XL-Tablet Apple räumt Probleme beim iPad Pro ein

Einige der ersten Käufer von Apples großem Tablet beschweren sich: Das iPad Pro friert ein, wenn man es auflädt. Der Konzern rät zu einem harten Reset, bleibt eine echte Lösung aber schuldig.

Matthias Kremp

Kaum hatten vor gut einer Woche die ersten Käufer ihr iPad Pro bekommen, klagten manche über ein merkwürdiges Problem: Ist das große Apple-Tablet über einen längeren Zeitraum an ein Ladegerät angeschlossen, friert es offensichtlich ein, reagiert auf keine Eingaben mehr. Der Bildschirm bleibt schwarz. Nur mit einem sogenannten harten Reset ist es wieder zum Leben zu erwecken.

Bis zum Freitag ist der entsprechende Diskussionsstrang in Apples Support-Forum 21 Seiten lang, enthält mehr als 300 Beiträge. Kunden schildern, ihr iPad Pro friere ein, wenn es über Nacht an der Steckdose hänge. Andere berichten, es zeige die Symptome bereits, wenn man es nur für eine Stunde einstöpsele. Für die Betroffenen eine lästige Situation, da es bis zu fünf Stunden dauert, die großen Akkus des XL-Tablets aufzuladen.

Jetzt hat Apple sich gemeldet. Unter der Überschrift "Wenn ihr iPad nicht mehr reagiert und der Bildschirm schwarz ist", gibt das Unternehmen auf einer Support-Seite eine kurze Hilfestellung. Sollte das genannte Problem eintreten, wird empfohlen, einen Neustart zu erzwingen, indem man Homebutton und Einschalttaste für einige Sekunden gedrückt hält. Genau die Hard-Reset-Prozedur also, die auch betroffene Anwender schon als Lösungsmöglichkeit beschrieben hatten.

Apple sei sich des Problems bewusst und untersuche dieses, heißt es auf der Seite außerdem. Das Problem selbst wird freilich nicht benannt, und auch sonst macht der Konzern keine weiteren Angaben. So bleibt unklar, ob der Effekt auf einen Hardwarefehler oder ein Softwareproblem zurückzuführen ist.

Einige Kunden berichten allerdings, bei ihnen seien die Symptome verschwunden, nachdem sie die aktuelle Betaversion von iOS 9.2 auf dem iPad Pro installiert haben. Das deutet zwar auf einen Softwarefehler im iOS 9.1 hin, das auf den iPads Pro bei Auslieferung installiert ist, muss aber nicht in allen Fällen zutreffen. Mit unserem Testgerät war der Fehler nicht reproduzierbar.

Auf Anfrage von SPIEGEL ONLINE hat sich Apple bis zum Freitagmittag nicht zu dem Problem geäußert.

Beim Auseinandernehmen des iPad Pro stießen die Experten von iFixit auf einige Neuerungen. Beispielsweise wird die Hauptplatine jetzt zwischen den beiden Akkus montiert, statt an der Seite neben den Stromspeichern.

Einer der Vorteile des iPad Pro sei es, dass die Akkus nur von Klebestreifen gehalten werden und deshalb leicht ausgewechselt werden könnten, urteilt iFixit.

Ansonsten ist das Zerlegen des großen iPad Pro aber eine knifflige Sache. Statt mit Schrauben werden viele Bauteile mit Klebstoff fixiert.

mak

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