iPad mini im Test: Weniger Tablet fürs Geld 

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Apple versucht es eine Nummer kleiner. Mit dem iPad mini stellt sich der Konzern preisgünstigen Klein-Tablets von Amazon und Google entgegen - ohne dabei billig zu werden. Wie gut ist das iPad mini wirklich? Ist es sein Geld wert? Der Test.

Apples neues Leichtbau-Tablet: Das ist das iPad Mini Fotos
Matthias Kremp

Als ich mein Testgerät auspacke, bestätigt sich der erste Eindruck vom Hands-on in San José: Leicht ist das kleine Apple-Tablet, sehr leicht. Und es sieht ganz anders aus als sein großes Gegenstück, das iPad mit Retina Display. Die Vorderseite erinnert mit ihrer abgeschrägten Kante an das iPhone 5, der Aluminiumrücken an das große iPad. Auffällig ist der Rahmen um den Bildschirm. Beim kleinen iPad ist er viel schmaler als bei dem 9,7-Zoll-Modell. Das lässt den Bildschirm im Verhältnis zum Gehäuse größer wirken.

Mit 7,9 Zoll im 4:3 Format nimmt dieser Bildschirm eine Sonderstellung bei den Tablets ein. Er steht genau zwischen den 7 Zoll von Googles Nexus 7 und den 8,9 Zoll des Kindle Fire HD 8.9 (nur in den USA erhältlich), die zudem beide ein Bildseitenverhältnis von 16:10 haben. Dass Apple so stoisch bei 4:3 bleibt, ist der Kompatibilität geschuldet: Alle iPad-Apps sind für dieses Format programmiert.

Ein direkter Vergleich des iPad mini mit einem Kindle Fire HD zeigt: Die beiden Tablets sind von den Außenmaßen her fast gleich groß. Wegen seines dünnen Rahmens passt allerdings ein größerer Bildschirm in das Apple-Tablet (siehe Bilderstrecke).

Apple begründet das ungewöhnliche Format damit, dass es zwar 35 Prozent mehr Bildfläche bietet als 7-Zoll-Displays, man das Gerät aber trotzdem noch mit einer Hand halten kann. Dabei sollte man nicht versuchen, das iPad ganz zu umgreifen, denn dafür bräuchte man ziemlich lange Finger. Besser geht es, wenn man es locker in die Hand nimmt, auf der Rückseite mit Mittel- und Ringfinger abstützt und vorne mit dem Daumen stabilisiert. Anders als das große iPad ist es dafür leicht genug.

Reiseschreibmaschine

Genau das ist es, was mir am iPad mini am besten gefällt: Es ist klein und leicht genug, dass ich es immer dabei haben kann und es auch fast immer als mobile Surfstation mitnehme. Fast, weil es für die Jackentasche eben doch zu groß ist. In einem Rucksack oder einer Umhängetasche dagegen fällt es als Zusatzgepäck kaum auf. In Kombination mit einer Bluetooth-Tastatur taugt es sogar als Reiseschreibmaschine, wenn auch nicht so gut wie sein großes Gegenstück.

Technisch ist das iPad Mini eine Mischung aus iPad 2 und iPad 4. Als Antrieb dient ihm der A5-Prozessor aus dem iPad, seine Funktechnik entspricht der des iPad mit Retina-Display (iPad 4). Im Ergebnis ist das kleine damit genau so schnell wie das zwei Jahre alte iPad 2 und nicht mal halb so schnell wie das iPad 4. Das sagen zumindest Apps zur Leistungsmessung. Im populären Geekbench etwa kommt es auf dieselben 740 Punkte, die auch ein iPad 2 erreicht. Ein zum Vergleich getestetes iPad 4 kam dagegen mühelos auf 1750 Punkte.

Wer braucht Speed?

Merkwürdigerweise merke ich von diesem signifikanten Unterschied im Alltag gar nichts. Egal ob ich im Web surfe, Mails lese, Texte schreibe oder Arcade-Games spiele: Die Apps, die ich regelmäßig nutze, funktionieren auf dem kleinen iPad ebenso gut wie auf dem großen. Unterschiede zeigen sich nur bei Spielen, die für das Retina-Display optimiert wurden. Die sehen auf dem hoch auflösenden Bildschirm viel besser aus. Wohlgemerkt besser, nicht schneller.

