Neue iPhones und iPads Apple lässt sich drücken

Wissen Sie, was 3D-Touch bedeutet? Dreidimensionalität jedenfalls nicht. Apple packte eine Menge Produkte in seine jüngste Präsentation. Neue iPhones, ein Riesen-iPad, ein intelligentes Apple TV. Das Wichtigste im Überblick.


Die erste Neuerung der Apple-Präsentation (Hier finden Sie die Veranstaltung im Minuten-Überblick.) am Mittwoch war der Ort: Ins Bill Graham Civic Auditorium in San Francisco, eine Konzerthalle, hatte der Konzern diesmal geladen. Der Saal fasst bis zu 7000 Zuschauer. Die Anwesenden bekamen eine ziemlich zügig durcherzählte Produktshow zu sehen, denn Tim Cooks Team hatte eine Menge vorzuführen. Die wichtigsten Ankündigungen im Überblick:

iPad Pro

Das neue, deutlich größere Apple-Tablet mit 12,9-Zoll-Display markiert eine neue Produktkategorie für Apple. Erstmals wird ein Tablet explizit gegen Notebooks und Laptops in Stellung gebracht, ähnlich wie Microsofts Surface Pro Tablets. Die neuen Tablets können 5,6 Millionen Pixel darstellen, ihr Bildschirme ist so breit wie der eines iPad Air hoch. Der neue A9X-Prozessor soll 1,8 mal schneller sein als sein Vorgänger, der Akku zehn Stunden durchhalten.

Zum Riesen-Tablet gibt es eine neue Tastatur, die sich mit einem Magnet-Dock an das Gerät anschließen lässt, und einen intelligenten Stift, der auf Druck und Haltewinkel reagiert. Damit soll man zeichnen, malen oder auch schraffieren können. Das iPad Pro soll mit 32 Gigabyte Speicher für 799 Dollar zu haben sein, die Tastatur kostet noch einmal 169 und der Stift 99 Dollar. Varianten mit mehr Speicher - 64 und 128 GB - soll es in den USA für 949 und 1079 Dollar geben. Über internationale Preise wurde wie üblich kein Wort verloren.

Fast nebenbei wurde ein aufgefrischtes iPad mini erwähnt, dass mit schnellerem Prozessor und leicht abgespecktem Gehäuse Käufer locken soll.

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Apple-Keynote: iPads, iPhones, Apple-TV

Neue iPhones

Wie erwartet wurden ein iPhone 6s und ein iPhone 6s plus mit schnelleren Prozessoren vorgestellt. Die beiden Geräte bekommen neue Gehäuse, die aus demselben Material bestehen wie das der Apple Watch Sport. Apple nennt es Series 7000 Aluminium und gibt an, dass es 60 Prozent stärker sei als herkömmliche Legierungen. Das klare Ziel dieser Neuerung ist es, das Plus-Modell steifer zu machen, so dass es nicht verbogen werden kann. Zur Erinnerung: Das erste iPhone hatten einige Blogger kamerawirksam unter großer Krafteinwirkung verbogen. Eine Schwäche, die später als Bendgate bezeichnet wurde.

Mit der neuen, zum Anwender gerichteten Facetime-Kamera reagiert Apple auf den Selfie-Trend. Statt der bisher eher bescheidenen 1,2 Megapixel zeichnet sie nun 5 Megapixel auf. Der Bildschirm selbst soll künftig als Selfie-Blitz dienen.

Überholt wurde auch die Hauptkamera, die nun eine Zwölf-Megapixel-Auflösung bietet und nun auch 4K-Videos aufzeichnen kann. Dank eines neuen Bildsensors sollen Fotos realistischer aussehen. Fotos werden standardmäßig als "Live Photos" aufgenommen: Vor und nach dem eigentlichen Auslösen werden weitere Bilder aufgezeichnet, so dass man die Fotos mit einem Druck auf den Bildschirm in kurze Bewegtbild-Schnipsel verwandeln kann. Andere Plattformen sollen diese "Live Photos" unterstützen - zum Beispiel Facebooks Smartphone-App.

Wie erwartet hat Apple die iPhones um die mit der Apple Watch eingeführte Force-Touch-Fähigkeit erweitert. Das heißt, die Geräte können nun unterscheiden, wie stark man aufs Display drückt. Anders als Apples Smartwatch können die neuen Smartphones aber drei Druckstufen unterscheiden, weshalb diese Fähigkeit gleich den neuen Namen 3D-Touch bekam.

Was damit möglich ist, zeigte Apple anhand seiner eigenen Apps. Auf dem Handy lassen sich damit beispielsweise Kontextmenüs zu einzelnen Apps oder Dateien, aber auch Vorschauen von E-Mails oder Fotos aufrufen. Apps von Drittanbietern können davon bisher noch nicht profitieren, sie müssen erst an die neue Technik angepasst werden.

