Pannen bei iPhone 6 und iOS 8 Was ist bloß bei Apple los?

Klage über verbogene iPhones, Fehler im neuen iOS 8, ein Milliardenverlust an der Börse: Apple steckt in Schwierigkeiten. Und es gibt nur einen Weg voran.

iPhone 6 Plus: Seit Tagen in den Schlagzeilen - nicht nur mit guten Nachrichten
Matthias Kremp

iPhone 6 Plus: Seit Tagen in den Schlagzeilen - nicht nur mit guten Nachrichten

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Das war eine richtig üble Woche für Apple. Kaum war der Jubel über die neuen iPhones verklungen und hatten sich die Warteschlangen vor den Apple-Läden zerstreut, prasselte es förmlich Negativmeldungen. Software-Macken plagten das neue iPhone-Betriebssystem iOS 8, Berichte über das verbogene iPhone 6 Plus wurden zum Tagesthema. An der Börse verlor das Unternehmen binnen eines Tages vier Prozent an Wert, weil Anleger anscheinend Vertrauen in den Konzern verloren hatten.

Aber es waren wohl nicht nur Anleger, denen die Meldungen den Mut nahmen. Als Apple am Donnerstag ein neuerliches Update für seine iPhones ins Netz stellte, fragte so mancher in den sozialen Netzwerken: "Soll ich das wirklich installieren?"

Dieser Vertrauensverlust trifft Apple viel härter als die 24 Milliarden Dollar, die es an der Börse verloren hat. Aktienkurse schwanken - und schaut man sich die Entwicklung am Freitag an, muss sich Apple keine Sorgen machen, der Kurs steigt bereits wieder leicht an.

So ist es auch stets vor und nach Apples Produktvorstellungen: Kurz nach der Show fällt der Kurs wegen angeblich enttäuschter Anleger ab, nur um am folgenden Tag gleich wieder anzuziehen. Das ist schon seit Jahren so, und man kann fast die Uhr danach stellen. Genau so, wie man sich nahezu sicher ausrechnen kann, wann Apple welche neuen Produkte vorstellen wird, weil das Unternehmen bestimmte Produkte einfach zu bestimmten Zeiten im Jahr auffrischt.

Das erste Problem nach einem Tag

Aber jetzt geht es um etwas anderes. Es geht nicht um neue Technik, und es geht nicht um neues Design. Apple sieht sich der Aufgabe gegenüber, Vertrauen zurückzuerobern. Denn das Vertrauen seiner Fans, seiner treuen Kunden ist es, das den Konzern zu der Geldmaschine macht, die er ist. Zigtausende Fans rund um den Globus stehen nur deswegen tagelang für ein neues iPhone an, weil sie sicher sind, dass es gut wird, dass es ihnen gefallen wird. Millionen Anwender sorgen dafür, dass auf fast allen iPhones und iPads immer die neueste Betriebssystemversion installiert ist, weil sie jedes Update, das Apple anbietet, sofort installieren, nach dem Motto "Wird schon richtig sein".

Die Probleme der vergangenen Woche haben dieses Vertrauen stark beansprucht. Zuerst der Fehler in der Healthkit-Software, den Apple erst nach der Veröffentlichung von iOS 8 entdeckte, weshalb das Unternehmen etliche Updates von Fitness-Apps aus dem App Store zurückziehen musste. Dann Berichte über verbogene iPhones und schließlich das Malheur mit dem ersten Update für iOS 8. Eigentlich sollte es den Healthkit-Bug beseitigen, praktisch legte es aber das iPhone 6 und das iPhone 6 Plus lahm.

Ungewohnte Einblicke

Das laute Getöse um all die Fehler und Probleme der vergangenen Wochen - man denke nur an die gestohlenen Promi-Nacktbilder - sind bei Apple natürlich nicht ungehört verklungen. In einer bisher einmaligen Aktion lud der Konzern ein paar amerikanische Journalisten ein, einige seiner Heiligtümer zu besichtigen. Mitarbeiter der Technikblogs "The Verge" und "Re/code" durften das Testlabor besuchen, in dem neue iPhones auf Stabilität und Ausdauer getestet werden. Für den Konzern, dessen Offenheit sonst an seiner Grundstücksgrenze endet, ein bisher einmaliger Vorgang.

