Produktklone aus China Eine Apple Watch für 35 Euro?

Hunderte Firmen sind in China darauf spezialisiert, Markenprodukte zu kopieren. Mittlerweile sind auch die ersten Klone der Apple Watch bestellbar. 

Der Apple Watch verdammt ähnlich: Diese Smartwatch kommt aus China

Der Apple Watch verdammt ähnlich: Diese Smartwatch kommt aus China


Die billigste Apple Watch kostet in Deutschland 399 Euro, ihren chinesischen Klon gibt es schon für rund 35 Euro. Auf der chinesischen Auktionsplattform Taobao.com werden nicht nur Smartwatches angeboten, die der Apple Watch zum Verwechseln ähnlich sehen. Sie werden auch unverhohlen als Kopien angepriesen.

Als "Apple Smart Watch mit Bluethooth Armband" bezeichnet ein Verkäufer seine Uhr, berichtet die Nachrichtenagentur AP. Bei einer Stichprobe boten acht Verkäufer den Apple-Produkten frappierend ähnliche Uhren an, versehen mit Schlagworten wie "Apple Watch" oder "Apple Watch Kopie". Keiner der Verkäufer reagierte jedoch auf einer Nachfrage durch die Agentur.

Dass chinesische Unternehmen schon jetzt ihre Klone anbieten können, liegt daran, das Apple-Chef Tim Cook bereits im September einiges über das Aussehen der Uhr verraten hat. Die Airwatch A8 von Goophone zum Beispiel ist sogar seit Ende 2014 bestellbar.

Sie stammt aus einer von Hunderten kleinen und anonymen Werkstätten in China, die schnell beliebte Produkte kopieren. "Shanzhai-Markt" wird der graue Markt von unlizenzierten Produktherstellern genannt, die Produktfälschungen oder Plagiate herstellen und im Internet vertreiben. Äußerlich sind die Billig-Smartwatches ihrem Vorbild halbwegs ähnlich, etwa durch ihr Design und die Krone als Scroll-Rädchen.

Der Akku der D Watch hält immerhin drei Stunden

Zu den Funktionen eines Produkts namens D Watch ist jedoch lediglich bekannt, dass es in acht Sprachen bedienbar und nur mit Android-Smartphones kompatibel ist. Außerdem soll der Akku der Uhr im Ruhezustand 7,5 Tage halten, zitiert die Website "South China Morning Post" den Hersteller. Allerdings, so gibt die Firma im gleichen Atemzug zu, sei der Akku bei starker Nutzung nach drei Stunden leer.

Die Zeaplus Watch des selben Herstellers ahmt ebenfalls das Apple-Produkt nach. Im Gegensatz zum Original ist die Uhr laut Hersteller aber sowohl mit iOS-, als auch mit Android-Smartphones kompatibel. Zudem ist Platz für eine Mikro-Sim-Karte, was die Kombination mit einem Smartphone bei vielen Funktionen überflüssig macht. Schrittzähler und Pulsmesser sind laut Hersteller inklusive. Der Preis für die Smart Watch ist bislang nicht bekannt, die ersten Bestellungen werden Ende März entgegen genommen.

Die Auktionsplattform Taobao.com gehört dem börsennotierten Unternehmen Alibaba. Die Firma hatte schon vor der Apple Watch viel Kritik dafür einstecken müssen, dass billige Kopien von Markenprodukten im Angebot geduldet werden. Das Unternehmen hatte seinerzeit versichert, sich des Problems anzunehmen.

Apple Watch: Im Grundzustand eine Uhr. Das Aussehen der Ziffernblätter lässt sich, wie bei Android-Watches, aus einer Reihe von Vorlagen auswählen.

Feineinstellung: Anders als bei Android Wear lassen sich teilweise auch Details der Ziffernblätter festlegen.

Nachrichtenzentrale: Sowohl Nachrichten als auch E-Mails können auf dem Display der Uhr angezeigt und gelesen werden. Wie praktikabel das im Alltag ist, ließ sich beim kurzen Test nicht prüfen.

Sag was: Antworten lassen sich aus Listen vorgefertigter Kurztexte oder Emoticons auswählen. Alternativ kann man auch Texte diktieren.

Sehen, was ist: Wenn die Uhr den Anrufer oder Nachrichtensender kennt, wird dessen Profilbild angezeigt.

Kritzel-Nachrichten: Statt Texten kann man auch kleine Kritzeleien an andere Apple-Watch-Träger verschicken.

