Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.

Angriffe auf Router: Hacker warnt Asus-Nutzer vor Sicherheitslücke

Asus-Router: Schwachstelle längst behoben Zur Großansicht

Asus-Router: Schwachstelle längst behoben

Ein unbekannter Helfer warnt auf ungewöhnliche Weise vor einem Problem bei Asus-Routern: Er nutzte eine Schwachstelle der Geräte aus, hackte sie und hinterließ den Besitzern einen Hinweis auf die Sicherheitslücke, die er bei seinem Hack nutzte.

Mit einer erstaunlichen Aktion versucht ein Unbekannter, Aufmerksamkeit auf eine Sicherheitslücke zu lenken, von der viele Router des Herstellers Asus betroffen sind. Bekannt wurde die Aktion, nachdem ein Leser dem Technikportal "Ars Technica" von einer Textdatei berichtete, die er am Wochenende plötzlich auf einer Festplatte gefunden hatte, die an seinen Asus-Router angeschlossen ist. Er hatte die Datei nicht abgespeichert.

In dem Textdokument hieß es, er sei automatisch an alle Betroffenen verschickt worden. Und weiter: "Auf Ihren Asus-Router (und ihre Dokumente) kann jedermann von überall auf der Welt über das Internet zugreifen. Sie müssen sich schützen." Für weitere Informationen verwies das Dokument auf einen anonym veröffentlichten Text, der sich dem sogenannten Asusgate widmet.

Unter dem Hashtag Asusgate hatten Unbekannte Anfang Februar eine Liste mit IP-Adressen von Asus-Routern veröffentlicht, die sich wegen einer Sicherheitslücke leicht über das Internet manipulieren lassen. Zwar hatte Asus das Problem bereits wenige Wochen nach dem Bekanntwerden behoben, doch offenbar haben viele Anwender den notwendigen Patch bis heute nicht installiert.

Router als neues Angriffsziel

Der Fall erinnert an die die Serie von Router-Attacken, die in den letzten Monaten bekannt geworden sind. Außer Asus-Routern hatten auch Linksys-Modelle und vor allem die in Deutschland populären Fritzboxen mit Angriffen zu kämpfen.

Es zeigt sich aber vor allem, dass Internetnutzer umdenken müssen. Daran, dass man auf einem PC einen Antivirensoftware installieren sollte, haben sich die meisten PC-Besitzer längst gewöhnt. Dass man bei seinem Router aber alle Funktionen abschalten sollte, die man nicht wirklich benötigt - vor allem wenn es um Fernzugriffe geht - ist nicht jedem bewusst. Ebenso wenig wie die Tatsache, dass man jedes Update der Router-Firmware umgehend installieren sollte.

Hier sind allerdings auch die Hersteller gefragt, ihre Kunden zu informieren. Nicht jeder arbeitet sich täglich durch die Meldungen der Techblogs, um nachzuschauen, ob dort auch etwas zu seiner Netzwerk-Hardware geschrieben wird.

Solange das Gros der Router-Besitzer nicht schneller reagiert, werden die Geräte ein attraktives Ziel für Cyber-Kriminelle sein. Sie sind leichter angreifbar als ein PC, können aber genauso gut ausgebeutet werden. Nicht nur, um an die Daten der Besitzer zu kommen. Infizierte Router lassen sich theoretisch zu einem Botnet zusammenzuschließen, das unbemerkt von den Eigentümern der Geräte Spam verschickt, Überlastungsangriffe (DDoS) durchführt oder weitere Router infiziert.

Anmerkung der Redaktion: In der ersten Version dieses Artikels hieß es, Asus habe sich acht Monate Zeit gelassen, einen im Juni 2013 gemeldeten Fehler zu beheben. Tatsächlich hatte das Unternehmen bereits drei Wochen nach Bekanntwerden der Lücke einen entsprechend Patch veröffentlicht. Wir bitten diesen Fehler zu entschuldigen.

