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Apples Neuheiten: So fühlt sich das Drück-mich-iPhone an

Aus San Francisco berichtet

Apple-Show: Die neuen Produkte im Schnellcheck Fotos
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iPhones, die merken, wie kräftig man drückt, und ein iPad, so groß wie ein Notebook: Apples Neuheiten sollen mit technischen Tricks und neuen Dimensionen locken. Wir haben sie ausprobiert.

Es dauert ungefähr drei Minuten, dann hat man verstanden, wie 3D Touch funktioniert. Mit diesem Namen beschreibt Apple die interessanteste Funktion seiner neuen iPhones 6s und 6s Plus. Der Konzern hatte die Gadgets am Mittwochabend in San Francisco vorgestellt - zusammen mit dem iPad Pro und einem neuen Apple TV.

  • Das iPhone - bitte kräftig drücken

Die Funktionsweise von 3D Touch ist einfach: Der Touchscreen der neuen iPhones ist druckempfindlich. Tippt man auf ein Symbol oder eine Textstelle und drückt dann ein wenig stärker darauf, wird eine weitere Funktion ausgelöst. Ausprobieren konnte ich das etwa mit der Vorabversion einer neuen Facebook-App. Ein kräftiger Druck auf das Symbol der App klappte dort ein Menü auf, aus dem ich vier Funktionen schnell auswählen konnte: Suchen, Fotografieren, Ort markieren und Status aktualisieren.

Zum Durchklicken: Die neuen Produkte im Schnellcheck

Das neue iPhone 6s Plus: Äußerlich wurde das Gerät fast gar nicht verändert, die Technik dagegen wurde umfassend umgekrempelt. Die wichtigsten Neuerungen sind der neue A9-Prozessor und das Display mit 3D-Touch-Technik.

iPhone 6s (l.) und iPhone 6s Plus: Die Preise beginnen bei 739 Euro für das iPhone 6s mit 16 GB. Das teuerste Modell ist das iPhone 6s Plus mit 128 GB, für das Apple 1069 Euro verlangt.

Als neue Option bietet Apple die iPhones jetzt auch in Roségold an. Die Farbe changiert extrem, wenn man das Gerät im Licht dreht und wendet.

Zu den neuen iPhones werden auch neue Dockingstationen angeboten - natürlich in den passenden Farben.

Neu ist die sogenannte 3D-Touch-Funktion: Drückt man etwas stärker auf das Symbol einer App, werden Menüs mit zusätzlichen Optionen geöffnet.

Auch in Apps kann man 3D Touch verwenden. Hier hat beispielsweise ein Fingerdruck auf eine Flugnummer eine Übersicht über den Verlauf dieses Fluges hervorgebracht.

Riesiger Rücken: Das neue iPad Pro ist mit 12,9 Zoll fast so groß wie ein Macbook Air.

Riesiger Rücken: Das neue iPad Pro ist mit 12,9 Zoll fast so groß wie ein Macbook Air.

Zum neuen iPad gibt es erstmals auch einen drucksensitiven Stift, den Apple Pencil. Der Preis dafür beträgt 99 Dollar.

Das 12,9-Zoll-Display zeigt 2732 mal 2048 Pixel an. Auf den Demo-Geräten wurden darauf Filme in 4K-Auflösung gezeigt.

Die Leistung des A9X-Prozessors soll beim iPad Pro sogar für Videoschnitt ausreichen.

Selbst extrem leistungshungrige Anwendungen wie AutoCad liefen auf den Demogeräten sehr flüssig.

Ein Vorteil des großen Displays ist, dass man zwei Apps parallel benutzen und Daten zwischen diesen hin und her kopieren kann.

Zum iPad Pro bietet Apple jetzt auch ein Smart Keys genanntes Tastaturcover an. In den USA soll es 169 Dollar kosten.

Das neue Apple TV wird mit 32 und 64 GB Speicher angeboten. Es kostet in den USA 99 beziehungsweise 149 Dollar. Deutsch Preise stehe noch nicht fest.

Das neue Apple TV wird mit dem Betriebssystem tvOS ausgeliefert. Damit lassen sich auf dem Gerät jetzt auch Apps installieren, etwa Spiele.

