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Mini-Programme ausprobiert: So gut und so schlecht sind die Apps für die Apple Watch

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Apple-Watch-Apps: Die besten und schlechtesten Apple-Watch-Apps Fotos
SPIEGEL ONLINE

Nach den ersten vier Wochen mit der Apple Watch ist es Zeit für eine Zwischenbilanz. Was kann Apples Armbandcomputer gut, wo gibt es Verbesserungspotenzial und vor allem: Was taugen die Apps?

Kaum sind die ersten Apple Watches ausgeliefert, tauchen auch die ersten Zerstörungsvideos auf. Blogger TechRax beispielsweise, der schon iPhones in kochendes Wasser warf und ein Galaxy S6 in die Mikrowelle steckte, ließ eine Apple Watch Sport so zu Boden fallen, dass das Display zerbrach.

Unsere Test-Apple-Watch hingegen weist trotz intensiver Benutzung bei Sport und Gartenarbeit sowie einigen Stürzen bisher keine sichtbaren Kratzer auf. Das Material des Deckglases dürfte seinen Anteil daran haben: Anders als beim Sportmodell handelt es sich nicht um normales gehärtetes Glas, sondern um das besonders harte Saphirglas, dem US-Tester gerade besondere Stabilität attestiert haben.

Auch die Leistung des Akkus hat sich gegenüber unserem ersten Test nicht verändert: Bis zu 24 Stunden hat die Smartwatch bei uns durchgehalten. Sensationell ist das nicht, entspricht aber Apples Angaben. Zufrieden kann man auch mit der allgemeinen Leistung des Armbandcomputers sein, der ohne Verzögerung auf jede Eingabe reagiert und dessen Apps schnell starten - sofern es Apps vom Hersteller sind.

Vier bis sechs Sekunden

Denn je intensiver man Apps von Drittanbietern benutzt - fast 4000 davon gibt es bisher -, desto mehr nervt das Funktionsprinzip, nach dem die meisten arbeiten. Denn tatsächlich sind sie meist keine echten Apps. Stattdessen arbeiten sie in der Regel so, dass sie als Fernsteuerung einer iPhone-App agieren, die Apple Watch also quasi nur als Zweitbildschirm und Steuerzentrale nutzen.

Das ist die Apple Watch

Apple Watch: Schon die Mittelklasse-Version kann ziemlich teuer werden. Diese Variante mit Edelstahlgehäuse und dem Edelstahlarmband Link kostet rund 1150 Euro.

Das Gliederarmband ist sehr hochwertig verarbeitet und besteht aus mehr als 100 Einzelteilen. Viele davon sind wohl notwendig für die spezielle Mechanik, die es so einfach macht, das Armband ohne Werkzeug zu kürzen.

Günstiger als das Stahlarmband ist das Sportarmband. Wer sich für das Modell aus Kunststoff entscheidet, kann 450 Euro sparen.

Damit der überstehende Teil des Sportarmbands nicht herumschlackern kann, wird er beim Schließen unter den gegenüberliegenden Teil des Armbands geschoben.

Auf der Rückseite der Apple Watch findet man die Sensoren des optischen Pulsmessers.

Die installierten Apps werden wie eine Wolke dargestellt, die man mit dem Finger verschieben kann.

Alles kommt durch: Meldungen, die in der Mitteilungszentrale des iPhones ankommen, erscheinen auch auf der Apple Watch.

Ein Dutzend Kontakte passt auf die kreisförmige "Freunde"-Übersicht, die sich mit einem Druck auf die Seitentaste jederzeit schnell aufrufen lässt.

Freunden, die auch eine Apple Watch besitzen, kann man seinen Pulsschlag schicken, indem man mit zwei Fingern auf das Display drückt. Dem Empfänger wird der Puls dann mithilfe der Taptic Engine spürbar gemacht. Eine nette Idee, aber letztlich nur eine Spielerei.

Ein bisschen Computerei gibt es auch bei der Apple Watch. Im Menü Einstellungen lassen sich grundlegende Parameter festlegen. Besonders viel gibt es hier aber nicht einzustellen.

Lange Leitung: Das Ladekabel der Apple Watch ist mit zwei Metern erheblich länger als beispielsweise die Ladekabel von iPhones und iPads.