Generell gilt: Wer sich an hochauflösende Bildschirme und Retina-Displays gewöhnt hat, wird den Bildschirm des iPad mini als Rückschritt empfinden. Mir fielen zuerst die Schriften im Webbrowser auf, die, anders als beim iPad 4, nicht scharf wie gedruckt aussehen und nicht bis in kleinste Schriftgrößen lesbar bleiben. Bei Fotos und Videos fällt dieser Unterschied kaum ins Gewicht. Hier spielt das iPad mini seine bei gleicher Auflösung höhere Pixeldichte gegenüber dem iPad 2 als Vorteil aus.

Und einen Vorteil bringt dem iPad mini auch der mit dem iPhone 5 eingeführte Lightning Connector. Der alte Dock Connector hätte an dem schlanken Tablet reichlich klobig gewirkt. Überdies zeigt sich der Akku des kleinen iPads genügsamer als die Stromspeicher der großen Modelle. Während die sich nämlich nur von 10-Watt-Netzteilen oder entsprechend ausgerüsteten USB-Buchsen betanken lassen, begnügt sich das iPad mini mit den fünf Watt des USB-Standards, lässt sich sogar vom Steckernetzteil eines iPhone aufladen. Besonders häufig ist das allerdings nicht nötig, im Test wurden nach einem Tag durchschnittlicher Nutzung noch rund 50 Prozent Kapazität angezeigt.

Mehr Tablet oder mehr iPad?

Die Frage, ob das iPad mini ein echtes iPad ist, lässt sich klar mit ja beantworten. Im Test hat sich ihm keine App verweigert, die Anbindung an den iCloud-Dienst funktionierte problemlos, der Datenabgleich mit einem Computer via iTunes ebenso. Der Bildschirm lässt sich sehr hell aufdrehen, zeigt kräftige Farben und Kontraste, der Touchscreen reagiert verzögerungsfrei. Mehr iPad braucht man eigentlich nicht.

Und doch wird es das iPad mini nicht leicht haben, sich gegen die Konkurrenz durchzusetzen, weil es so viel teurer ist. 329 Euro verlangt Apple für das Modell mit 16 GB Speicher und W-Lan. Mit Mobilfunkanbindung kostet es gleich 130 Euro mehr (459 Euro). Damit ist es zwar billiger als ein iPad 2 (ab 399 Euro) und deutlich billiger als ein iPad 4 (ab 499 Euro), aber erheblich teurer als die Konkurrenzmodelle von Google und Amazon. Nur die Mobilfunkversion ist mit GPS ausgerüstet.

Billiganbietern macht Apple damit keine Angst. So bleibt am Ende nur ein Argument, sich ein iPad mini zuzulegen: Mehr Tablet fürs Geld bekommt man anderswo, mehr iPad gibt es nirgends.

