Asus Padfone 2: Dieses Handy ist ein Tablet

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Eile oder Innovation? Nur Monate nach dem ersten Modell bringt Asus ein neues Padfone auf den Markt. Es ist schlanker und schneller als sein Vorgänger, funktioniert nach demselben Prinzip: Sekundenschnell lässt es ein Smartphone zum Tablet mutieren. Was der Technik-Zwitter taugt, zeigt unser Test.

Smartphone und Tablet zugleich: Das ist das Padfone 2 Fotos
Matthias Kremp

Die Idee liegt nahe: Je nach Anwendung, Umgebung und User-Wunsch soll das Padfone 2 mal ein Tablet und mal ein Smartphone sein. Warum auch nicht? Bis auf die unterschiedlich großen Bildschirme sind die beiden Gerätetypen technisch weitgehend identisch, nutzen dieselben Prozessoren, Funkmodule und Speicherchips. Aber lässt sich die Idee auch sinnvoll umsetzen?

Der Grundgedanke ist beim zweiten Modell wie beim Vorgänger: Die Intelligenz und den Speicherplatz liefert das Handy, das in eine Halterung auf der Rückseite des Tablet-Moduls gesteckt wird. Der Padfone Station genannte Tablet-Teil ist im Kern nicht mehr als ein großer Bildschirm mit einem dicken Akku dahinter.

Asus erster Versuch, diese Idee umzusetzen, konnte nicht überzeugen. Der Bildschirm des Handys war mäßig, das Tablet-Modul zu dick und zu schwer. Auf glatten Flächen wackelte das Tablet beim Schreiben, weil die Ausbuchtung für das Smartphone einen dicken Buckel verursachte.

Vielleicht war solche Kritik der Grund, dass der taiwanische Konzern wenige Monate nach dem Erstling schon einen Nachfolger ins Rennen schickt. Die Geschwindigkeit der Neuentwicklung ist erstaunlich. Schließlich hatte es von der Vorstellung eines Prototypen bis zur Markteinführung des ersten Padfone ein Jahr gedauert. Aber: Haben die Entwickler wirklich auf die Kritik reagiert?

Dicke Beulen und dünne Ringe

Hinsichtlich des grundlegenden Designs trifft das auf jeden Fall zu. Das Tablet-Modul ist deutlich dünner geworden, kann mit 10,4 Millimetern mit anderen Touch-Rechnern mithalten. Das Gewicht das Duos wurde von 855 Gramm auf 649 Gramm reduziert. Es ist also sogar leichter als ein iPad 4 (652 bis 662 Gramm).

Das Handy wird jetzt einfach in einen passend geformten Schacht auf der Rückseite des Tablets geschoben. Beim Vorgänger musste man dazu noch eine Klappe öffnen. Trotzdem macht diese Bauweise auch das neue Modell als Schreibgerät untauglich, weil das Handy wieder wie eine Beule im Rücken der Padfone 2 Station steckt, so dass das Tablet wackelig wird.

Ohne Station hingegen ist das Padfone-2-Telefon alles andere als wackelig. Vielmehr macht es mit seinem Metallrahmen einen sehr robusten Eindruck. Selbst die Kunststoffrückseite wirkt edel, weil in ihre macadamiabraune Oberfläche die für Asus typischen konzentrischen Kreise eingeprägt sind. Nebenbei wird das Handy dadurch griffig.

Eine Kamera, zwei Auflösungen

Die Leistung kann sich sehen lassen. Quadcore-Prozessor und 2-GB- Arbeitsspeicher lassen das leider veraltete Betriebssystem Android 4.0.4 und alle getesteten Apps flink über den Bildschirm huschen. Verglichen mit einem iPhone 5 ist das Padfone 2 allerdings riesig. Es ist um einiges größer und dicker, sein 4,7 Zoll-Bildschirm überfordert selbst lange Finger. Dafür bietet er mit 1280 x 720 Pixeln eine angenehm hohe Auflösung und kräftige Kontraste. Die Station, das Tablet, hat mit 1280 x 800 Pixeln eine nur geringfügig höhere Auflösung.

Einen Erweiterungssteckplatz für Speicherkarten gibt es nicht, man muss sich also mit dem eingebauten Speicher begnügen. Mein Testgerät zeigte bei nominell 32 GB Speicherplatz 25,5 GB verfügbaren Speicher an. Sehr gut ist die Funkabteilung des Padfone 2 bestückt. Mit HSPA+ und LTE kommt es in alle schnellen deutschen Mobilfunknetze, beherrscht außerdem alle wichtigen W-Lan-Standards (802.11 a/b/g/n) und Bluetooth 4.0. Für Navigation sind GPS und Glonass eingebaut.