Kontakt ohne Kontakte: Das Ladekabel wird magnetisch am Gehäuse gehalten, eine Buchse gibt es nicht, der Strom wird schnurlos per Induktion übertragen.

Ist der Kontakt zum Ladekabel hergestellt, leuchtet für wenige Sekunden diese Meldung auf, danach schaltet sich das Display wieder ab. Der Ladevorgang dauerte im Test, je nach Entladezustand des Akkus, meist weniger als eine Stunde.

Apple liefert zehn verschiedliche Zifferblätter mit, die man farblich und hinsichtlich der angezeigten Daten anpassen kann. Dies sind drei Beispiele.

Die eigentliche Arbeit wird also auf dem Smartphone geleistet. Das könnte auch die reduzierte Akku-Laufzeit des iPhones seit der Installation der Apple Watch erklären. Weil dabei außerdem Daten zwischen Handy und Smartwatch ausgetauscht werden müssen, dauert der App-Start wesentlich länger als bei den vorinstallierten Apps. Meist sind es vier bis sechs Sekunden.

Wie in alten iPhone-Zeiten

Das Prinzip erinnert ein wenig an die Web-Apps, mit denen man das erste iPhone bestückt hat, weil es damals noch keine nativen Apps und keinen App-Store gab. Bei diesen Apps wurde die eigentliche Arbeit via Internet von einem Server erledigt. War die Netzverbindung langsam, galt das auch für Apps. Ein ähnliches Problem haben nun auch viele Apps für die neue Smartwatch: Ohne iPhone funktionieren sie nicht.

Glücklicherweise wird dieser Zustand nicht lange anhalten, wie sich einer Apple-Pressemitteilung vom November 2014 entnehmen lässt: "Im Laufe des nächsten Jahres wird es Entwicklern möglich sein, vollständig native Apps für die Apple Watch zu erstellen."

Daraus lässt sich folgern, dass Apple auf seiner Entwicklerkonferenz WWDC im Juni eine neue Version der WatchKit-Software veröffentlichen wird, die Entwickler nutzen, um Apps für die Apple Watch zu entwickeln. Erst wenn die da sind, wird sich das ganze Potenzial des neuen Armbandcomputers zeigen.

Und bis dahin kann man sich wunderbar die Zeit mit jenen Apps vertreiben, die es jetzt schon gibt. Zwar sind manche davon sehr einfach gestrickt, viele andere dafür aber echte Perlen.

Einige herausragende Beispiele haben wir in der folgenden Fotostrecke zusammengestellt:

Die besten und die schlechtesten Apple-Watch-Apps

App-Symbole auf einer Apple-Watch: Anfangs wirkt die wolkenartige Darstellung noch übersichtlich. Wenn sich der Bildschirm aber zusehends mit Symbolen füllt, kann es unübersichtlich werden.

Hier kann man sie finden: Wenn man eine Apple Watch mit einem iPhone koppelt, wird auf dem Handy die Apple-Watch-App aktiviert. Sie enthält einen eigenen App-Store für Software, die an die neue Smartwatch angepasst wurde.

Taschenrechner sind zu Dutzenden für die Apple Watch programmiert worden. Offenbar fiel manchen Entwicklern nichts Besseres ein. Die meisten, so wie Watch Calc, bieten über die Grundrechenarten hinaus keine Besonderheiten.

Auch Simpel-Apps wie SpinOWrist finden sich zuhauf. Das Mini-Programm simuliert Flaschendrehen, die einzige Option ist, dass man die Zahl der Mitspieler festlegen kann.

Wer gelegentlich Vorträge mit Apples Keynote-Software hält, kann künftig mit der Apple Watch seine Präsentation steuern. Viel mehr als "Vorwärts", "Zurück" und "Beenden" bietet die App aber nicht.

Genau dasselbe wie Apple mit Keynote hat sich Microsoft für PowerPoint ausgedacht. Die neue Version der Präsentations-App wurde so erweitert, dass man Präsentationen vom Handgelenk aus steuern kann.

