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Partnerschaft: Apple und IBM wollen iOS in Unternehmen bringen

Logo von IBM: Firmenanwendungen sollen auf iPads und iPhones laufen Zur Großansicht
DPA

Logo von IBM: Firmenanwendungen sollen auf iPads und iPhones laufen

iPads und iPhones sollen verstärkt in Firmen Einzug halten und Apple Gewinne bescheren. Damit das klappt, hat sich der Konzern ausgerechnet mit dem IT-Riesen IBM verbündet. Einst waren die Unternehmen erbitterte Feinde.

Apple will über eine Partnerschaft mit IBM stärker ins Geschäft mit Unternehmen vorstoßen. Mehr als 100 neue Apps für iPhone und iPad sollen verschiedene Geschäftsprozesse abbilden, wie die einstigen Rivalen am Dienstag ankündigten. IBM wird zudem speziell auf Apple-Geräte angepasste Cloud-Dienste anbieten sowie seinen Kunden iPhones und iPads verkaufen. Die Partner nehmen damit eine Bastion des Windows-Riesen Microsoft ins Visier, die dieser gerade mit seinen Surface-Tablets und Diensten absichern will.

Es gehe darum, Apples Smartphones und Tablets fest in die Entscheidungsprozesse einzubinden, sagte IBM-Chefin Ginni Rometty der "New York Times". Dafür sollen spezielle Programme zur Auswertung von Firmendaten mit Anbindung an IBMs Cloud-Dienste entwickelt werden. Sie würden im Herbst mit dem Start des neuen Betriebssystems iOS 8 verfügbar sein. Apple-Chef Tim Cook sprach von einem Meilenstein.

IBM kann Apple die Tür in Unternehmen weit aufstoßen: Der Konzern ist ein wichtiger Anbieter von IT-Diensten und Technikausrüster. Damit könnte es für Apple auch ein wichtiger Vertriebskanal werden. Die Partner scheuen keine großen Worte: Sie wollen "neu definieren, wie Arbeit erledigt wird". Dabei soll der Fokus auf mobile Geräte den Wandel prägen. Den Unternehmen wird zudem in Kooperation mit IBM Service für Apple-Geräte rund um die Uhr versprochen.

Steve Jobs zeigte IBM noch den Mittelfinger

IBM seinerseits verzeichnete zuletzt stagnierende Umsätze und kann neue Impulse gut gebrauchen. Apples Geräte könnten als Zugpferd für den Verkauf von IBM-Diensten dienen. IBM entwickelt im Rahmen seines Programms MobileFirst Software auch für andere Plattformen wie Googles Android - aber der gleichzeitige Verkauf von Apple-Geräten gibt dem iPhone-Konzern eine Sonderstellung.

Die Partnerschaft ist umso spektakulärer, da Apple einst auf Kriegsfuß mit IBM stand. Als Apple ab Mitte der Siebzigerjahre seine ersten Personal Computer entwickelte, galt das Branchen-Urgestein als übermächtiger Rivale - es war noch nicht absehbar, dass am Ende Microsoft mit Windows die PC-Industrie dominieren würde. Vor 30 Jahren richtete sich Apples legendärer "1984"-Werbespot gegen eine IBM-Diktatur, der junge Gründer Steve Jobs ließ sich mit gestrecktem Mittelfinger unter einem IBM-Logo ablichten.

Inzwischen gibt es zwischen dem Geschäft der beiden Unternehmen aber keine Überschneidungen mehr, wie auch Cook und Rometty betonten. IBM gab seine PC-Sparte vor rund einem Jahrzehnt an den chinesischen Konzern Lenovo ab. Apple verkauft zwar seine Geräte an Firmen, bietet aber keine Unternehmenssoftware an. Cook sagte "Recode", Apple und IBM passten zusammen wie Puzzleteile.

Von den Börsianern wurde die Partnerschaft wohlwollend aufgenommen. Die Apple-Aktie legte nachbörslich um 1,55 Prozent zu, für das IBM-Papier ging es um rund zwei Prozent aufwärts.

ore/dpa

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1.
totalmayhem 16.07.2014
Der charismatische Visionaer wird im Grabe rotieren, aber bei Apple haben eh die Erbsenzaehler das sagen. Hauptsache die Kasse stimmt.
2.
Schimboone 16.07.2014
Zitat von sysopDPAiPads und iPhones sollen verstärkt in Firmen Einzug halten und Apple Gewinne bescheren. Damit das klappt, hat sich der Konzern ausgerechnet mit dem IT-Riesen IBM verbündet. Einst waren die Unternehmen erbitterte Feinde. http://www.spiegel.de/netzwelt/gadgets/apple-und-ibm-wollen-ios-in-unternehmen-bringen-a-981249.html
Und welche Firmen genau sollen Apple Geräte jetzt nochmal in Ihre Infrastruktur einbinden? Die meisten Firmen tuen sich schon schwer überhaupt Win Xp zu verlassen und sind aufgrund der vielzahl der verwendeten Programme auf ein Windows angewisen. Zumindest ein produzierendes Unternehmen wie das wo ich arbeite kann das jedenfalls schonmal nicht machen...
3. ein system,
rst2010 16.07.2014
bei dem sich alles um die cloud dreht, keine brauchbare app ohne läuft, bei der die server alle nicht zugriffssicher vor nsa und co sind, ist in europäischen betrieben unbrauchbar, wenn nicht sogar ein risiko. windows wird dahingehend auch immer kritischer. denn die haben keine eigenen ideen mehr und machen apple alles nach.
4. treu-doofe Unternehmen lassen sich gerne von Apple beherrschen
GoaSkin 16.07.2014
Da auf iOS-Geräte Software ausschließlich über den Appstore installiert werden kann, hat Apple die Möglichkeit, Unternehmenslösungen gezielt rauszunehmen, falls es Streit gibt. Aber die Leute glauben ja auch, dass ihre Daten in einer Cloud sicher vor dem Betreiber sind.
5. Es stimmt
nord1icht 16.07.2014
Eine Soft- und Hardware die keine Antwort auf die Ausspäh-Problematik gibt, dürfte auf lange Sicht in der Wirtschaft wenig überzeugen. Arbeitet man daran?
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