mak

Diesen Artikel...
Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 7 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1. typisch...
Bikkje 18.02.2014
Typisch Asus. Top Hardware aber unterirdischer Support. Das ist bei ihren Handys leider auch so. Weswegen ich mir auch keines mehr von Ihnen kaufen werde...
2. Vewundert mich wenig,
Fusselkopf 18.02.2014
Asus ist schon längst nicht mehr der Qualitätsgarant, der er vorgibt zu sein.
3. Ist doch überall so!
duiveldoder 18.02.2014
Zitat von BikkjeTypisch Asus. Top Hardware aber unterirdischer Support. Das ist bei ihren Handys leider auch so. Weswegen ich mir auch keines mehr von Ihnen kaufen werde...
Apple Telefone die nach einem Update nicht mehr gehen, Schrottware von AVM, Microsoft, Cisco, ein Sicherheitsprofi, usw. .. da kann man zu jedem Hersteller was finden. Aber Menschen die Routern kaufen und kein dd-wrt/openWRT installieren sind nicht zu helfen! Selber Schuld. Jeder weiss dass die Hersteller beim Support vorallem im Bereich Firmware die eine Schlampe nach der anderen machen. Aber findet man beim dd-wrt einen Fehler, einfach Sasha kurz sagen und schon ist repariert.. obwohl der sowieso keine Lücken hinterlässt! :P
4. Oh doch, schon!
duiveldoder 18.02.2014
Zitat von FusselkopfAsus ist schon längst nicht mehr der Qualitätsgarant, der er vorgibt zu sein.
Von Asus geht nichts kaput. Die Hardware ist nach wie vor Top! Da können Apple und CO nicht mithalten. Soviele Linksys die kaput gehen, findet man bei Asus nicht. Aber indertat, Firmware Support ist dort schlecht! Als der RT-N66AC auf dem Markt kam war die Firmware etwa 10-15% fertig. Die Hardware 1A, aber die Firmware... Gottseidank gibt es openWRT, DD-wrt, usw.. die Firmware ist dicht wie dicht nur sein kann
5.
ohnelos 18.02.2014
wenn die NSA befiehlt "die lücke bleibt auf" dann kann auch asus nicht viel machen...
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    

© SPIEGEL ONLINE 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



Schad- und Spähsoftware
Klicken Sie auf die Stichworte, um mehr zu erfahren
Trojaner
Wie das Trojanische Pferd in der griechischen Mythologie verbergen Computer-Trojaner ihre eigentliche Aufgabe (und Schädlichkeit!) hinter einer Verkleidung. Meist treten sie als harmlose Software auf: Bildschirmschoner, Videodatei, Zugangsprogramm. Sie werden zum Beispiel als E-Mail-Anhang verbreitet. Wer das Programm startet, setzt damit immer eine verborgene Schadfunktion ein: Meist besteht diese aus der Öffnung einer sogenannten Backdoor , einer Hintertür, die das Computersystem gegenüber dem Internet öffnet und durch die weitere Schadprogramme nachgeladen werden.
Virus
Computerviren befallen vorhandene Dateien auf den Computern ihrer Opfer. Die Wirtsdateien funktionieren – zumindest eine Zeit lang - weiterhin wie zuvor. Denn Viren sollen nicht entdeckt werden. Sie verbreiten sich nicht selbständig, sondern sind darauf angewiesen, dass Computernutzer infizierte Dateien weitergeben, sie per E-Mail verschicken, auf USB-Sticks kopieren oder in Tauschbörsen einstellen. Von den anderen Schad- und Spähprogrammen unterscheidet sich ein Virus allein durch die Verbreitungsmethode. Welche Schäden er anrichtet, hängt allein vom Willen seiner Schöpfer ab.
Rootkit
Das kleine Kompositum führt die Worte "Wurzel" und "Bausatz" zusammen: "Root" ist bei Unix-Systemen der Benutzer mit den Administratorenrechten, der auch in die Tiefen des Systems eingreifen darf. Ein "Kit" ist eine Zusammenstellung von Werkzeugen. Ein Rootkit ist folglich ein Satz von Programmen, die mit vollem Zugriff auf das System eines Computers ausgestattet sind. Das ermöglicht dem Rootkit weitgehende Manipulationen, ohne dass diese beispielsweise von Virenscannern noch wahrgenommen werden können. Entweder das Rootkit enthält Software, die beispielsweise Sicherheitsscanner deaktiviert, oder es baut eine sogenannte Shell auf, die als eine Art Mini-Betriebssystem im Betriebssystem alle verdächtigen Vorgänge vor dem Rechner verbirgt. Das Gros der im Umlauf befindlichen Rootkits wird genutzt, um Trojaner , Viren und andere zusätzliche Schadsoftware über das Internet nachzuladen. Rootkits gehören zu den am schwersten aufspürbaren Kompromittierungen eines Rechners.
Wurm
Computerwürmer sind in der Praxis die getunte, tiefergelegte Variante der Viren und Trojaner. Im strengen Sinn wird mit dem Begriff nur ein Programm beschrieben, das für seine eigene Verbreitung sorgt - und der Programme, die es transportiert. Würmer enthalten als Kern ein Schadprogramm , das beispielsweise durch Initiierung eines eigenen E-Mail-Programms für die Weiterverbreitung von einem befallenen Rechner aus sorgt. Ihr Hauptverbreitungsweg sind folglich die kommunikativen Wege des Webs: E-Mails, Chats, AIMs , P2P-Börsen und andere. In der Praxis werden sie oft als Vehikel für die Verbreitung verschiedener anderer Schadprogramme genutzt.
Drive-by
Unter einem Drive-by versteht man die Beeinflussung eines Rechners oder sogar die Infizierung des PC durch den bloßen Besuch einer verseuchten Web-Seite. Die Methode liegt seit einigen Jahren sehr im Trend: Unter Ausnutzung aktueller Sicherheitslücken in Browsern und unter Einsatz von Scripten nimmt ein auf einer Web-Seite hinterlegter Schadcode Einfluss auf einen Rechner. So werden zum Beispiel Viren verbreitet, Schnüffelprogramme installiert, Browseranfragen zu Web-Seiten umgelenkt, die dafür bezahlen und anderes. Drive-bys sind besonders perfide, weil sie vom PC-Nutzer keine Aktivität (wie das Öffnen einer E-Mail) verlangen, sondern nur Unvorsichtigkeit. Opfer sind zumeist Nutzer, die ihre Software nicht durch regelmäßige Updates aktuell halten - also potenziell so gut wie jeder.
Botnetz
Botnets sind Netzwerke gekidnappter Rechner - den Bots. Mit Hilfe von Trojaner-Programmen, die sie beispielsweise durch manipulierte Web-Seiten oder fingierte E-Mails auf die Rechner einschleusen, erlangen die Botnet-Betreiber Zugriff auf die fremden PC und können sie via Web steuern. Solche Botnets zu vermieten, kann ein einträgliches Geschäft sein. Die Zombiearmeen werden unter anderem genutzt, um millionenfache Spam-Mails zu versenden, durch eine Vielzahl gleichzeitiger Anfragen Web-Seiten in die Knie zu zwingen oder in großem Stile Passwörter abzugrasen. (mehr bei SPIEGEL ONLINE)
Fakeware, Ransomware
Das Wort setzt sich aus "Fake", also "Fälschung", und "Ware", der Kurzform für Software zusammen: Es geht also um "falsche Software" . Gemeint sind Programme, die vorgeben, eine bestimmte Leistung zu erbringen, in Wahrheit aber etwas ganz anderes tun. Häufigste Form: angebliche IT-Sicherheitsprogramme oder Virenscanner. In ihrer harmlosesten Variante sind sie nutzlos, aber nervig: Sie warnen ständig vor irgendwelchen nicht existenten Viren und versuchen, den PC-Nutzer zu einem Kauf zu bewegen. Als Adware-Programme belästigen sie den Nutzer mit Werbung.

