenig Strahlung abgibt, sondern weil es seinen Nutzer dazu animiert, sich im Freien aufzuhalten, egal ob es regnet, schneit oder gar Saharasand heranweht. Samsungs Xcover 2 gehört zu einer Gattung Smartphones, die immer populärer wird: Es ist ein Outdoor-Handy und als solches besonders robust gebaut und gegen Staub, Schmutz und Wasser geschützt.

Damit ähnelt es grundsätzlich Sonys Xperia Z, das wir im Februar getestet haben. Auch das Xperia ist gegen Wasser und Staub geschützt, erfüllt aber nur die Schutznormen IP55/IP57, während das Samsung die Norm IP67 erfüllt. Das bedeutet, dass es nicht nur gegen "Staub in schädigender Menge" geschützt ist, sondern vollkommen staubdicht sein soll. Wasserdicht ist es sowieso, nicht nur gegen "Strahlwasser", man kann es auch untertauchen. In einem Meter Tiefe soll es bis zu 30 Minuten dichthalten.

Mit dem Sony-Handy teilt sich das Xcover 2 auch die nervigen Abdeckungen von USB- und Headset-Anschluss, die nötig sind, um Wasser und Staub auch aus diesen Öffnungen fern zu halten.

Robust statt elegant

Damit hat es sich aber auch schon mit den Gemeinsamkeiten. Während Sony mit dem Xperia Z ein elegantes Highend-Handy gebaut hat, das quasi nebenbei wasserfest ist, liegt der Schwerpunkt des Samsung-Handys auf Robustheit. Das soll man ihm auch ansehen, mit seiner geriffelten Rückseite und den breiten Stoßkanten.

Hässlich ist es deshalb nicht, schon gar nicht in der getesteten roten Variante. Es liegt gut in der Hand, ist nicht übermäßig schwer und lässt sich mit seinem Vier-Zoll-Display gut einhändig bedienen. Dieses Display hat allerdings eine besonders schlechte Auflösung. Nur 800 x 480 Bildpunkte zeigt es an und ist damit von der Qualität der hochauflösenden Retina-Displays, beispielsweise im iPhone 5, weit entfernt. Schlecht sieht es deshalb aber nicht aus, zeigt kräftige Farben und starke Kontraste. Nur Schriften fransen manchmal aus, Symbole wirken pixelig.

Sparsame Hardware

Der Prozessor passt bestens zu diesem Display, ist mit einem Gigahertz getaktet, verfügt über zwei Rechenkerne und ein Gigabyte Arbeitsspeicher. Eine Rennmaschine ist das nicht. Im Leistungstest "Geekbench 2" schafft das Xcover 2 750 Punkte. Zum Vergleich: Das HTC One kommt im selben Test auf 2700 Punkte.

Ähnlich sparsam ist auch die übrige Ausstattung: Zwar stecken in dem Gerät vier Gigabyte Speicher, davon stehen dem Anwender aber nur rund 850 Megabyte zur Verfügung. Das ist mickrig. Eine Erweiterung per microSD-Karte ist deshalb dringend angeraten. Mehr als 32 Gigabyte sind aber nicht möglich.

Ebenso sind mit der eingebauten 5-Megapixel-Kamera gute Schnappschüsse, aber keine herausragenden Fotos möglich. Die zum Anwender gewandte VGA-Kamera taugt gerade mal für Videochats, zeigt an stark kontrastierenden Kanten deutlich leuchtende Säume.

Wasser unterm Deckel

Mit Highend hat dieses Handy also nichts zu tun, technisch ist es untere Mittelklasse. Trotzdem läuft sein Android-4.1-Betriebssystem ebenso ruckelfrei wie alle Apps, mit denen wir es malträtiert haben. Aber das ist nicht das Argument, mit dem Samsung dieses Modell verkaufen will. Das lautet Robustheit. Stürze aus bis zu einem Meter Höhe hat das Xcover 2 in unserem Test ebenso klag- und schrammenlos überstanden wie unsere Versuche, es zu ertränken oder nachhaltig zu verdrecken.

Zwar fanden wir nach unseren Tests unter den Abdeckklappen von USB- und Headset-Anschluss noch Reste von Wasser und ein paar Sandkörner, der Funktion tat das aber keinen Abbruch. Nerviger war, dass die Bedientasten unter dem Bildschirm nach den Tauchversuchen zunächst nicht mehr recht funktionieren wollten. Nach einer halben Stunden Trockenzeit legte sich diese Fehlfunktion, bis dahin war das Handy aber kaum bedienbar.