Pulssendung: Auch seinen Pulsschlag kann man verschicken. Dem Empfänger wird er per Vibration im Handgelenk spürbar gemacht.

Musikhören: Mit der Krone kann man beispielsweise durch die Musik scrollen, die auf der Uhr gespeichert ist.

Wissen, was anliegt: Natürlich kann die Apple Watch auch Kalenderereignisse anzeigen.

Standard: Wer mag, kann sich sogar Börsenkurse auf der Uhr anzeigen lassen.

Mehr Bewegung: Die Fitness-App gibt einen Überblick, wie viel man sich bewegt hat - und wie lange man gestanden hat.

Ziele setzen: Die Darstellung innerhalb der Fitness-App hängt davon ab, welche Ziele man sich setzt, etwa für den täglichen Kalorienverbrauch.

Training: Mit seiner Trainings-App stellt sich Apple in Konkurrenz zu Anbietern wie Runkeeper und Runtastic.

Uberpop: Mit der Uber-App kann man sich einen Wagen bestellen und sieht auf dem Display, wie lange es noch dauert, bis man abgeholt wird.

Zusatznutzen: Mit Apples Passpook-App lassen sich auch Eintrittskarten, Fahrkarten und Flugtickets auf der Watch speichern.

Fotostrecke

13  Bilder
Apple-Präsentation: Neue Smartwatches, ein dünnes Macbook

kbl/AP



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insgesamt 15 Beiträge
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Seite 1
hansglück 12.03.2015
1. kann mehr als die Apple Watch und ist günstiger..
was will man mehr, läuft auch mit Android, mit SIM Karte nicht nur als Beiboot zu bedienen und die Akku Laufzeit kaum anders als beim original. Weiter so, dann muss Apple irgendwann sein utopischen Preise senken....
dani216 12.03.2015
2. @#1: Das wage ich zu bezweifeln,
Zitat von hansglückwas will man mehr, läuft auch mit Android, mit SIM Karte nicht nur als Beiboot zu bedienen und die Akku Laufzeit kaum anders als beim original. Weiter so, dann muss Apple irgendwann sein utopischen Preise senken....
ich halte es für realistischer, dass Apple bei einem Flop die iWatch vom Markt nimmt mit der Begründung, dass der Markt noch nicht für das Produkt bereit ist.
roby111 12.03.2015
3. Was soll an der Apple Watch
schon so besonders sein, daß das besonders schutzwürdig wäre??? Rechteckiges Gehäuse mit abgerundeten Ecken und eine Multifunktionskrone haben auch zig andere Uhren! Die Elektronik innen drin scheint ja eher intelligenter gemacht zu sein, auch keine Kunst, die Apple-Watch ist ja da eher ein schlechter Scherz! Insofern: Wer unbedingt so ein Teil braucht, kann es nun auch zur Schonung des eigenen Geldbeutels zu dem Preis kaufen, den Apple auch an FoxConn ca. dafür zahlen dürfte und von dem gesparten Geld (immerhin 95% des Preises!) kann man dann ja noch irgendein soziales Projekt unterstützen, meinetwegen auch in China ;o)
diefreiheitdermeinung 12.03.2015
4. 35 Euro sind wahrscheinlich auch noch zu viel
- wenn man weiss zu welchen Preisen chin. Fabriken diese Dinge für westliche Auftragnehmer herstellen. Bei den mindestens 399 Euro für das Apple Produkt braucht man also nicht lange raten wer den grossen Reibach macht bzw. wo das Geld bleibt: Marketing, hohe Gehälter, Boni für Apple Manager, verrückte Margen, unversteuerter Gewinn der auf die hohe Kante gelegt wird. Resume: alle die Apple kaufen tragen zum Gewinnberg bei. Muss das wirklich sein ?
Neumann_Alfred 12.03.2015
5. Das ist nicht neu
Ich kannte man zwei Studenten, die sich ein "Iphone" bestellt hatten. War so gegen 2006. Die Teile konnte man aus einer Entfernung von 50 Metern als Fälschung erkennen. Sowas peinliches habe ich noch nie gesehen. Sind dann auch nach einem Tag verschwunden. Die Handys natürlich nur. Meine Armbanduhr ist einige Jahrzehnte alt und wird immer wieder bewundert. Ach? Ich habe heute nur 2.693 Schritte gemacht? Klar! Ich habe ja auch ein Auto!
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