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Sonos Play 1: Dieser kleine Netzwerklautsprecher ist kein Einzelspieler

Von

Drahtloser Surround-Lautsprecher: Der Sonos Play 1 im Test Fotos
Matthias Kremp

Mit dem Play 1 erweitert Sonos sein Angebot drahtlos vernetzter Lautsprecher um ein günstiges Einstiegsmodell. Wir haben den Neuzugang getestet und festgestellt: Seine Stärken spielt der Kleine erst aus, wenn er Unterstützung bekommt.

Ganz gemächlich arbeitet sich Sonos von oben nach unten vor. Zwei Jahre, nachdem das amerikanischen Unternehmen den Netzwerklautsprecher Play 3 als Preisbrecher einführte, folgt jetzt der Play 1. Mit 199 Euro ist er genau 100 Euro billiger als der Play 3. Für den Preisnachlass muss man Verzicht üben und sich mit zwei statt vier Lautsprechern im Gehäuse begnügen. Ansonsten aber soll der Play 1 dieselben Funktionen bieten wie die größeren Modelle.

Eine davon ist die einfache Vernetzung, denn das ist die Kernkompetenz der Firma: Sonos-Geräte bauen ein eigenes drahtloses Netz auf, in das sich alle weiteren Sonos-Geräte kabellos einklinken können. Ist wenigstens ein Gerät per Kabel mit dem Netz verbunden, genügt den anderen eine Steckdose.

Netzwerk- oder Audiokabel sind nicht nötig, denn Radio empfangen die Sonos-Player nicht per UKW, sondern aus dem Internet; Musik spielen sie von Streaming-Diensten, dem PC oder einer Netzwerkfestplatte (NAS) ab. CD-Player und ähnliches braucht man damit nicht mehr. Seit einigen Monate ist es außerdem möglich, Musik vom Handy oder Tablet auf Sonos-Geräten abzuspielen.

Die Steuerung erfolgt dabei über eine kostenlose App, die es für Android und iOS gibt - oder über entsprechende Programme für Windows und Mac OS X. Deren Funktionen und Möglichkeiten sind bei allen Sonos-Geräten gleich - egal, ob man einen 500 Euro teuren Play 5 oder den nicht einmal halb so teuren neuen Play 1 nutzt.

Guter Klang ist schwerwiegend

Man kann also mit allen Modellen dasselbe machen und dieselbe Musik hören. Aber sie klingen unterschiedlich. Während im Play 5 fünf und im Play 3 drei Lautsprecher aufspielen, muss man sich beim Play 1 mit zweien begnügen. Der klangliche Unterschied zum Play 3 ist gering. Die kleine Box - 16 Zentimeter hoch, zwölf Zentimeter breit - klingt größer als sie ist. Das Klangbild ist kräftig und ausgeglichen über alle Frequenzen.

Warum das so ist, lässt sich erahnen, wenn man die Box anhebt: Knapp zwei Kilo Gewicht deuten darauf hin, dass die Membran des Tiefmitteltöners von einem massiven Magneten in Bewegung gesetzt wird. Bei geringen und mittleren Lautstärken sorgt das für ein klares, aber nicht steriles Klangbild mit ausgeprägtem Bass. Dreht man weiter auf, werden die tiefen Töne allerdings zunehmend zurückgedrängt. Ein echter Party-Player ist der Play also nicht, zumal man mit nur einem davon ohnehin nur Mono hört.

Erst in Kombination wird es laut

Richtig interessant wird es, wenn man den Play 1 kombiniert, beispielsweise mit einem zweiten. So ein Duo lässt sich per App zu einer 400-Euro-Mini-Stereoanlage zusammenschalten, die mit einem sehr breiten Klangbild auftrumpft. Offenbar strahlen die Lautsprecher nicht nur direkt nach vorne, sondern auch seitlich ab.

In Kombination mit dem Basslautsprecher Sub wird daraus ein Soundsystem, das derart tief in den Basskeller drückt, dass man einen ernsten Streit mit den Nachbarn riskiert, wenn man die Lautstärke etwas aufdreht. Einziger Kritikpunkt dieses dann rund 1100 Euro teuren Systems ist, dass es die Mitten etwas zu matt wiedergibt. Eine Schwäche, die sich aber durch Aufdrehen des Höhenreglers etwas kaschieren lässt.

Ab ins Wohnzimmer

Seine wahre Bestimmung hat der Play 1 im Test aber erst offenbart, als wir zwei davon mit einem Sub und dem TV-Lautsprecher Playbar zu einem drahtlosen 5.1-Surroundsystem kombinierten. Die kleinen Boxen dienen dabei als Rücklautsprecher. Musik spielt dieses System sehr dynamisch und klar ab, Soundeffekte in Filmen bringen den Boden zum Beben, Dialoge sind klar verständlich.

Nur einen Fehler hat diese Kombination, und das ist ihr Preis. Knapp 1800 Euro werden dafür fällig. Verglichen mit Sonderangeboten aus dem Elektronikhandel ist das kein Schnäppchen. Aber herkömmliche Audioanlagen bieten eben auch nicht die Online-Möglichkeiten, die ein Sonos-System bereitstellt. Klanglich erinnert diese Surround-Anlage an teure Bose-Systeme, von denen es sich durch einen weniger bauchigen, trockeneren Bass unterscheidet.

Fazit

Der Play 1 ist eine Einstiegsdroge. Sein Preis macht es leicht, sich einen anzuschaffen. Aber wenn man ihn hat, muss man befürchten, mehr zu wollen und das Bankkonto dafür zu plündern. Vergleichbare Alternativen gibt es kaum.

Vorteile und Nachteile

Guter Klang

Sehr flexibel nutzbar

Sehr gut per App steuerbar

Möglichkeit zur Wandmontage

Gute Verarbeitungs- und Materialqualität

Keine Möglichkeit, nicht vernetzte Geräte anzuschließen

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insgesamt 28 Beiträge
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1. Zählen üben!
derz 16.10.2013
"Für den Preisnachlass muss man Verzicht üben und sich mit zwei statt vier Lautsprechern im Gehäuse begnügen." "Während im Play 5 fünf und im Play 3 drei Lautsprecher aufspielen, muss man sich beim Play 1 mit zweien begnügen." Was denn nun?!?
2. ELEKTROSMOG beachten!
richard0702 16.10.2013
Na ganz toll, hat denn bei der Entwicklung dieses "Audio-Strahlemanns" jemand den Aspekt "Elektrosmog" berücksichigt?Sind wir denn nicht schon genug "bestrahlt" jeden Tag, so daß wir uns auch noch zu Hause die "Stahlung" geben müssen?Nicht umsonst wird ja mittlerweile selbst auch von Seiten der Bunderegierung vor WLAN gewarnt...(http://www.umweltinstitut.org/schnurlos) So rät die Regierung zur Vorsicht....und in den Schulen wird WLAN zurück gerüstet. Richtig so. Ich besuche kein Cafe mehr mit sogenannten "Hot Spots", denn dort bekomme ich sofort irrsinnige Kopfschmerzen. So bestrahlt Elektrosmog immer mehr und fast überall den gesamten Körper....schon mal darüber nachgedacht?
3. Kritikpunkt
Thomas Mk 16.10.2013
Sonos bietet mehrere Zubehörteile an, mit denen auch nicht vernetzt Geräte, z.B. eine alte teure Stereoanlage eingebunden werden können. Bitte etwas besser recherchieren bevor ein Artikel veröffentlicht wird.
4.
aga100 16.10.2013
Zitat von richard0702Na ganz toll, hat denn bei der Entwicklung dieses "Audio-Strahlemanns" jemand den Aspekt "Elektrosmog" berücksichigt?Sind wir denn nicht schon genug "bestrahlt" jeden Tag, so daß wir uns auch noch zu Hause die "Stahlung" geben müssen?Nicht umsonst wird ja mittlerweile selbst auch von Seiten der Bunderegierung vor WLAN gewarnt...(http://www.umweltinstitut.org/schnurlos) So rät die Regierung zur Vorsicht....und in den Schulen wird WLAN zurück gerüstet. Richtig so. Ich besuche kein Cafe mehr mit sogenannten "Hot Spots", denn dort bekomme ich sofort irrsinnige Kopfschmerzen. So bestrahlt Elektrosmog immer mehr und fast überall den gesamten Körper....schon mal darüber nachgedacht?
Wenn dem so wäre, dürften Sie sich praktisch nicht mehr in normal bewohntem Gebiet aufhalten. Die Hot Spots gibt es millionenfach überall, nicht nur in Kaffees. Mit Verlaub, ich glaube solche Aussagen schlicht nicht.
5. Ach ja; die pöhse Strahlung ...
Wintermute 16.10.2013
Zitat von richard0702Na ganz toll, hat denn bei der Entwicklung dieses "Audio-Strahlemanns" jemand den Aspekt "Elektrosmog" berücksichigt?Sind wir denn nicht schon genug "bestrahlt" jeden Tag, so daß wir uns auch noch zu Hause die "Stahlung" geben müssen?Nicht umsonst wird ja mittlerweile selbst auch von Seiten der Bunderegierung vor WLAN gewarnt...(http://www.umweltinstitut.org/schnurlos) So rät die Regierung zur Vorsicht....und in den Schulen wird WLAN zurück gerüstet. Richtig so. Ich besuche kein Cafe mehr mit sogenannten "Hot Spots", denn dort bekomme ich sofort irrsinnige Kopfschmerzen. So bestrahlt Elektrosmog immer mehr und fast überall den gesamten Körper....schon mal darüber nachgedacht?
Mit Verlaub: Unsinn von A bis Z. Der Mensch verfügt über kein Sinnesorgan zur Wahrnehmung hochfrequenter elektromagnetischer Felder. Es ist weiterhin durch seriöse Studien nicht zu belegen, dass es durch WiFi-Netze irgendwelche gesundheitlichen Beeinträchtigungen gibt. Das hat mit dem Starkstrommast, unter dem man in der Tat nicht wohnen sollte, so viel zu tun wie ein freundlich glimmendes Glühwürmchen mit einem Lötkolben. Überdies strotzt die von Ihnen verlinkte Site von dubiosem „Strahlung! Alles! Gefährlich!“-Mumpitz; es wird da eine sechs Jahre alte Anfrage an die Regierung aus dem Zusammenhang gerissen zitiert, und auch ansonsten lese ich hier eine Menge Quatsch. In ein Starbucks mit WLAN gehe ich – wie Sie – auch nicht. Aber aus einem anderen Grund: Der Kaffee ist verboten überteuert und geschmacklich indiskutabel. :) In einem typischen Wohnviertel in einer Großstadt senden unterdessen 30 bis 50 WLANs gleichzeitig quer durch Ihre und meine Birne. Schaden: null. Der Rest ist psychosomatische Wichtigtuerei.
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