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Neue Produkte: Apple macht seine Geräte kleiner

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DPA

Apple-Geschäftsführer Tim Cook

Heute präsentiert Apple neue Produkte - doch anders, als man es vom Konzern gewohnt ist. Denn alles wird etwas kleiner. Die Vorschau zum Event.

Wenig Zeit? Am Textende gibt's eine Zusammenfassung.


Wenn Apple meinte, große Dinge zu präsentieren, tat der Konzern das meistens auch im passenden Rahmen. Tausende Gäste und Journalisten wurden in große Säle in San Francisco eingeladen, wo immer größere Produkte vorgestellt wurden: Das iPad Pro überragt mit seinem 12,9-Zoll-Display alle anderen Apple-Tablets, und seit den iPhones 6 und 6 Plus muss man fast Pranken haben, um die kalifornischen Smartphones noch als handlich zu empfinden.

Das wird sich am Montagabend ab 18 Uhr deutscher Zeit ändern. Statt der sonst üblichen vierstelligen Zahl hat Apple nur eine kleine Schar Journalisten eingeladen, die Veranstaltung wird in einem kleinen Auditorium im Firmenhauptquartier in Cupertino stattfinden. Und auch die Gadgets, die Apple-Chef Tim Cook und seine Kollegen dort erstmals zeigen werden, dürften kleiner daherkommen als die letzten Neuheiten.

Das betrifft vor allem das neue Smartphone, das angeblich iPhone SE heißen soll. Analysten und Tech-Blogger sind sich einig, dass es sich um ein neues 4-Zoll-Modell handeln wird, also eines, das so groß ist wie das 2013 eingeführte iPhone 5s. Mit dem könnte es auch weitgehend die Form teilen, wobei Deckglas und Gehäusekanten leicht abgerundet sein sollen, was eher an die 6er-iPhones erinnert.

Die Technik des iPhone SE

Technisch dürfte im iPhone SE mehr vom iPhone 6s stecken: der A9-Prozessor etwa, ebenso wie der TouchID-Fingerabdrucksensor. Die Auflösung der Hauptkamera könnte gegenüber den Topmodellen auf 8 statt 12 Megapixel reduziert werden, sogenannte Live-Photos soll er aber trotzdem machen können. Die 3D-Touch-Funktion wird wohl den iPhones 6s und 6s Plus vorbehalten bleiben. Dafür wird ein NFC-Chip für die Bezahlfunktion Apple Pay eingebaut sein.

Bemerkenswert ist, dass es diesmal kaum konkrete Gerüchte zur Speicherausstattung gibt. So bleibt unklar, ob das Einstiegsmodell mit 16 oder 32 GB bestückt wird und ob es auch Varianten mit 64 und 128 GB geben wird. Auf einen Speicherkartensteckplatz braucht man bei Apple ebenso wenig zu hoffen wie auf einen niedrigen Preis. So viel wie ein aktuelles iPhone 5s werde das iPhone SE kosten, lauten die Mutmaßungen: Geht man vom Preis aus dem Apple-Shop aus also etwa 500 Euro.

So oder so ist die Einführung eines neuen, kleinen iPhones eine geschickter Zug von Apple. Zum einen sorgt der Konzern damit für neue Nachfrage, lange bevor das iPhone 7 vorgestellt wird, das man im September erwarten kann. Zum anderen könnte die Firma mit einem 4-Zoll-Gerät all jene Apple-Fans mobilisieren, denen die 6er-iPhones zu groß waren oder die das Design der 5er-Modelle einfach lieber mögen.

Ein kleines iPad Pro

Längst überfällig ist auch ein Update der mittleren iPad-Baureihe mit 9,7-Zoll-Bildschirm. Das aktuelle iPad Air 2 ist bereits 2014 vorgestellt worden. Den Gerüchten zufolge wird der Konzern nun eine kleine Version des iPad Pro mit genau dieser Bildschirmgröße vorstellen. Technisch soll es dieselben Merkmale wie das große Modell haben, also den A9X-Prozessor, die Möglichkeit, einen Stift zum Schreiben und Zeichnen zu benutzen, und vor allem den Smart Connector, über den sich Tastaturhüllen magnetisch mit dem Gerät verbinden lassen.

Wegen dieser Extras werde das kleine iPad Pro allerdings rund hundert Euro teurer als ein iPad Air 2, heißt es, es könnte also rund 600 Euro kosten. Denkbar, aber von Gerüchten nicht gestützt ist die Vermutung, dass es parallel zum Pro-Modell ein günstigeres iPad Air 3 geben wird, dem die Pro-Features bei ansonsten gleicher Ausstattung fehlen.