Sicher ist es richtig und notwendig, dass Apple nun mit Offenheit versucht, die Gemüter zu besänftigen. Aber ein kurzer Blick in ein Testlabor reicht nicht aus, um das Vertrauen bei den Zweiflern wiederherzustellen. Insbesondere angesichts von Apples Einstieg ins Kreditkartengeschäft bedarf es noch mehr, um klarzustellen, dass der Konzern es ernst meint mit der Datensicherheit und dem Schutz der Privatsphäre, wie es Chef Tim Cook versprochen hat.

Diese Ziele sind nur mit Qualität zu erreichen, und die kann es nur geben, wenn Hardware und Software ausgiebig auf alle nur denkbaren Mängel hin getestet werden, bevor man sie der Öffentlichkeit präsentiert. Natürlich ist es wichtig, schnell zu sein, aber noch wichtiger ist es, fehlerfrei zu sein. Apples Aufgabe ist es nun, die Verbraucher mit Qualität zu überzeugen, nicht mit Geschwindigkeit.

Die nächste Gelegenheit dafür dürfte schon bald kommen. Im Oktober stehen neue iPads, eine neue Version des Mac-Betriebssystems OS X und vielleicht noch ein paar Überraschungen an.

Die wichtigsten Neuerungen von iOS 8

E-Mails schneller bearbeiten: Einige Dinge gehen in Apples Mail-App nun fixer. Wischt man von links nach rechts über eine E-Mail, kann man sie als ungelesen markieren. Wischt man von rechts nach links, kann man sie löschen, markieren oder ein Untermenü mit weiteren Funktionen öffnen. Sehr nützlich, wenn man viel unnütze Nachrichten bekommt: Mit einem schwungwollen Wischen von rechts nach links befördert man die jeweilige E-Mail direkt in den Papierkorb.

Wissen, was ist: Ein Fingertipp auf das Fähnchen links unten in der Mail-App öffnet ein Untermenü, das unter anderem den Eintrag Mitteilung enthält. Tipp man darauf, lässt sich festlegen, dass man benachrichtigt wird, sobald der Gesprächspartner geantwortet hat.

Mehr wissen: Die Suchfunktion Spotlight durchkämmt nun nicht mehr nur das Gerät selbst, sondern auch das Web. Wird sie fündig, zeigt sie Suchergebnisse in der Nähe, Webfundstellen wie die Wikipedia, Webseiten und passende Apps an.

Fotos-App: Die bisher sehr rudimentären Bildbearbeitungsfunktionen seiner Foto-App hat Apple deutlich erweitert. Bemerkenswert ist, dass die App schief aufgenommene Bilder nun automatisch gerade ausrichtet. Klappt das nicht, kann man manuell nachjustieren.

Feinschliff: Ein Fingertipp auf das Poti-Symbol der Foto-App fördert ein Untermenü zutage, in dem man weitere Funktionen findet. Mit ihnen lassen sich beispielsweise Kontrast und Helligkeit zu manipulieren.

Schneller sein: Auf Nachrichten kann man jetzt sofort reagieren. Wird eine neue Mitteilung oben auf dem Bildschirm eingeblendet, wischt man kurz von oben aus darüber hinab. Sofort öffnet sich ein Fenster, in das man seine Antworten tippen kann. Die Tastatur bietet dabei gängige Antworten als Vorlage an.

Wo stecken Energieschleudern? Im Untermenü Allgemein -) Benutzung -) Batterienutzung kann man sich anzeigen lassen, welche Apps wie viel Prozent des Gesamtenergieverbrauchs ausmachen. Sehr nützlich, um starke Verbraucher zu identifizieren, ist dabei die Messung des Verbrauchs der letzten sechs Tage.

Chat mit Sprache: In der Nachrichten-App gibt es jetzt ein Mikrofon-Icon. Indem man seinen Finger darauf drückt, startet man eine Audio-Aufzeichnung. Sobald man den Finger hebt, wird die Aufzeichnung beendet und an den Chart-Partner gesendet.