Die Kamera hat zwei unterschiedliche Auflösungen: Als Smartphone genutzt schießt sie 13-Megapixel-Fotos. Sobald man das Handy in das Tablet einsteckt, haben die Bilder derselben Kamera nur noch 5,5 Megapixel. Die erreichbare Bildqualität ist gut.

Duett komplett

Ebenso gut funktioniert das Zusammenspiel von Tablet-Modul und Smartphone. Beim Einstecken des Handys dauert es zwar ein paar Sekunden, bis das Tablet sich bereit meldet, aber dann ist das Padfone 2 nicht mehr von einem normalen Android-Tablet zu unterschieden. Der Touchscreen reagiert schnell, Apps arbeiten wie gewohnt.

Sind diese Apps an das Padfone angepasst, schalten sie automatisch von einem Modus in den anderen um. Eine Webseite, die man auf dem Smartphone geöffnet hat, kann man also auch auf dem größeren Bildschirm des Tablets weiterlesen. Apps die nicht entsprechend modifiziert sind, werden beim Wechsel der Betriebsart allerdings beendet.

Das Tablet hilft dem Handy durchzuhalten

Trotz solcher kleinen Macken macht das Padfone 2 Spaß. Mit einer einzigen Handbewegung aus dem Smartphone ein Tablet zu machen, beeindruckt nicht nur Zuschauer, sondern es öffnet oft auch mehr Möglichkeiten. E-Mails lesen beispielsweise funktioniert auf dem Handy ja schon gut, sie zu beantworten geht auf der großen Tablet-Tastatur besser als auf dem kleinen Handy-Bildschirm.

Beeindruckend ist auch die Laufzeit. Gut zwei Tage intensiver Nutzung hielt das Duo im Test durch. Im Alltag könnte sich als nützlich erweisen, dass sich die Station auch als Ladegerät für das Handy nutzen lässt. In diesem Modus wird Strom vom Tablet-Akku ins Smartphone umgeladen. So bleibt man wenigstens erreichbar.

Funktionen wie diese sind es, die das Padfone 2 auszeichnen. Die zweite Auflage des Mobilfunk-Kombis ist in etlichen Details besser und schöner als das erste Modell. Billiger hingegen ist sie nicht. Für 799 Euro soll die 32-GB-Variante ab 2. Dezember exklusiv bei Base erhältlich sein. Für dasselbe Geld könnte man auch ein Nexus 10 und ein Nexus 4 kaufen, bekäme damit ein Duo, das technisch mindestens ebenbürtig ist, aber bereits das neue Android 4.2 enthält. Derzeit allerdings kann Google gar nicht liefern.

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insgesamt 37 Beiträge
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1. Auch hier wieder schön zu sehen...
cor 21.11.2012
Auch hier wieder schön zu sehen.... kein Mensch beschwert sich darüber, dass dieser Artikel Asus-Werbung ist!
2.
Caldwhyn 21.11.2012
Zitat von corAuch hier wieder schön zu sehen.... kein Mensch beschwert sich darüber, dass dieser Artikel Asus-Werbung ist!
Auch hier wieder schön zu sehen..., das gleich der erste Beitrag eine Beschwerde über die Asus Werbung ist.
3. sorry, keine SD...
yogibimbi 21.11.2012
keine Knete.
4. optional
philkopter 21.11.2012
@cor Das ist ein Testbericht und keine Werbung. Unter einem der zahlreichen Apple Artikel wurde auch schon gepostet "Schreibt doch mal über was anderes als Apple", das sei alles nur Werbung in deren Sinne. Jetzt ist es Asus und immer noch Werbung, so ein Unsinn. In einem Testbericht muss man selbstverständlich den Hersteller erwähnen und es ist ja nicht so, als würden nur Vorteile erwähnt. Außerdem handelt es sich, meiner Meinung nach, um ein Produktkonzept welches nicht allen Lesern bekannt sein dürfte, weswegen auch ein generelles Informationsbedürfnis bedient wird. Danach lesen Sie bitte den vorletzten Satz des Artikels nochmal. Super Werbung.
5. Ich
Ditmar 21.11.2012
Zitat von CaldwhynAuch hier wieder schön zu sehen..., das gleich der erste Beitrag eine Beschwerde über die Asus Werbung ist.
schalte Werbung generell weg bzw. überblättere diese. Hier kann wie schon anderswo erwähnt keine Werbung entdecken. Übrigens sollte sich ASUS einmal daran gewöhnen, nicht bei jedem Gerät einen anderen Anschluß (Netzkabel) zu "erfinden", das ist nur nervig. Habe selber das EP121 PAD, und dafür ist kein Adapter zu bekommen, um diesen an einen Externen Akku anzuschließen zum wiederaufladen. Andere sind da wesentlich besser, und das sage ich jetzt als Asus-Fan.
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