Reaktionen in Tech-Blogs "Die Apple Watch könnte mein Leben verschlechtern"

Ein tolles Ding oder nur eine weitere Smartwatch auf dem Markt? Die Autoren der Tech-Blogs schreiben sich seit Dienstagnacht die Finger wund über Apples Uhr. Die Netzreaktionen im Überblick.

SPIEGEL ONLINE

"Engadget": Autor Joseph Volpe ist von Apples Smartwatch nicht sonderlich begeistert: "Apple hat bestenfalls etwas Lauwarmes enthüllt", findet er. Die Uhr sei hübscher als die Smartwatches, die es bereits gegeben hat, "und das ist wohl die größte Innovation." Auch einige der gezeigten Funktionen hält Volpe für Spielereien: "Mit der Apple Watch kann man sich die Mondphasen und die Positionen der Planeten ansehen [...]. Billige Tricks, von denen Kunden nach einigen Wochen genug haben werden."

"The Register": Das Blog sieht die Uhr als interessantes Gadget, aber nicht als Produkt, das den Markt revolutioniert: Die Uhr bleibe ein "iPhone-Accessoire", meint Shaun Nichols. "Obwohl sie einige Verkaufsargumente hat, bleibt die Frage, ob es dafür wirklich ein Gerät braucht, das so viel (oder mehr) kosten wird als das eigene Telefon?" Am Schluss bilanziert Nichols: "Das soll nicht heißen, dass es für die Apple Watch keinen Platz gibt oder dass sie nie Erfolg haben wird. Aber bis die Hardware-Preise sinken, ist es schwierig, in der Uhr mehr zu sehen als ein Nischenprodukt."

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Apple Watch und iPhone 6: Sensationell intim
"Mashable": Autor Todd Wassermann hat sich schon jetzt entschieden, keine Apple Watch zu kaufen. Er habe in seinem Leben bisher keine Smartwatch besessen, warum also solle er jetzt eine brauchen? "Sie könnte mein Leben verschlechtern", schreibt er, das Konzept Smartwatch klinge nach einem "Rezept für Stress", wenn E-Mails von Freunden und Chefs sofort und ständig bis ans Handgelenk zugestellt werden können. So eine Gadget werde "das letzte bisschen meiner Konzentration" zunichtemachen, fürchtet der Autor - und in der Praxis "wird es wohl damit enden, dass ich das verdammte Ding kaputt mache." Wenn um Sport- und Fitnesstracking gehe, gebe es wesentlich billigere Gadgets.

"Ars Technica": "Das, was wir wirklich über die Apple Watch wissen müssen, können wir noch nicht wissen, bevor sie nicht tatsächlich raus kommt: Was kann sie und wie funktioniert sie?", schreibt Andrew Cunningham. "Wir würden erwarten, dass die Apple Watch allein dadurch Zugkraft gewinnen wird, dass sie ein Apple-Produkt ist. Die Marke ist stark genug und ihre Reichweite so groß, dass eine ordentliche Zahl von Menschen sich eine besorgen werden - ganz egal, was sie kann. Die wahre Frage ist, was sie dann damit tun können - und die Antwort auf diese Frage wird entscheiden, ob Apple einen Erfolg wie bei iPhone und iPad landen wird oder einen wesentlich kleineren wie beim Apple TV."

"Gizmodo" (USA): "Es ist eine unglaubliche Vision. Aber es ist noch nicht so weit, um damit zu prahlen. Das ist aber okay", meint Brian Barrett. "Apple hat noch Monate, um alles für den großen Auftritt fertig zu bekommen." Bisher wisse man hauptsächlich, wie die Uhr aussieht und wie sie sich anfühlt: "Rein äußerlich ist sie schön und sehr angenehm - ich habe sie nur ungern wieder von meinem Handgelenk abgenommen."

"The Verge": Ein Artikel des Techblogs dreht sich um die Akkulaufzeit. "Sollte Apple bei der Akkulaufzeit ein nennenswerter Durchbruch gelungen sein, wäre es wahrscheinlich, dass über diesen auf der Bühne geredet worden wäre", schreibt darin Dan Seifert. "Angesichts der zahlreichen gezeigten Funktionen und der diversen Sensoren, die im Gerät stecken, wäre ich überrascht, wenn Apple aus der Uhr mehr als einen Tag Akku-Laufzeit herausholt."

In einem weiteren Artikel beschäftigt sich Aaron Souppouris mit dem Äußeren der Uhr. "Die Apple Watch ist eindeutig nicht perfekt", heißt es darin, "Uhren mit quadratischem Design machen zweifellos nur einen kleinen Teil der über eine Milliarde Uhren aus, die jedes Jahr gekauft werden." Souppouris selbst kann sich nur bei einem von 34 Modellen vorstellen, es zu tragen. "Aber wenn Millionen das genauso sehen, dann hat die Apple Watch eine Chance auf Erfolg."

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insgesamt 41 Beiträge
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Seite 1
NightToOblivion 10.09.2014
1. Moto 360
Nicht mal hübcher, die Moto 360 sieht besser aus.
p.wallace 10.09.2014
2.
Nachdem Apple jetzt die Zeit erfunden hat, könnte es schon sein, dass ein paar hässliche Nebeneffekt wie Zeitdruck und verbindliche Termine mein Leben verschlechtern.
alter55 10.09.2014
3. Die Apple Smart Watch.....
.... gehört zu den Dingen, die die Welt nicht braucht. Man kann sie nicht essen, man kann damit nicht fahren und nicht fliegen, zur Überwachung vom Big Brother könnte sie ausreichend sein.
etude 10.09.2014
4. Die größte Unverschämtheit ist…
…die Tatsache, dass dieses überflüssige Utensil zusätzlich mindestens auch ein iPhone 5 für den Datenabgleich braucht. Ich nutze seit 1990 Apple-Rechner und war immer vom perfekten Zusammenspiel von Hard- und Software überzeugt, aber man muss nicht jeden Gewinnmaximierungsversuch seitens Apple unterstützen. Da spare ich doch weiter auf eine schöne Lange oder Glashütte und telefoniere weiter mit meinem iPhone 4s, dessen Wertigkeit und Funktionen mir noch immer völlig genügen.
themistokles 10.09.2014
5.
Was mich immer wieder zum Schmunzeln bringt ist die Tatsache, dass einen halben Tag nach Präsentation die halbe Welt, inklusive irgendwelcher Tech- Blogger (Journalismus adé), schon genau weiß, welche Funktionen alle enthalten sind, wie sich ein Gadget anfühlt und bedienen lässt und vor allem ganz wichtig: Ob man es braucht. So gut wie keiner (außer diejenigen, die am Abend live dabei waren) konnte die Uhr ausprobieren, in der Hand halten, etc. Weder weiß man, wie sich das Ding verkaufen wird noch ob es die Community annimmt. Früher nannte man solche Leute Jahrmark- Wahrsager mit Glaskugel. Heute soll es seriöser Journalismus sein. Naja.... Das Ganze gilt übrigens für alle Produkte aller Hersteller. Das Phänomen kann man nach jeder Keynote beobachten.
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