Apples neues iPad: Schnell, schlicht und messerscharf

Von , London

Der Bildschirm ist brillant, der Prozessor schneller und der Datenfunk rasant. Apples neues iPad punktet gleich in mehreren Bereichen. Ein solches Komplettpaket ist am Markt einzigartig. Der Konzern macht es der Konkurrenz schwer, auch weil das alte iPad vergünstigt im Angebot bleibt.

Wie heißt das neue iPad eigentlich? Es ist weder ein iPad 3, noch ein iPad HD geworden, sondern heißt nun wieder einfach iPad. Der Titel ist schlicht, genau wie Apples Design.

Dabei hebt sich das neue Tablet klar von den Vorgängern ab, allem voran durch das neue Retina-Display. Apple hat die Auflösung des Bildschirms auf 2048 x 1536 Pixel vervierfacht. So können alte Apps einfach hochskaliert darauf angezeigt werden ohne schwammig zu wirken. Richtig gut wird es aber erst mit extra für die hohe Auflösung programmierten Apps, wie sie Apple selbst am Mittwochabend vorgestellt hat (das Minutenprotokoll lesen Sie hier).

Die Office-Apps Keynote, Numbers und Pages sowie die Musik-App Garageband und das Videoprogramm iMovie konnte man in London bereits kurz ausprobieren. Das Fazit nach den ersten Experimenten: Das neue Display beeindruckt, wie schon zuvor die hochauflösenden Displays von iPhone 4 und 4S. Farbflächen wirken vollkommen homogen, bei diagonalen Linien stören keine Kanten mehr, die Schrift ist scharf, als wäre sie von einem Messer in den Bildschirm geschnitten. Selbst wenn man nah an das Display herangeht, sind keine Pixel zu erkennen - so klein sind die Bildpunkte.

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Neues iPad: Schneller, dicker, detaillierter
Um diesen Bildschirm überhaupt ansteuern zu können, hat Apple seinen A5-Dualcore-Prozessor auf vier Grafikkerne erweitert, die sich um die Pixelschieberei kümmern. Um ein Vielfaches schneller als der Vorgänger soll die Grafikeinheit des A5X genannten Chips sein. Laut Apple ist der neue Chip auch flinker als Nvidias Tegra-Chips, die in vielen neuen Android-Tablets stecken.

Einstieg mit dem neuen Oldie

Wichtiger dürften im Alltag die neuen Highspeed-Datenfunkstandards sein, die das iPad jetzt beherrscht. Mit LTE, HSPA+ und DC-HSDPA kann man sich in jedes Highspeed-Mobilnetz weltweit einwählen - wenn die Technik denn in den Sendemasten verbaut ist. Je nach Netz sind damit Downloadraten von bis zu 72 Mbit/s möglich - unter Idealbedingungen. Verlockend wird es allemal sein, mit dem neuen iPad nicht mehr nur auf dem Sofa per W-Lan, sondern nahezu überall mit dieser Geschwindigkeit online zu gehen. Dazu müssen die Netzanbieter allerdings auch passende und bezahlbare Mobilfunkverträge anbieten.

Der Technik-Mix, den Apple da beim neuen iPad angerührt hat, wird der Konkurrenz jedenfalls zu schaffen machen. Vergleicht man das neue iPad mit all den Neuvorstellungen vom Mobile World Congress, wird klar: Weder Samsung, noch Motorola, noch ein anderer Hersteller bieten ein ähnlich umfassendes Paket.

Noch viel mehr dürfte der Konkurrenz aber zu schaffen machen, dass Apple jetzt auch noch die Einstiegshürde senkt: Für 399 Euro wird das iPad 2 in einer Version mit 16 GB Speicher angeboten. Inklusive 3G-Mobilfunk kostet es 519 Euro. Billig ist das nicht, dürfte aber so manchen Käufer verleiten, sich anstelle eines gleichteuren Android-Tablets ein iPad 2 zu kaufen.

Besser nicht zu billig

Während Apple mit dem neuen iPad die Orakel bestätigte und die Wünsche der Fans befriedigt hat, dürfte das neue Apple TV ein Enttäuschung für alle sein, die auf einen Apple-Fernseher spekuliert hatten. Das neue Apple TV ist im Grunde nur ein längst überfälliges Update, das vor allem Full-HD-Video in 1080p nachliefert. Interessant wird es sein, die neue Software für Apples TV-Box auszuprobieren und zu schauen, ob man damit nun endlich auch in Deutschland wieder TV-Serien kaufen kann und nicht nur Filme.

Apple hat diesmal keine Überraschungen gezeigt, nur Upgrades, die Raum für weitere Evolution lassen, neue Prozessor zum Beispiel. Allerdings verschafft sich Apple mit der Technik-Kombination beim neuen iPad wieder einen Vorsprung gegenüber der Tablet-Konkurrenz. Den braucht der Konzern, um seinen Marktanteil zu halten.

Ein Billigmodell ist das günstige iPad 2 nicht. Das Billig-Segment hat binnen weniger Monaten Amazon mit seinem Kindle Fire besetzt. Bisher ist dieses Tablet zwar nur in den USA verfügbar, aber sobald die Kombination aus günstigem Tablet und komplettem Medienangebot auch hierzulande erhältlich ist, dürfte sich kaum jemand für andere Billig-Flachrechner interessieren.

Korrektur: In einer früheren Version dieses Artikels war zu lesen, auch das erste Apple TV vor vier Jahren habe schon Full-HD-Auflösung beherrscht. Das ist nicht korrekt, das erste Apple TV lieferte nur eine Auflösung von 720p. Wir bitten, diesen Fehler zu entschuldigen.

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iPad-Modelle im Vergleich
Produkt iPad 1 iPad 2 iPad 3
Gewicht
(Gramm)
680 (W-Lan) / 730 (3G) 601 (W-Lan) / 613 (3G) 652 (W-Lan) / 662 (4G)
Bildschirm 9,7 Zoll 9,7 Zoll 9,7 Zoll
Auflösung 1024 × 768 px 132 PPI 1024 × 768 px 132 PPI 2048 x 1536 px 264 PPI
Dicke (ca.) 1,3 cm 0,88 cm 0,94 cm
Akkulaufzeit 10 h 10 h 10 h
Arbeits-
speicher
256 MB 512 MB derzeit unbekannt
Prozessor 1 GHz Apple A4 1 GHz Apple A5 Apple A5X
Speicher 16 / 32 / 64 GB 16 / 32 / 64 GB 16 / 32 / 64 GB
Kameras - 2 Video-
kameras
2 Video-
kameras
Markt-
einführung
10.5.2010 (D) 25.3.2011 (Europa) 16.3.2012 (D)
Preis 16 GB WiFi (zum Verkaufsstart) 499 Euro 479 Euro 479 Euro


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