Apple-Tablet: Wunderflunder mit Schnick und Schnack

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iPad, iSlate, iTablet - die Technikwelt wird gebannt nach San Francisco schauen, wenn Steve Jobs am Mittwoch das neuste Apple-Spielzeug vorstellt. Bislang kursieren nur wenige Informationen über das Gerät - doch daraus lässt sich ableiten, was es können wird und wie es aussehen soll.

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So viel ist klar: Apples Tablet wird anders sein, anders aussehen und anders funktionieren als die Geräte der Konkurrenz. Es wird kein E-Book-Reader sein, auch wenn es sich als solcher eignen wird. Es wird aber auch kein Touch-PC sein, auch wenn es Eigenschaften solcher in sich tragen wird. Stattdessen wird dass iPad, iSlate, iTablet oder wie auch immer es heißen wird, irgendwo zwischen diesen Gerätegattungen angesiedelt sein - und das wird es einzigartig machen.

Das fängt schon bei seinem Farbbildschirm an. Der, da stimmen alle Berichte überein, wird eine Diagonale von etwa zehn bis elf Zoll aufweisen, also viel größer sein als die Displays aktueller E-Book-Reader. Die haben meist nur fünf bis sechs Zoll große Bildschirme. Die zusätzliche Fläche wird nicht nur das Lesen leichter machen, sondern sich vor allem beim Websurfen, E-Mails schreiben, Filme gucken und Spielen positiv bemerkbar machen.

Als Auflösung käme das HD-Format 720p (1280 x 720 Pixel) in Frage. Auf diese Weise könnte man Tablet-Kunden dazu locken, im iTunes Store HD-Filme auszuleihen - die stets mit einem Aufpreis verbunden sind. Die geäußerte Vermutung, Apple werde einen OLED-Bildschirm verwenden, halten wir für ausgesprochen gewagt. Solche Bildschirme, die etwa Samsungs Handys zu besonderer Brillanz verhelfen, sind im Handy-Maßstab noch bezahlbar. In Zehn-Zoll-Größe aber, davon gehen Experten aus, würde ein solches Display 400 Dollar kosten, mindestens sechsmal mehr als ein entsprechendes LCD-Display.

Und das Display wird ohnehin teurer als herkömmliche Bildschirme werden, weil es Multitouch-Funktionen für die fingergesteuerte Benutzeroberfläche bereitstellen muss. Denn eine Tastatur wird es beim Tablet nur virtuell geben, also auf dem Bildschirm eingeblendet. Eine echte Tastatur allerdings dürfte per Bluetooth ankoppelbar sein. Wie so etwas aussehen könnte, haben auf der CES in Las Vegas Lenovo mit dem Ideapad U1 und Freescale mit seinem 200-Dollar-Tablet gezeigt.

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Zwischen Netbook und Smartphone: Freescales Tablet-Prototyp
Zur Vernetzung werden W-Lan und Bluetooth integriert sein, von ein paar USB-Buchsen flankiert. Die braucht man, um beispielsweise Digicam, iPhone oder USB-Stick anzustöpseln. Ein Ethernet-Anschluss für Kabelnetze ist dagegen verzichtbar: Das Tablet ist ein mobiles Gerät, wird ähnlich iPhone oder MacBook Air weitgehend drahtlos ausgelegt sein. Nicht nur deshalb ist es auch wahrscheinlich, dass ein Mobilfunkmodul eingebaut ist. Abgesehen davon, dass ein solches Modul das Tablet auch außerhalb von W-Lan-Netzen ans Internet anbinden würde, könnte man ein so ausgestattetes 3G-Tablet über die Mobilfunkanbieter verkaufen, welche den Preis bei gleichzeitigem Abschluss eines Mobilfunkdatenvertrags subventionieren könnten. Und das wäre wohl bitter nötig, wenn das Gerät tatsächlich tausend Dollar kostet, wie etliche Experten vermuten.