Besser weniger tippen: Die neue Quick-Type-Tastatur kann es leichter machen, schneller lange Texte zu schreiben. Sie gibt oft recht gute Vermutungen dazu ab, was man wohl als nächstes tippen will. Statt das Wort zu schreiben, reicht es dann aus, auf den Vorschlag zu tippen.

Bleibt alles in der Familie: Mit der sogenannten Familienfreigabe können Familienmitglieder jetzt über eine gemeinsame Zahlungsmethode im iTunes- und App Store shoppen. Anders ausgedrückt: Papa zahlt, alle anderen kaufen ein. Der große Vorteil ist, dass alle Zugriff auf alle Inhalte haben.

Schnellzugriff: Die Personen, mit denen man zuletzt per iPhone Kontakt hatte, kann man sich per Doppeltipp auf den Home-Button anzeigen lassen. Ein Tipp auf einen der dargestellten Köpfe fördert Symbole zur schnellen Kontaktaufnahme über alle verfügbaren Kanäle (Teleon, Handy, Facetime, SMS) auf den Bildschirm.

Siri wird musikalisch: Mit iOS 8 lernt die Sprachassistenzfunktion Siri auch Musikstücke zu erkennen, so wie die bekannte App Shazam. Um herauszufinden, was man gerade hört, fragt man Siri einfach "Welche Musik höre ich gerade?". Man kann das auch als Quiz auffassen.

Übersicht schaffen: In der Nachrichtenzentrale, die man öffnet, indem man von oben nach unten über den Bildschirm wischt, lassen sich Mitteilungen auf dieselbe Weise bearbeiten wie in der Mail-App, also, indem man von rechts über die Nachrichten wischt.

Mehr Bewegung: Die Health-App, die Apple mit iOS 8 liefert, ist bisher noch weitgehend nutzlos. Sie wird erst dann interessant, wenn andere Apps und Fitness-Gadgets ihre Daten einspeisen. Bisher kann sie gerade mal Schritte zählen und abschätzen, wie viele Stockwerke man gestiegen ist.

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insgesamt 132 Beiträge
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Seite 1
armi-nator 26.09.2014
1. iOSGate, BentGate: So kommt das, wenn man...
...keinen paranoiden Psychopathen an der Firmenspitze mehr hat, wie Steve Jobs einer war (goo.gl/uNl0An), sondern ein Duo aus einem primär selbstverliebten Nicht-Designer (goo.gl/BYlteZ), und einem Chef, der vor allem nur noch "nett zu allen" sein will (goo.gl/sYjcRR). So wird das nichts mehr mit Apple.
herrmannherrmann1233 26.09.2014
2. spiegel fällt unter bildnievau
habt ihr wieder einen praktikanten in der wirtschaftabteilung? das tut wirklich in den augen weh...
Claudia_D 26.09.2014
3.
---Zitat--- Denn das Vertrauen seiner Fans, seiner treuen Kunden ist es, das den Konzern zu der Geldmaschine macht, die er ist ---Zitatende--- Dass ich DAS zu lesen noch erleben darf... Na Herr Kremp, ist Ihnen das Spielzeug Ihrer Lieblingsmarke auch abgeraucht? Nutzen Sie die Gelegenheit, und schauen Sie sich mal um. Andere Hersteller haben auch schöne Töchter.
kdshp 26.09.2014
4.
War das bei apple nicht immer schon so als ein rauf und runter?! Und oder ist es nicht "normal" das unternehmen das vollziehen. Es gibt sicher mehrere gründe dafür und bei apple meine ich ist es der erfolgsdruck wenn man als unternehmen ganz OBEN steht. Dazu kommt auch noch das das iPhone kein neues produkt ist also was ganz neues. Und vieleicht gibst auch interen probleme so kann ein neuer chef/führunsgkraft in eine abteilung wie der softawarenentwicklung chaos und unfrieden verursachen. Hier passiert apple ja nicht besonderes sondern das sind ganz normale dinge die jede unternehmen haben kann oder haben wird in der situation. Ich wünsche apple viel erfolg denn sie haben immer gute produkte auf den markt gebracht und oder neues angestoßen.
schinkennatter 26.09.2014
5. ich habe mein iPhone 6 bestellt.
freue mich drauf. Das geunke der Konkurrenz stört mich nicht. Copy cats are go.
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