Neue Software

Ergänzend zur neuen Hardware dürfte Apple am Montag auch zwei Software-Updates freigeben. Zum einen ist das iOS 9.3, das viele Neuerungen für die Nutzung im Schulbetrieb enthält, beispielsweise eine Multiuser-Verwaltung. Normalanwendern wird dagegen vor allem die Night-Shift-Funktion auffallen: Sie ändert die Bildschirmfarben abends und nachts so, dass sie bei Dunkelheit augenschonender sind.

Für Apple-Watch-Käufer wird es ein Update auf watchOS 2.2 geben. Neben erweiterten Funktionen für Apple Maps bringt die Version 2.2 die Möglichkeit, mehrere Apple-Smartwatches mit demselben iPhone zu koppeln. Eine Luxusfunktion, auf die wohl nur wenige Nutzer gewartet haben.

Der Streit mit dem FBI

Neben diesen Gadgets und Updates wird Tim Cook die Bühne nutzen, um noch einmal für Apples Standpunkt im Streit mit dem FBI um die Verschlüsselung von iPhones zu werben. Das FBI fordert von Apple die Entwicklung einer speziellen Version seines iOS-Betriebssystems. Die Software soll Ermittlern helfen, das iPhone des Attentäters von San Bernardino zu entsperren und so auf dessen Daten zugreifen können.

Apple warnt, eine solche iOS-Version sei zu gefährlich: Sie hätte das Potenzial, die Sicherheit aller iOS-Nutzer zu gefährden, weil damit die seit iOS 8 eingebaute Verschlüsselung des Speichers ausgehebelt werden könnte. Unternehmen wie Google und Twitter haben sich in diesem Streit auf Apples Seite positioniert.

In Cupertino wird Tim Cook vermutlich erneut dafür werben, die Haltung seines Konzerns zu unterstützen. Das dürfte auch strategische Gründe haben, denn für den Dienstag ist vor einem Gericht im kalifornischen Riverside eine Anhörung in der Sache angesetzt, bei der FBI und Apple ihre Positionen darlegen sollen. Bevor es vor Gericht ernst wird, kann Apple so noch einmal in Ruhe Eigenwerbung machen und der Öffentlichkeit ohne Druck von außen seine Sicht der Dinge erläutern.

Zusammengefasst: Heute ab 18 Uhr deutscher Zeit stellt Apple in Cupertino neue Produkte vor: vermutlich unter anderem ein neues, kleineres iPhone SE und eine kleinere Variante des iPad Pro. Da Apple Dienstag eine Gerichtsanhörung bevorsteht, wird sich Tim Cook wohl auch zum Streit mit dem FBI um die iPhone-Verschlüsselung äußern.

SPIEGEL ONLINE wird live von der Präsentation berichten.

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insgesamt 87 Beiträge
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    Seite 1    
1. Cool...
damalswarallesbesser 21.03.2016
abgedunkeltes Display mit anderen Farben bei Nacht. Wenn es sich lohnt, über so etwas zu berichten, bedeutet das ja wohl, dass nix Neues zu erwarten ist. Der Berg kreißte und gebar eine Maus. Wird Zeit, dass mal wieder was richtig Neues kommt... Lieber Tim Cook, lies doch mal von Daniel Suarez "Darknet", die Lektüre hilft der Phantasie in Sachen Innovation auf die Sprünge.
2.
Hipster 21.03.2016
Nachdem mein nicht mal zwei Jahre altes Lumia 925 kein Windows 10 Mobile spendiert bekommt, werde ich mir Apples Produkte heute Abend mal wieder etwas genauer anschauen ...
3.
Bueckstueck 21.03.2016
Zitat von HipsterNachdem mein nicht mal zwei Jahre altes Lumia 925 kein Windows 10 Mobile spendiert bekommt, werde ich mir Apples Produkte heute Abend mal wieder etwas genauer anschauen ...
Ärger dich aber nicht wenn dein mutmasslich neues i-handy bereits nach zwei Jahren zwar noch grundsätzlich updates kriegt, die spannendsten neuen Funktionen jedoch nicht. Ich weiss es, ich hab noch so ein iphone. Und auch mein ipad air hat die beste Neuerung von iOs 9 nicht bekommen: Apps im splitscreen Modus.
4. Wie in der Zusammenfassung
der_sich_den_wolf_tanzt 21.03.2016
geschrieben: Apple stellt neue Produkte vor, vermutlich ..... Alles Andere ist Spekulation, Apple war immer für Überraschungen gut.
5. Dieser Hype ist doch nicht mehr normal
dbrown 21.03.2016
Kaum hat sich das neue iPhone warm gelaufen liegt schon der Nachfolger auf dem Tisch. Und diese ganzen Jünger kaufen es auch noch sofort, nicht mehr normal.
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