Ein Klassiker auf Smartphones ist der Musikerkennungsdienst Shazam, den es jetzt auch auf der Apple Watch gibt. Um Musikstücke identifizieren zu lassen, muss man also nicht mehr das Smartphone aus der Tasche zupfen. Die Erkennungsrate war im Test gut.

Erkennt Shazam einen Song, zeigt es dessen Titel, das Coverbild und auf Wunsch den Text an. Auch eine Möglichkeit zum Kauf des jeweiligen Songs ist integriert. Tippt man den entsprechenden Button an, wird auf dem iPhone die iTunes-App geöffnet.

Ein Blick in die Cloud: Microsoft hat eine Apple-Watch-App für den Online-Speicher OneDrive programmiert. Sie zeigt allerdings nur Fotos an. Ähnliche Apps gibt es auch für andere Cloud-Speicher. Der Nutzen ist eingeschränkt, da es ohnehin kaum lohnt, sich Fotos auf dem kleinen Display anzuschauen. Schon gar nicht, wenn diese erst aus der Cloud geladen werden müssen.

Die App von Expedia hat sich als nützlich erwiesen - wenn man eine Reise mit Expedia gebucht hat. Dann nämlich werden beispielsweise Flugdaten samt Uhrzeiten, Gate-Nummern und Buchungscode angezeigt. Sogar ein kleine Karte des Abflug-Flughafens wird eingeblendet.

Viele Fluggesellschaften haben ihre Apps bereits an die neue Smartwatch angepasst. Darunter Lufthansa, Easyjet, American Airlines und - hier zu sehen - British Airways. Meist zeigen sie Dinge wie die Abflugzeit, das Abflug-Gate und das Wetter am Zielort an. Zum Check-in muss man dann aber doch das Handy benutzen.

Die Frage, ob ein Flug pünktlich ist, wie lange er noch unterwegs ist, wo er abflog und wo er landen wird, beantwortet die Flightstats-App auf der Smartwatch ebenso wie auf dem Smartphone.

Die App von myTaxi übersetzt die Funktion der Smartphone-App gut auf die Apple Watch. Auf einer Karte werden der eigene Standort und Taxen in der Nähe angezeigt. Mit einem Fingertippen lässt sich ein Wagen bestellen.

Wie wird das Wetter? Mehr Informationen als Apples Wetter-App liefert Weather Pro. Dafür kostet die App aber auch drei Euro.

Auch einige Sport-Apps sind bereits am Start. Die bekannteste davon dürfte Runtastic sein. Allen gemein ist, dass sie den Pulssensor der Apple Watch nicht benutzen können.

Kochbuch am Arm: Die Videos der iOS-App Kitchen Stories kann man sich auf dem Handgelenkcomputer nicht anschauen, wohl aber Rezepte und Zubereitungshinweise lesen.

Gedächtnistraining mit der Smartwatch verspricht die App Memorado. Leider können wir uns gerade nicht daran erinnern, wie sie das genau macht. Jedenfalls muss man Muster in einer bestimmten Reihenfolge anklicken.

Nachrichten im Blick: Die App RSSWear bringt die RSS-Feeds von Blog und Nachrichtenseiten auf die Apple Watch. Kostenlos kann man aber nur drei Feeds abonnieren. Wer mehr sehen will, muss für 0,99 Euro ein Upgrade kaufen.

Wo gibt es etwas Leckeres zu essen und zu trinken? Yelp sucht nun auch am Handgelenk empfehlenswerte Restaurants, Bars und Cafés. Die App liefert kurze Beschreibungen und Nutzerkommentare.

Mit der Babbel-App soll man Sprachen in Abhängigkeit von seinem Aufenthaltsort lernen. Je nachdem, ob man beispielsweise gerade in der Nähe einer Bäckerei, eines Restaurants oder eines Museums ist, werden unterschiedliche Vokabeln abgefragt. Der Wortschatz beschränkt sich auf 400 Worte pro Sprache, die auf 20 Kategorien verteilt sind.

Auch die ersten Spiele wurden schon für die Apple Watch entwickelt. So wie das Fantasy-Rollenspiel "Runeblade", bei dem man mit Schwertern und Zaubersprüchen agieren muss. Spannend ist dabei, wie gut die Software an die Apple Watch angepasst wurde. So kann man schnell mal eben ein, zwei Spielzüge spielen und erst Stunden oder Tage später weitermachen.

