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Angriff auf Amazon: Weltbild verkauft E-Book-Reader für 60 Euro

Und jährlich lockt das Schnäppchen: Wie schon zur vergangenen Buchmesse bringt die Weltbild-Gruppe einen günstigen E-Book-Reader auf den Markt. Kosten soll das Gerät 60 Euro. Vor Weihnachten soll auch noch ein Tablet erscheinen.

eBook Reader 3.0: Das neue Gerät mit Sieben-Zoll-Bildschirm soll 60 Euro kosten Zur Großansicht
Weltbild

eBook Reader 3.0: Das neue Gerät mit Sieben-Zoll-Bildschirm soll 60 Euro kosten

Hamburg - Der größte deutsche Buchhändler stemmt sich gegen die Marktmacht von Amazon: Passend zur Frankfurter Buchmesse bringt die Weltbild-Gruppe einen neuen E-Book-Reader auf den Markt. Kosten soll das Gerät gerade mal 60 Euro, womit es sogar die jüngst angekündigte 99-Euro-Version von Amazons Kindle deutlich unterbietet - und dessen zwar reduzierte, aber teurere Vorgänger sowieso.

"Leichter, schneller und günstiger" nennt die geschäftsführende Gesellschafterin der Buchhandlung Hugendubel, Nina Hugendubel, das kommende Lesegerät. Das zur Verlagsgruppe gehörende Unternehmen wird den Reader nebst Weltbild vertreiben.

Ein paar technische Daten: Der eBook Reader 3.0, ein Trekstor-Gerät, hat ein TFT-Farbdisplay mit einer Bildschirmdiagonalen von sieben Zoll (17,7 Zentimeter) und bietet mit zwei Gigabyte Speicher Platz für 2000 Bücher. Unterstützt werden die E-Book-Formate ePUB, PDF, Adobe DRM, TXT und FB2. Der Reader spielt aber auch Musik ab oder zeigt Bilder. Laut Hersteller hat der Akku eine Nutzungsdauer von bis zu acht Stunden im Lese- und bis zu 30 Stunden im Musikmodus.

Angeblich 50 Prozent Wachstumspotential

Den radikalen Verkaufspreis erklärt Weltbild-Chef Carel Halff nach Angaben der "Financial Times Deutschland" (FTD) so: "Wir wollen die Einstiegsschwelle in den Markt senken." Oder auch: die Schwelle für den Kauf eines Weltbild-Readers senken, um den Umsatz mit elektronischen Büchern zu steigern. Laut "FTD" liegt das Wachstumspotential in der Branche bei 50 Prozent. Die deutschen Buchhändler scheinen sich einig zu sein, dass die Zeit der E-Reader endgültig gekommen ist und das Segment mit Entscheidungen wie denen von Amazon und jetzt von Weltbild neu aufgeteilt wird.

Zur Inhaltestrategie von Weltbild passt auch, dass das Unternehmen zwar ein eigenes Tablet plant, dem Markt dafür aber weniger Chancen einräumt als dem wachsenden E-Reader-Segment. Die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" zitiert Halff, die Tablets seien nur Mittel zum Zweck, um den Umsatz mit Inhalten zu erhöhen. Das Gerät soll demnach 200 Euro kosten und noch vor Weihnachten auf den Markt kommen. Details nannte er keine.

Die Weltbild-Gruppe ist seit dem April 2009 im Bereich der E-Book-Reader aktiv. Auch zur Buchmesse 2010 brachte das Unternehmen einen Reader auf den Markt - er kostete damals 99 Euro. Das SPIEGEL-ONLINE-Urteil damals: Das Gerät ist zwar der günstigste E-Book-Reader, aber nicht der preiswerteste.

can

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insgesamt 14 Beiträge
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1. Tft
Dschey 06.10.2011
und 8 Stunden Akku geht garnicht. Das lässt sich nicht mit dem Kindle vergleichen .
2. Elektronisches Papier...
Der Byzantiner 06.10.2011
Zitat von Dscheyund 8 Stunden Akku geht garnicht. Das lässt sich nicht mit dem Kindle vergleichen .
Nicht nur das. LCD geht schon mal gar nicht. Ein ordentliches Lesegerät hat E-Ink: http://de.wikipedia.org/wiki/E-Ink
3. Äpfel und Birnen
leserbriefschreiber 06.10.2011
Hier werden Äpfel mit Birnen verglichen. Der Kindle und andere echte E-Book-Reader haben W-Lan, teilweise 3G und vor allem ein echtes E-Ink-Display. Wer einmal auf der sonnigen Terrasse einen E-Book-Reader mit elektronischer Tinte zum Lesen verwendet hat, will kein E-Book mehr auf einem TFT-Display lesen. Der Billig-Reader muss für jede Buch-Übertragung an den Computer angestöpselt werden und ist mit seinem Display wohl kaum fürs Dauerlesen geeignet, sondern eher ein digitaler Bilderrahmen mit E-Book-Funktion.
4. Tft
DeMarco 06.10.2011
geht wirklich nicht, das war auch meine erste Reaktion. eInk ist zum längeren Lesen deutlich angenehmer durch die fehlende Hintergrundbeleuchtung.
5. Das Problem bei eBooks...
schwaadlappen 06.10.2011
ist nicht der Preis der Lesegeräte, sondern der viel zu hohe Preis von eBooks in D (von mangelnder Verfügbarkeit ganz schweigen)!
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Zur Autorin
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