Bestellen kann man die neuen iPhones ab dem 12. September, geliefert werden sollen sie zwei Wochen später. iOS 9, die neue Betriebssystemversion, kommt am 16. September.

Apple TV

Wie erwartet stellte der Konzern auch eine neue Version des Apple TV genannten Streaming-Geräts für den Fernseher vor. Die Box wird jetzt von einem schnelleren Prozessor angetrieben, der deutlich mehr Leistung bietet als der im Vorgänger verbaute Chip. Technisch wird diese Leistung zunächst einmal von der Siri-Spracherkennung gebraucht. Wie bei Amazons Fire TV kann man auf der Fernbedienung einen Knopf drücken, um das Gerät über ein eingebautes Mikrofon mit Sprachbefehlen zu steuern. Dabei sollen sich Kommandos kontextabhängig aneinanderreihen lassen, etwa auf der Suche nach einem James-Bond-Film aus einer bestimmten Zeit. Das Gerät soll mit einer intelligenten Suchfunktion auch über mehrere Streamingdienste hinweg nach Inhalten suchen können.

Apple preist das neue Apple TV nun auch als Spielkonsole an. Wie mit den Set-Top-Boxen von Amazon und Google kann man auf dem Gerät nun Apps abspielen, darunter auch Spiele. Grundsätzlich lassen sich Spiele auf dem neuen Apple TV mit der mitgelieferten Fernbedienung spielen, sie verfügt neben einem Touchpad auch über Lage- und Bewegungssensoren.

Apple Watch

Über den Erfolg der Apple Watch kann man weiter nur rätseln, Verkaufszahlen gab Apple nicht bekannt. In San Francisco kündigte Apple nur einige neue Farbvarianten der Apple Watch und eine Zusammenarbeit mit dem Modelabel Hermès an. Das Update auf watchOS 2 soll am 16. September veröffentlicht werden und dann endlich Apps ermöglichen, die auf der Uhr selbst laufen. Unter anderem wurde angekündigt, dass es demnächst eine Facebook-Messenger-App für die Uhr geben werde

cis/mak



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stefan1904 09.09.2015
1. Warum immer so wenig Speicher?
32 GB sind für eine Notebook-Alternative viel zu wenig. So viel Speicher hatte schon 2009 das iPhone 3GS. Für 279 Euro gibt es bereits Notebooks mit 500 GB Festplatte. Diese ist natürlich nicht so schnell wie ein Flashspeicher, aber das stört nur wenn man das Gerät am Tag oft ein- und wieder ausschaltet wie ein Smartphone.
tekaitora33 09.09.2015
2. x-te Werbung
kommen jetzt täglich > 1 Artikel zu Apple Produkten? Es gibt keine einzige Firma auf der Welt die dermaßen von SPON beworben wird. Da muss viel Geld fliessen. btw weiterhin viel Spass beim Zensieren!
Khaled 09.09.2015
3. Sie habens immer noch drauf
Das iPad Pro könnte auf Dauer das Notebook ersetzen und klingt nach einem ziemlich großen Wurf. Ich werde es mir jedenfalls zügig anschaffen. Das Design von Apple ist jedenfalls unübertroffen und nach wie vor ästhetisch überragend. Dass manche mit weniger Anspruch bzw. Sinn für Schönheit das alles natürlich nicht zu würdigen wissen, liegt wohl in der Natur der Sache.
Wilbur_Walsh 09.09.2015
4. Schreibstil
Angenehm unaufgeregter Schreibstil und objektivere Aussagen wenn Herr Stöcker und nicht nur Herr Kremp bei einem Appleartikel beteiligt ist. Die Unterschiede waren auch schön beim Liveticker zu beobachten. Bitte so beibehalten.
speechbubble 09.09.2015
5. Fuer Eilige...
Damit Sie sich nicht durch hunderte Kommentare lesen muessen, hier die Zusammenfassung: Apple-Hasser finden alles im Artikel erwaehnte zu teuer, zu spaet weil es das von anderen Herstellern schon aehnlich oder identisch gibt, und ueberhaupt, von Apple kommen keine Innovationen mehr. Apple-Fans geben zwar zu, dass das alles vielleicht nicht so innovativ wie frueher ist, aber wenn Apple es herausbringt, ist es durchdachter, qualitativ hochwertiger und man muss ja nicht immer der Erste sein. Ausserdem hat Qualitaet nun mal ihren Preis, daher ist "zu teuer" der falsche Begriff. Und ueberhaupt, Apple-Hasser hassen Apple nur, weil es Apple ist. Herzlichen Glueckwunsch, sie haben jetzt eine Menge Zeit gespart und koennen sich auf den naechsten Artikel stuerzen.
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