Ein echtes Spezialisten-Spiel ist AirportWatch. Die App zeigt auf der Apple Watch Fotos von Flughäfen an, die man nach dem Multiple-Choice-Prinzip benennen muss.

Auch einen digitalen Lichtschalter gibt es für die Apple Watch. Ähnlich wie die Hue-Lampen von Philips können die Avea-Lampen per App geschaltet und in ihrer Farbigkeit geregelt werden. So kann man mit einem Tippen auf das Display ...

... beispielsweise einen Farbton aktivieren, der an französische Lavendelfelder erinnern soll. In der Praxis dauerte der Umschaltvorgang erheblich länger als ein einfacher Druck auf den Lichtschalter.

Toby heißt dieser niedliche kleine Hund, und Toby heißt auch die entsprechende App für iOS und Apple Watch. Wie einst die Tamagotchis will der digitale Vierbeiner gefüttert, Gassi geführt und beschäftigt werden. Seine Wünsche bekommt man per Mitteilung auf die Smartwatch gefunkt, was beim Ausprobieren dazu geführt hat, dass die nervige App wieder von Handy und Uhr getilgt wurde.

Die Skype-App für die Apple Watch hat nur einen eingeschränkten Nutzen, denn sie taugt nur für Skype-Chats. Für Skype-Telefonate ist sie nicht geeignet.

Das wollen wir nicht vergessen: Auch SPIEGEL ONLINE hat bereits eine Apps für die Apple Watch entwickelt. Zur Installation genügt es, die aktuelle Version der iOS-App auf das iPhone zu laden. Ist das erledigt, kann man sich auf der Smartwatch über die neuesten Meldungen informieren und sie entweder für ein späteres Lesen markieren oder gleich auf den iPhone zum Lesen öffnen lassen.

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insgesamt 124 Beiträge
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1. Muss man nicht haben
solna 28.04.2015
Ich kann nicht erkennen, wie dieses Gerät meinen Alltag verbessern könnte.
2. 1.150 Euro,
sting111 28.04.2015
Eintrittsgeld fuer Saphirglas. Bei normalen Chronographen ist das schon ab ca. 50 Euro drin. Gluecklicherweise habe ich ein modernes Smartphone, mit 4K Video, 2K Display und SD Karteneinschub, da komme ich erst garnicht in Versuchung, in das Abzockesystem von Apple einzusteigen.
3. Weit draußen...
lace 28.04.2015
... in den unerforschten Einöden eines total aus der Mode gekommenen Ausläufers des westlichen Spiralarms der Galaxis leuchtet unbeachtet eine kleine gelbe Sonne. Um sie kreist in einer Entfernung von ungefähr auchtundneunzig Millionen Meilen ein absolut unbedeutender, kleiner blaugrüner Planet, dessen vom Affen stammende Bioformen so erstaunlich primitiv sind, daß sie Digitaluhren noch immer für eine unwahrscheinlich tolle Erfindung halten. Dieser Planet hat - oder besser gesagt, hatte - ein Problem: die meisten seiner Bewohner waren fast immer unglücklich. Zur Lösung dieses Problems wurden viele Vorschläge gemacht, aber die drehten sich meistens um das Hin und Her kleiner bedruckter Papierscheinchen, und das ist einfach drollig, weil es im großen und ganzen ja nicht die kleinen bedruckten Papierscheinchen waren, die sich unglücklich fühlten. Und so blieb das Problem bestehen. Vielen Leuten ging es schlecht, den meisten sogar miserabel, selbst denen mit Digitaluhren.
4. kein VW-Golf Fahrer
Proll,Paul 28.04.2015
Eine neue Runde für Apple-Basher, Neider, 'Wer-braucht-denn-sowas-schon' und Rolex-Jünger ist eröffnet.
5. Ganz großer Mist
katar2022 28.04.2015
Schlecht zu handhaben, häßlich und überflüssig. Immerhin: das billig wirkende Plastikarmband paßt zu den lächerlichen weißen Kopfhörern des gleichen Anbieters. Na ja, wenn es Arbeitsplätze in China sichert, ist's ja gut.
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