Die Apple Watch Sport gibt es jetzt in zwei neuen Farben: Roségold und Gelbgold.

Am 16. September wird watchOS 2 ausgeliefert. Apples Smartwatches bekommen damit viele neue Funktionen. Vor allem können Apps von Drittanbietern jetzt direkt auf der Uhr laufen und sollten dadurch schneller starten.

In Apps konnte ich per 3D Touch nachschauen, was sich beispielsweise hinter einem Link oder einer Flugnummer verbirgt. Indem ich etwas intensiver auf die jeweilige Textstelle in einer E-Mail drückte, öffnete sich ein Fenster mit den entsprechenden Informationen. Sobald ich den Finger anhob, verschwand das Fenster. Peek nennt Apple diese Funktion.

Ob von Anfang an geplant war, die Drück-mich-Funktion als 3D Touch zu bezeichnen, behält Apple für sich. Auf der Apple Watch heißt das Äquivalent Force Touch und es wäre logisch gewesen, es auch auf den iPhones so zu nennen. Ein Grund für den Namenswechsel könnte sein, dass Huawei auf der Ifa ein Smartphone mit einer ähnlichen Technik präsentiert hatte, ebenfalls unter dem Namen Force Touch.

Abgesehen von 3D Touch hat sich bei den neuen iPhones auf den ersten Blick nichts Bemerkenswertes getan. Sie sehen genauso aus wie zuvor, haben dieselben Maße behalten. Im Inneren wurde allerdings alles umgebaut: Der neue A9-Prozessor ist schneller geworden, der sogenannte Motion-Co-Prozessor wurde in den Haupt-Chip integriert.

Zudem wurden die Kameras kräftig überarbeitet. Sie haben jetzt fünf beziehungsweise zwölf Megapixel und neue Technik. Wie sich das in der Praxis bemerkbar macht, kann nur ein intensiver Test zeigen.

  • Das iPad Pro - so schwer wie das erste iPad

Immerhin gab es aber noch eine Möglichkeit, sich einen ersten Eindruck vom iPad Pro zu machen. Mit 12,9 Zoll Diagonale ist es fast so groß wie ein Notebook, aber viel dünner und leichter. Knapp über 700 Gramm ist das Gerät schwer, es wiegt etwa so viel wie das erste iPad. Der Bildschirm zeigt 2732 mal 2048 Pixel an. In der neuen Splitscreen-Ansicht reicht das aus, um zwei herkömmliche iPad-Apps nebeneinander zu nutzen.

Rücken des iPad Pro: Das Gerät wiegt etwas mehr als 700 Gramm Zur Großansicht
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Rücken des iPad Pro: Das Gerät wiegt etwas mehr als 700 Gramm

In Kombination mit der magnetisch ansteckbaren Smart-Keys-Tastatur, die als Zubehör angeboten wird, könnte das iPad Pro als Notebook-Ersatz durchgehen. Damit konkurriert Apple nun direkt mit Microsofts Surface 3 Pro. Beim ersten kurzen Ausprobieren zeigte die superdünne Smart-Keys-Tastatur, die auch als Schutzhülle fürs Tablet dient, allerdings einen kaum spürbaren Anschlag. Bleibt abzuwarten, ob sie trotzdem alltagstauglich ist.

  • Der Zeichenstift - Malen auf dem iPad

In einen ganz anderen Bereich stößt Apple mit dem Apple Pencil vor, einem Zeichenstift für das neue iPad. Beim Zeichnen damit war kaum ein Unterschied zu einem normalen Stift festzustellen. Je nachdem, wie man den Stift hält, kann man damit scharfe Linien zeichnen, oder weiche Flächen kolorieren. Dabei lassen sich verschiedene Stifte und Pinsel sowie Malmaterialien wie Kohle, Tinte und Ölfarbe auswählen.

Ganz neu ist so etwas freilich nicht. Die Firma Wacom beispielsweise ist schon seit vielen Jahren auf derartige Zeichenstifte spezialisiert. Im Test wird sich zeigen müssen, ob und falls ja wie viel besser Apples Stift ist. Ein gravierender Unterschied ist jedenfalls, dass seine Technik im Betriebssystem verankert ist und deshalb nicht nur einigen Zeichen- und Mal-Apps zur Verfügung steht, sondern vielen anderen auch.