Was man dafür bekommen wird, wird einem MacBook Air näher sein als einem Kindle. Es wird flach sein, von vorne optisch nur aus einem Bildschirm mit einem dünnen Rahmen bestehen und eine abgerundete Rückseite aus Aluminium haben. Darin eingelassen wird ein ähnlicher Akku untergebracht sein wie bei den aktuellen MacBooks. Der Stromspeicher wird nicht wechselbar sein, würde unter Mac OS X Energie für sieben bis zehn Stunden Laufzeit liefern. Doch wird auf der neuen Hardware wahrscheinlich eine modifizierte Version des iPhone OS installiert sein, die besser für Fingerbedienung geeignet ist und längere Laufzeiten ermöglicht.

"Das Wichtigste, das ich jemals getan habe"

Ohnehin wird das Betriebssystem das eigentliche Highlight des Tablet sein. Denn ob unter dem berührungsempfindlichen Bildschirm nun ein stromsparender Intel-ULV-Chip oder ein ARM-Prozessor werkelt, ob darin eine große Festplatte oder bloß eine kleine SSD eingebaut ist, macht am Ende keinen signifikanten Unterschied zu anderen Tablet-PC, wie jenen von Asus, HP oder Lenovo aus.

Ein Erfolg kann ein Apple-Tablet nur dann werden, wenn es anders ist als die anderen, wenn es den Umgang mit mobilen Computern und Lesegeräten auf ähnliche Weise modernisiert, wie es das iPhone für Handys getan hat.

Ob es das schafft, werden wir bald wissen, am Mittwochabend, wenn Apple-Chef Steve Jobs das Rätselraten um das Gerät lüftet, über das er laut Techcrunch gesagt haben soll, es sei " das Wichtigste, das ich jemals getan habe".

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 155 Beiträge
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1. war wohl nix
Crom 25.01.2010
"SERVER-FEHLER 404 Dokument nicht gefunden" Dacht ich mir's doch.
2. Alles schon da (gewesen)
SirRobin 25.01.2010
Wie immer an dieser Stelle sei darauf hinzuweisen, dass das alles nix Neues ist. Apple erfindet doch nichts neu - die kombinieren nur sehr clever ;-) Respekt vor deren Fähigkeit für Nutzerfreundlichkeit an vielen Stellen zu sorgen hab ich in jedem Fall... Aber was diese Schiffertafel (...) angeht... Das Family Whiteboard von damals noch T-Com und Siemens schaffte es leider nicht... aber hatte genau die selbe Intention. Funktionieren hier eigentlich Links?! http://w1.siemens.com/innovation/pool/de/Publikationen/Zeitschriften_pof/PoF_Herbst_2005/Intelligente_Vernetzung/T_Com_Haus/tcom5_6.jpg
3. Apple-Mania
knaxknarke 25.01.2010
Mal ganz ehrlich: ich habe den Artikel gar nicht gelesen. Alleine seine Existenz bemerkt zu haben reicht mir, um festzustellen, dass Apple entweder: - eine geniale Marketingabteilung hat - Apple mehr Kult als Technik-Konzern ist - Steve Jobs' Reality-Distortion-Field bis HH reicht - heute nichts Wichtiges passiert ist Als ehemaliger Mac Nutzer ist mir Apple inzwischen egal geworden. China-Schrott bekommt man sonstwo billiger und eine Deppen-GUI habe ich nicht nötig...
4. Mediale Sumpfblütenphantasien
Coldfinger 25.01.2010
Ist es nicht beeindruckend, wie SPON und andere Medien immer neuen Honig aus ihren Phantasieblüten zaubern? Lieber Steve, bitte verschiebe deine Präsi um ein bis zwei Wochen, damit sich die Medien noch ein wenig an ihren Träumen laben können. Denn wenn das Teil erst einmal im Markt ist, fällt der Hype in sich zusammen und SPON hat ein überflüssiges Thema weniger.
5. Hier ...
Methusalixchen 25.01.2010
... http://off-the-record.de/2010/01/22/weltexklusiv-die-7-geheimen-zusatz-feature-im-apple-tablet/?utm_source=feedburner&utm_medium=email&utm_campaign=Feed%3A+off-the-record%2FVPpB+%28off+the+record+-+Blog+f%C3%BCr+Marketing%2C+Werbung+und+Medien%29 steht das Wichtigste zum Thema. Weltexklusiv!
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