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1.
aga100 31.10.2012
Zitat von sysopMatthias Kremp Apple versucht es eine Nummer kleiner. Mit dem iPad mini stellt sich der Konzern preisgünstigen Klein-Tablets von Amazon und Google entgegen - ohne dabei billig zu werden. Wie gut ist das iPad mini wirklich? Ist es sein Geld wert? Der Test. http://www.spiegel.de/netzwelt/gadgets/apple-ipad-mini-im-test-a-864210.html
Und das ist auch gut so! Ich weiß gar nicht mehr, wann dieser Trend zum 'Sehschlitz' anfing, ich weiß nur, es nervt. 16:9 war ursprünglich für HD-Videos und nicht für 'Computer' gedacht. Sehen sich alle User nur noch Videos an? Der Unterschied für Anwendungen ist eklatant. Ein 16:9 Android-Tablet quer zu benutzen ist eine Zumutung. 16:10 Monitore sterben auch schon aus, von Notebooks ganz zu schweigen. Und warum? Weil die Hersteller einfach mit der Fläche tricksen können: die Fläche, und nur die zählt bei den Kosten, ist bei gleicher Diagonale, die sich ja wiederum gut verkauft, deutlich kleiner bei 16:9, als bei 16:10 oder gar 4:3. Bin gespannt wann es die Billigheimer auf 2:1 oder die 'Lesezeile' bringen!
2.
PIrot 31.10.2012
Grade die geringe Pixeldichte von 163ppi wirken nicht mehr zeitgemäß. Sogar das günstigere Nexus 7 hat sogar schon 216ppi (Quelle: http://versusio.com/de/apple-ipad-mini-vs-google-nexus-7 ) bedingt durch einen etwas kleineren Screen und eine leicht höhere Auflösung und 200ppi ist mE das Minimum, alles andere fühlt sich wie 2010 an. Und iOS ist nicht so wichtig auf dem Tablet wie auf dem Handy (auf dem Apps eine größere Bedeutung als reines Surfen spielen)—daher bin ich mir nicht so sicher über die Erfolgschancen des Mini.
3. Was kostet so eine Werbung?
Markus_petersen 31.10.2012
Was kostet eigentlich solch eine Werbung von Apple? In den letzten drei Monaten wurde 27 mal über Apple oder Appleprodukte berichtet. Warum so oft? Wir sprechen hier doch von nichts anderem als einem Computer.
4.
findetnemo 31.10.2012
Zitat von sysopMatthias Kremp Apple versucht es eine Nummer kleiner. Mit dem iPad mini stellt sich der Konzern preisgünstigen Klein-Tablets von Amazon und Google entgegen - ohne dabei billig zu werden. Wie gut ist das iPad mini wirklich? Ist es sein Geld wert? Der Test. http://www.spiegel.de/netzwelt/gadgets/apple-ipad-mini-im-test-a-864210.html
Tests zu Smartphones und Tablets klicke ich bei Apple, äh Spiegel-Online reflexartig an. Ich mag gutes Kabarrett! "Es ist klein und leicht genug, dass ich es immer dabei haben kann und es auch fast immer als mobile Surfstation mitnehme." Lustig, "immer dabeihaben" nach einem Kurztest. Und der Bildschirm "wirkt" relativ zum Gehäuse größer, soso. Fakten finden sich vereinzelt dann dennoch. Immerhin erfahren wir, dass es fürs Geld eben nicht mehr iPad gibt und dass ein Retina-Display höher auflöst, als ein Nicht-Retina-Display. Und außerdem lernen wir, dass man mit dem Mini-iPad auch schnell in der U-Bahn zwischen Messberg und Hauptbahnhof einen Test schreiben und online stellen kann. ;-) Weiter so - ich freue mich auf den ersten Surface-Test, Neues aus der Anstalt kommt ja viel zu selten.
5. Entscheidet der Preis?
jeze 31.10.2012
Zitat von sysopMatthias Kremp Apple versucht es eine Nummer kleiner. Mit dem iPad mini stellt sich der Konzern preisgünstigen Klein-Tablets von Amazon und Google entgegen - ohne dabei billig zu werden. Wie gut ist das iPad mini wirklich? Ist es sein Geld wert? Der Test. http://www.spiegel.de/netzwelt/gadgets/apple-ipad-mini-im-test-a-864210.html
Ein Mini-Tablet ist immer Teil eines IT-Ökosystems. Wer iPhone und Mac hat wird sich nicht wegen 80 EUR ein Android Tablet kaufen. Das ist das selbe, wie wenn man ein Canon- und ein Nikon-Objektiv vergleicht und behauptet das Canon-Objektiv werde es aufgrund seines Preises schwer haben. Selbst wenn das Nikon-Objektiv günstiger wäre, könnte ein Canon-Nutzer nichts damit anfangen. Bei Tablets ist es ähnlich, allerdings bemerken das viele Leute erst, wenn sie verstanden haben, dass ein Tablet kein PC-Ersatz ist.
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iPad mini
Hersteller Apple
Bezeichnung iPad mini
Betriebssystem iOS 6
Prozessor Apple A5
Arbeitsspeicher 0,5 GB
Festspeicher 16/32/64 GB
Displaygröße 7,9 Zoll
Displayauflösung 1024 x 768
W-Lan 802.11a/b/g/n
Bluetooth 4.0
GPS nur bei Mobilfunk-Version
USB nur via Adapter
Speicherkartensteckplatz nein
Kopfhörer Ja
Mikrofon Ja
Webcam ja, 720p
Digitalkamera ja, 5 Megapixel
Gewicht 308 bis 312 Gramm
Abmessungen 20 x 13,5 x 0,72 Zentimeter
Preis mit W-Lan 329/429/529 Euro
Preis mit W-Lan und Mobilfunk 459/559/659 Euro

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Smartphones und Tablets: Googles neue Nexus-Gadgets


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