Neben dem Leitthema der Cebit, Shareconomy, ist Heimvernetzung eines der großen Themen auf der weltgrößten Computermesse. Ein Spezialist auf diesem Gebiet ist die kalifornische Firma Sonos. Ihre Lautsprecher sind Netzwerkradio und Streaming-Box in einem und werden per Fingerwisch mit dem Smartphone gesteuert. Mit der Playbar schließen die Amerikaner jetzt die letzte Lücke in ihrem Portfolio und bieten nun auch ein Soundsystem für Fernseher an.
Die Vorstellung klingt verlockend: Der schlanke Sonos-Lautsprecher im Soundbar-Format soll die Surroundanlage ersetzen. Und das ganz ohne Kabel, denn den drahtlos vernetzten Sonos-Geräten genügt eine Steckdose. Die Playbar kann unter oder über dem Fernseher angebracht werden. Sie soll das Wohnzimmer mit Hifi-Klang aus dem Netz beschallen und fetten Sound zum TV-Programm liefern. Mit Zusatzboxen beherrscht sie sogar 5.1-Raumklang.
Ob sie diese Versprechen einlösen kann, haben wir in der Praxis überprüft. Wir haben die Playbar samt Zubehör gegen eine Surround-Anlage mit großen Standboxen, Center-Speaker, Surround-Rückboxen und 7.1-AV-Receiver aufspielen lassen.
Installation mit App-Hilfe
Zwei Dinge unterscheiden die beiden Anlagen: Platzbedarf und Installationsaufwand. Bei der großen Anlage müssen etliche Lautsprecherkabel gezogen und das System mit einem Messmikrofon kalibriert werden. Die Playbar hingegen begnügt sich mit einem Stromkabel und einem weiteren Kabel, das sie mit dem optischen Audioausgang am Fernseher verbindet. Beide werden mitgeliefert.
Außerdem braucht die Playbar ein W-Lan, um mit dem Internet Verbindung aufzunehmen. So vernetzt hat die Playbar dieselben Netzwerkfunktionen wie alle Sonos-Lautsprecher, kann Musik von PC, Smartphone, Netzwerkfestplatte und aus dem Internet streamen. Die Installation ist in Minuten erledigt.
Fein ziselierter Klang und Kracheffekte
Im Test gelingt es der Playbar, ein Klangfeld zu erzeugen, das breiter erscheint als die Playbar selbst. Die Klangqualität moderner Flachbildfernseher übertrifft das Sonos-Gerät bei weitem. Dialoge sind gut zu verstehen, Soundtrack und Effekte werden fein räumlich aufgelöst. Bemerkenswert ist, wie locker die Playbar Musik in Stereo wiedergibt. In dieser Disziplin übertrumpft sie die Sonos-Aktivboxen Play:5 undPlay:3 mit Leichtigkeit und qualifiziert sich als Ersatz für eine Stereoanlage. Im Vergleich mit unseren Standboxen fehlen ihr allerdings Volumen und Druck.
Beides kann man mit dem Sonos-Sub hinzufügen. Bei lauten Passagen in Actionfilmen hat diese Kombination den Boden im Testraum so zum Schwingen gebracht, dass auch die Nachbarn etwas davon hatten. Wir mussten den Pegel des Subwoofers stets etwas zurückdrehen, um seinen Entfaltungsdrang zu zügeln.
Als wir dem Pärchen dann noch zwei Play:3-Lautsprecher zur Seite stellten, wurde daraus ein 5.1-Surround-System, das ganz ohne lästige Lautsprecherkabel auskommt. Bespielt mit Dolby-Digital-Sound aus dem Fernsehen, musste es sich nicht hinter der weitaus sperrigeren Surroundanlage verstecken, sondern ließ es bei Actionszenen so richtig krachen.
Dolby Digital 5.1 nicht für alle
Ganz problemlos ist diese Methode leider nicht. Bei unserem Testaufbau war echter 5.1-Sound nur bei TV-Sendungen zu hören. Sobald wir Filme von externen Geräten zuspielten, kam nur noch Stereoton an. Ein Blick in die Bedienungsanleitung unseres Samsung-Fernsehers brachte die Erklärung: Ein per HDMI eingespeistes 5.1-Signal wird vom Fernseher über den optischen Digitalausgang in Stereo ausgegeben.
Laut Sonos handelt es sich dabei um eine vereinzelt bei TV-Geräten auftretende Einschränkung und kein grundsätzliches Problem. Vor allem neuere Highend-Fernseher seien - anders als unser drei Jahre altes Modell - in der Lage, 5.1-Sound über den optischen Ausgang auszugeben. Wer unsicher ist, ob sein Fernseher das kann, sollte im Handbuch nachschauen oder den Hersteller kontaktieren.
Fazit
Die Playbar schließt die letzte Lücke im Sonos-System. Dass man damit nicht mit jedem Fernseher 5.1-Sound genießen kann, ist ein Malus, den man dem Hersteller nicht anlasten kann - lästig ist es trotzdem. Yamaha beispielsweise umgeht dieses Problem bei der Soundbar YSP-2200, indem sie den Ton per HDMI entgegennimmt und nicht über ein optisches Kabel. So kommt immer das Originalsignal an. Zudem beherrscht das Yamaha-Modell weit mehr digitale Tonformate als die Playbar, der nur Dolby Digital 5.1 kann.
Einfache Inbetriebnahme
Einfache Bedienung
Keine Verkabelung nötig
Flexibel erweiterbar
Netzwerkfähig
Klarer, kraftvoller Klang
Als Surroundsystem, teuer
Dolby Digital 5.1 nicht mit jedem TV
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