Fazit

Wer gerne viel und bei jedem Wetter draußen unterwegs ist, findet im Xcover 2 trotzdem ein Smartphone, das manchen Schlag und auch einen Regenschauer klaglos wegsteckt. Die Bedienmöglichkeiten sind unter solchen Bedingungen allerdings eingeschränkt, weil der Touchscreen bei Nässe nicht mehr richtig reagiert.

Das würde mit einem Touchscreen, wie ihn Nokia im Lumia 920 verbaut, vielleicht besser funktionieren, denn der reagiert sogar, wenn man Handschuhe trägt. Aber das Nokia ist nicht wasserfest. Was die Frage aufwirft, warum es den Handy-Herstellern bis heute nicht möglich ist, ihre Geräte grundsätzlich gegen Wasserschäden zu schützen. Stattdessen bringen sie Marker im Handy an, die Technikern auch im getrockneten Gerät zeigen, wenn es mal unter Wasser stand - was für den Kunden den sofortigen Garantieverlust bedeutet.

Vorteile und Nachteile

Robust

Wasser- und staubfest

Gelungenes Design

Günstiger Preis

Wenig Speicher

Schlechte Frontkamera

Hakelige Tasten nach Wassertest

Niedrige Bildschirmauflösung

Diesen Artikel...
  • Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.
  • Auf anderen Social Networks teilen

Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 49 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1. nicht nur die Bedienfähigkeit
sangerman 22.04.2013
keine Headphonebuchse und auch kein USB - Ladung über Induktion wie bei Nokia und dann wird es auch dicht - bis 20 m wäre schön
2. 2 der wichtigsten Argumente ...
lurch19 22.04.2013
Wechselakku und SD Karte zum erweitern. Damit ist es dem iPhone und Konsorten meilenweit voraus. Schade das der Bildschirm einerecht mickerige Auflösung hat, ansonsten wäre es für MICH eine Überlegung wert. Aber mal anschauen und anfassen, vielleicht werden wir ja warm miteinander. ;-)
3. Outdoor?!
dk5ras 22.04.2013
Top ist da derzeit das Runbo X5. Dual SIM, ein PMR/UHF-Funkgerät mit drin, und dazu mit 240 EUR noch superbillig. Schade, daß das Ding nur in China erhältlich ist, es zeigt den anderen Outdoor-Dingern durchaus, wo der Hammer hängt.
4. Rechenleistung
dolby18 22.04.2013
Sie schreiben: Eine Rennmaschine ist das nicht. Im Leistungstest "Geekbench 2" schafft das Xcover 2 750 Punkte. Zum Vergleich: Das HTC One kommt im selben Test auf 2700 Punkte! Das ist dann wohl SPON - Logik, das verstehe wer will.
5. Das alles kann ein Samsung B2100 aber schon für
sikasuu 22.04.2013
Dabei ist das Teil 3 Wochen "stand by". Wie lange reicht denn der Akku beim Nachfolger ? . Outdoorhandy das ich jeden Abend aufladen muss hat ein wenig den Zweck verfehlt. Nur "Wasserdicht/ Staubdicht" reicht wohl nicht mehr. Für Matsch-/Mtb-/ usw auf der Hausstrecke.OK.. die können dann beim Duschen über ihre "Abenteuer" reden, aber für "richtig" unterwegs.... . Da fehlt neben Laufzeit, Temperaturbereich -10 bis 50Grad , Kompass, Barometer,..... . Grinsegrüsse
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Netzwelt
Twitter | RSS
alles aus der Rubrik Gadgets
RSS
alles zum Thema Angefasst
RSS

© SPIEGEL ONLINE 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



  • Drucken Senden
  • Nutzungsrechte Feedback
  • Kommentieren | 49 Kommentare
Technische Daten
Hersteller Samsung
Modell Galaxy Xcover 2
Maße (Zentimeter) 131 x 60 x 12 mm
Gewicht 149 Gramm
Sprechzeit bis zu 8,8 Std.
Standby bis zu 370 Std.
Display-Diagonale 4 Zoll
Display-Auflösung 800 x 480
Prozessor 1 GHZ Dualcore
Arbeitsspeicher 1 GB
Massenspeicher 4 GB (800 MB verfügbar)
Speichererweiterung microSD (bis 32 GB)
Kamera 5 Megapixel
Betriebssystem Android 4.1
Besonderheiten Wasserdicht
Preis 380 Euro
Alle Daten sind Herstellerangaben

