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10. September 2018, 15:19 Uhr

Apple-Event in Kalifornien

Liebe Leserin, lieber Leser,

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diese Woche ist es mal wieder so weit: Apple präsentiert seine neuen iPhones und noch ein paar Gadgets mehr. Für Anhänger des Unternehmens ist das ein bisschen wie ein vorgezogenes Weihnachtsfest, nur dass man sich die Geschenke später selber kaufen muss. Seit Monaten werden in Blogs und Foren Gerüchte und Mutmaßungen darüber ausgetauscht, was Apple-Chef Tim Cook und seine Kollegen aus ihrer Wundertüte ziehen werden.

Ein Nachfolger für das iPhone X wird dabei sein, wahrscheinlich sogar zwei. Nach Apples Nomenklatur müsste einer davon iPhone XS heißen, einen neuen Prozessor und eine verbesserte Kamera haben. Zusätzlich wird es wohl eine größere Version des iPhones XS mit 6,5 Zoll-Display geben. Kurz gab es Vermutungen, es könnte mit dem Zusatz "Max" gekennzeichnet werden. Ein Post in einem chinesischen Forum legt nun aber nahe, dass es doch wieder ein "Plus" wird. Und teurer dürfte es auch werden. Bleibt Apple beim aktuelle Preisgefüge, dürfte das XS Plus ab etwa 1259 Euro zu haben sein.

Deutlich günstiger wird das neue Einstiegsmodell, das Gerüchten zufolge iPhone XC heißen wird, ähnlich wie einst das iPhone 5c. Auf Twitter sind Fotos aufgetaucht, die das XC in drei neuen Farben zeigen sollen. Es soll statt des teuren OLED-Bildschirms in den iPhones XS und XS Plus ein billigeres LCD-Display haben, wird aber auch mit Apples Face-ID-Technik zur Gesichtserkennung bestückt. Das bedeutet auch, dass seine Selfie-Kamera sich für Animojis eignet. Dass alle neuen iPhones auch mit dem neuen iOS 12 kommen werden, ist ohnehin klar.

Nicht so klar ist dagegen, ob Apple neue iPads zeigen wird, auch wenn zumindest die Pro-Modelle mal wieder dran wären. Doch meist versucht der Konzern, sich bei seinem September-Event auf iPhones und die Apple Watch zu konzentrieren. 2017 etwa hatte Tim Cook drei neue iPhones und die Apple Watch 3 präsentiert.

Und weil Apple gerne Traditionen pflegt, dürfte es diese Woche so ähnlich laufen: Drei neue iPhones, eine neue Apple Watch 4 und - hoffentlich - ein paar längst überfällige Gadgets wie die drahtlose Ladestation AirPower und eine neue Version der AirPods-Kopfhörer. Hatte ich schon Apple Pay erwähnt? Dessen Start in Deutschland könnte auch auf dem Programm stehen.

Am Mittwochabend um 19 Uhr geht es los, ich bin für Sie live vor Ort.

Leistungsschutzrecht und Uploadfilter: Potenzielle Spaßbremsen

Wenige Stunden bevor die neue Apple-Hardware vorgestellt wird, entscheiden in Straßburg die Abgeordneten des EU-Parlaments, was die Käufer mit den Geräten künftig anstellen können - und was nicht. Denn zur Abstimmung steht - zum zweiten Mal bereits - ein Entwurf für die Reform des europäischen Urheberrechts. Findet sich dieses Mal eine Mehrheit für die beiden strittigsten Bestandteile des Entwurfs, müssten sich Internetnutzer auf ein europaweites Leistungsschutzrecht für Presseverleger sowie auf Uploadfilter für Plattformen wie YouTube einstellen, die das Hochladen urheberrechtlich geschützter Inhalte verhindern sollen.

Die Gegner dieser Maßnahmen befürchten, das europäische Leistungsschutzrecht werde - sollte es jemals besser funktionieren als das deutsche - Nutzern den Zugang zu journalistischen Inhalten sowie Start-ups das Leben erschweren. Uploadfilter wären der einzige Weg, auf großen Plattformen das Hochladen geschützter Inhalte zu verhindern, würden aber zwangsläufig auch Parodien, Memes und andere eigentlich legale Inhalte blockieren. Zusammengefasst: Das Internet würde weniger Spaß machen.

Seltsame Digitalwelt: Die Klingel ist zu langsam

Ich teste gerade eine vernetzte Türklingel mit Videokamera. Prinzipiell eine feine Sache: Sobald jemand vor meiner Tür steht und klingelt, bekomme ich eine Meldung auf mein Smartphone. Weil das Gerät sogar eine Gesichtserkennung hat, wird die manchmal sogar mit einem Hinweis garniert, wer da gerade wartet.

Bin ich zu Hause, ist das natürlich Blödsinn. Praktisch könnte es hingegen sein, wenn ich nicht da bin, dachte ich. Die Idee: Es klingelt jemand, auf meinem Handy ploppt ein entsprechender Hinweis auf und ich kann vom Handy aus über den Lautsprecher der Türklingel mit dem Besucher sprechen. Wäre doch toll, wenn man einen Paketboten auf diese Weise bitten könnte, eine Lieferung beim Nachbarn abzugeben.

Geklappt hat das noch nie. Denn bis nach dem Druck auf den Klingelknopf die Meldung "Es klingelt" auf meinem Handy ankommt, vergehen fast 30 Sekunden. So viel Geduld hat kein Paketbote. So hat die schöne neue Technik für mich bisher nur den mäßig begeisternden Effekt, dass ich immer sofort weiß, wenn ein Paket nicht geliefert werden konnte.


App der Woche: "Onitama"
getestet von Tobias Kirchner

Onitama ist die Umsetzung des gleichnamigen Brettspiels. Auf den ersten Blick erinnert es mit seinen Figuren und dem Spielbrett an Schach. Das Prinzip ist ähnlich: Der Spieler muss mit seinen Figuren den Lehrmeister, vergleichbar mit dem König, schlagen oder dessen Platz besetzen. In Onitama sind jedoch deutlich weniger Figuren auf dem Feld unterwegs als im Schach. Wie diese Figuren sich über das Spielfeld bewegen, hängt zudem von Karten ab, die in jeder Runde zwischen den Spielern ausgetauscht werden.

Durch diese Limitierungen ist Onitama deutlich schneller zu erlernen als Schach und die Runden sind um einiges kurzweiliger. Anspruchsvoll ist das Spiel trotzdem. Vor allem, wenn man sich bei einer Onlinepartie anderen Spielern stellt. Die In-App-Käufe bestehen überwiegend aus optischen und inhaltlichen Erweiterungen, die nicht notwendig sind.

Gratis von Asmodee Digital, mit In-App-Käufe: iOS, Android


Fremdlink: Drei Tipps aus anderen Medien

Ich wünsche Ihnen eine wundervolle Woche, Ihr

Matthias Kremp

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