  • Vorläufiges Fazit

Mit dem iPad Pro wagt Apple sich mal wieder in eine neue Kategorie vor: Das Unternehmen versucht, gleichzeitig Business-Anwender und gut betuchte Spielkinder zu begeistern. Die müssen allerdings tief in die Tasche greifen: In den USA kosten die Geräte ab 800 Dollar, Tastatur und Stift müssen als Zubehör gekauft werden, mit Vollausstattung kommt damit auch die Basisversion schon auf über 1000 Dollar.

Deutsche Preise stehen noch nicht fest, aber ab November soll das große Apple-Tablet im Handel sein. Dann muss es sich gegen Microsofts Surface Pro 3 behaupten, das ab 849 Euro angeboten wird.

Mit den neuen iPhones werden es die Kalifornier leichter haben. Schon die iPhones 6 und 6 Plus waren Verkaufserfolge. Mit 3D-Touch-Funktion, neuer Kamera und neuem Prozessor sind die Sechser-iPhones mit dem "s" in der Bezeichnung jetzt so ausgereift, dass nun auch diejenigen mit einem Neukauf liebäugeln werden, die bisher zögerten, weil sie mit ihrem iPhone 5 oder 5s noch zufrieden sind.

Video: Die Highlights aus Apples Präsentation

AFP

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insgesamt 95 Beiträge
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    Seite 1    
1. So langsam wird's dann doch peinlich
exeblue 10.09.2015
Apple hin, IPhone her, sicher ein interessantes Handy, wobei es meiner persönlichen Meinung nach bessere gibt. Naja, Ansichtssache. Nur warum wird über jeden Apfelfurz so ausgiebig berichtet? Ich weiß, damit Ideoten wie ich den Artikel anklicken und kommentieren. Allerdings bin ich schon der Meinung, dass man die hier sehr aufdringliche Werbung, welche dann doch wenig mit reiner Information zu tun hat, sehr viel dezenter gestalten könnte. Vielleicht mal ein direkter Vergleich zu einem Konkurrenten? Oder erleidet das IPhone dann ungewollt Schiffbruch?
2. Damit konkurriert Apple nun direkt mit Microsofts Surface 3 Pro
Khaanara 10.09.2015
Ich denke eher in Konkurrenz mit dem Surface RT, da kein vollwertiges OSX darauf, sondern nur iOS.
3.
infrarot 10.09.2015
Produktkult um überteuertes Zeug, das außerdem durch Ausbeutung von Hungerarbeit erzeugt worden ist. Der ganze Apple-Hype wird zunehmend lächerlich. Jetzt werden die Druckempfindlichkeit und die "changierenden Farben" als neues Highlight verkauft. Das ist wirklich albern.
4.
geschivariable 10.09.2015
Das iPad Pro ist ein richtiger Schritt, gerade wenn man wirklich mobil produktiv sein will. Richtig gut wird aber erst ein Macbook mit dieser Funktionalität. Leider ist das Surface Pro 3 noch weit überlegen. Hier bekomme ich ein vollwertiges Betriebssystem inkl Stift plus akzeptabler Tastatur mit Touchpad. Dabei ist der normale USB Anschluss (Wenn der Kollege xyz aufm Stick dabei hat), die MicroSD und der DisplayPort unterwegs oder am Beamer hilfreich... Das kommende Surface Pro 4 wird sicherlich nochmal eine Verbesserung des 3ers. Wer also nicht schon im Apple Universum verankert ist mit anderen Geräten sollte aufs Surface Pro 4 mit Windows 10 warten.
5. Mit dem iPad Pro...
Smith 10.09.2015
...wagt sich Apple in eine neue Kateogrie? Lieber Autor, schon mal was vom Surface Pro gehört? Gibt es viel länger und hat ebenfalls den "revolutionären" magnetischen Anschluss. Welch eine Neuheit. Außerdem läuft auf dem Ipad Pro iOS, was auf Dauer der Produktivitätskiller sein wird. Fazit: Das Ipad Pro ist ein schlechteres Surface Pro mit einem anderen Logo.
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