Mobile Breitbandformate
UMTS
Universal Mobile Telecommunications System - wird oft als Mobilfunkstandard der dritten Generation (3G) bezeichnet, da er deutlich höhere Datenübertragungsraten als sein Vorgänger GSM ermöglicht. Deutsche UMTS-Netze schaffen üblicherweise eine Bandbreite von 384 Kbit/s im Standardmodus. Mit der Erweiterung HSPA+ (siehe dort) sind bis zu 42 Mbit/s möglich (Stand Ende 2012). Reguläre DSL-Anschlüsse bieten heute üblicherweise 16 Mbit/s. (mehr ...)
HSPA+
High Speed Packet Access - setzt auf UMTS auf, erzielt aber deutlich höhere Übertragungsraten bei der Übertragung vom Mobilfunkmast zum Endgerät. Die praktisch erreichbare Datenrate liegt zurzeit bei 42 Mbit/s (Stand Ende 2012). Der HSPA+-Standard sieht Übertragungsraten von bis zu 168 Mbit/s vor, die bisher allerdings noch nicht erreicht werden. (mehr ...)
LTE
Long Term Evolution ist der Name, den eine Reihe von Mobilfunkunternehmen diesem Standard der vierten Mobilfunkgeneration gegeben haben. LTE ist im Grunde eine Weiterentwicklung von UMTS - braucht aber gänzlich neue Hardware, einschließlich neuer Sendestationen. Theoretisch sind per LTE Downloadraten von bis zu 300 Mbit/s per Mobilfunk möglich. Tatsächlich werden von LTE-Netzbetreibern maximal 100 Mbit/s angeboten. In Deutschland werden für LTE Frequenzbänder verwendet, die durch die Umstellung der TV-Ausstrahlung auf digitale Angebote frei geworden sind. Einer der Vorteile von LTE ist die im Vergleich zu UMTS größere Reichweite der Funkmasten. Unter anderem deshalb wird LTE in Deutschland genutzt, um ländliche Gegenden, in denen eine DSL-Verkabelung nicht wirtschaftlich wäre, mit schnellen Datendiensten zu versorgen. Ein Problem bei LTE ist, dass es regional und je nach Anbieter auf unterschiedlichen Frequenzen arbeitet. Da nicht jeder LTE-Chip alle diese Frequenzen beherrscht, können manche Endgeräte trotz grundsätzlicher LTE-Tauglichkeit nicht alle LTE-Netze nutzen. . (mehr ...)
GPRS
General Packet Radio Service - dieser Standard zerlegt Daten beim Sender in einzelne Pakete, überträgt sie gestückelt und setzt sie beim Empfänger wieder zusammen. Durch Bündelung mehrerer Übertragungskanäle ist theoretisch eine Übertragungsrate von bis zu 171,2 Kbit/s möglich. Im praktischen Betrieb sind es meist 55,6 Kbit/s - so langsam waren Modems in den Zeiten vor DSL. (mehr ...)
EDGE
Enhanced Data Rates for GSM Evolution - Technik zur Erhöhung der Übertragungsrate von Daten in GSM-Mobilfunknetzen. Durch effizientere Modulationsverfahren sollen in der Summe bis zu 384 Kbit/s erreicht werden - das ist UMTS-Geschwindigkeit. Edge wurde bisher in 75 Ländern eingeführt. (mehr ...)
WiMax
Die WiMax-Technologie umfasst mehrere Standards zu Datenübertragung auf verschiedenen Funkfrequenzen. Manche WiMax-Standards brauchen eine Sichtverbindung zwischen Sender und Empfänger, bei anderen können die Signale auch Mauern durchdringen. Bei Tests soll WiMax schon Datentransferraten von mehr als hundert Mbit/s erreicht haben. Hermann Lipfert, Experte für Drahtlosnetze beim Münchner Institut für Rundfunktechnik (IRT), schätzt, dass in einer regulären WiMax-Funkzelle Transferraten von 50 Mbit/s realistisch sind - unter idealen Bedingungen und bei Anwendung aller derzeit zur Verfügung stehenden technischen Tricks. Diese Bandbreite müssten sich dann wie bei UMTS alle Nutzer teilen, die in der jeweiligen Funkzelle online sind. Bislang hat WiMax aber noch keine Bedeutung (Stand Ende 2012).(mehr ...)


Anzeige
  • Christian Stöcker:
    Spielmacher

    Gespräche mit Pionieren der Gamesbranche.

    Mit Dan Houser ("Grand Theft Auto"), Ken Levine ("Bioshock"), Sid Meier ("Civilization"), Hideo Kojima ("Metal Gear Solid") u.v.a.

    SPIEGEL E-Book; 2,69 Euro.

  • Einfach und bequem: Direkt bei Amazon kaufen.