Die perfideste Form aber ist Ransomware : Sie kidnappt den Rechner regelrecht, macht ihn zur Geisel. Sie behindert oder verhindert das normale Arbeiten, lädt Viren aus dem Netz und stellt Forderungen auf eine "Reinigungsgebühr" oder Freigabegebühr, die nichts anderes ist als ein Lösegeld: Erst, wenn man zahlt, kann man mit dem Rechner wieder arbeiten. War 2006/2007 häufig, ist seitdem aber zurückgegangen.
Zero-Day-Exploits
Ein Zero-Day-Exploit nutzt eine Software-Sicherheitslücke bereits an dem Tag aus, an dem das Risiko überhaupt bemerkt wird. Normalerweise liefern sich Hersteller von Schutzsoftware und die Autoren von Schadprogrammen ein Kopf-an-Kopf-Rennen beim Stopfen, Abdichten und Ausnutzen bekanntgewordener Lücken.
Risiko Nummer eins: Nutzer
Das größte Sicherheitsrisiko in der Welt der Computer sitzt vor dem Rechner. Nicht nur mangelnde Disziplin bei nötigen Software-Updates machen den Nutzer gefährlich: Er hat auch eine große Vorliebe für kostenlose Musik aus obskuren Quellen, lustige Datei-Anhänge in E-Mails und eine große Kommunikationsfreude im ach so informellen Plauderraum des Webs. Die meisten Schäden in der IT dürften von Nutzer-Fingern auf Maustasten verursacht werden.
DDoS-Attacken
Sogenannte distribuierte Denial-of-Service-Attacken (DDoS) sind Angriffe, bei denen einzelne Server oder Netzwerke mit einer Flut von Anfragen anderer Rechner so lange überlastet werden, bis sie nicht mehr erreichbar sind. Üblicherweise werden für solche verteilten Attacken heutzutage sogenannte Botnetze verwendet, zusammengeschaltete Rechner, oft Tausende oder gar Zehntausende, die von einem Hacker oder einer Organisation ferngesteuert werden.


Anzeige
  • Christian Stöcker:
    Spielmacher

    Gespräche mit Pionieren der Gamesbranche.

    Mit Dan Houser ("Grand Theft Auto"), Ken Levine ("Bioshock"), Sid Meier ("Civilization"), Hideo Kojima ("Metal Gear Solid") u.v.a.

    SPIEGEL E-Book; 2,69 Euro.

  • Bei Amazon kaufen.
Der kompakte Nachrichtenüberblick am Morgen: aktuell und meinungsstark. Jeden Morgen (werktags) um 6 Uhr. Bestellen Sie direkt hier: