25. Januar 2013, 09:00 Uhr

Asus Taichi 21 im Test

Das Notebook mit dem Doppel-Schirm

Von Matthias Kremp

Außen Touchscreen, innen Tastatur: Mit dem Taichi 21 will Asus es allen recht machen. Es ist Ultrabook und Tablet und kann sogar von zwei Personen gleichzeitig benutzt werden. Wir haben getestet, ob die neue Technik nützlich oder nur Spielkram ist.

Das neue Windows 8 animiert PC-Entwickler dazu, Neues auszuprobieren. Es gibt Tablets, die sich per Andock-Tastatur zu Notebooks mit Windows 8 oder Windows RT umfunktionieren lassen oder einfach eine große Klappe haben. Und es gibt sogar Tablets von Microsoft selbst. Der taiwanische Hersteller Asus gehört zu jenen Firmen, die auf diesem Gebiet besonders viel experimentieren, wie das 11,6-Zoll-Ultrabook Taichi 21 zeigt.

Auf den ersten Blick könnte man meinen, es mit einem ganz normalen Notebook zu tun zu haben. Es hat eine glänzend verspiegelte Rückseite, und wenn man es aufklappt, kommen ein herkömmlicher Bildschirm (ohne Touch-Funktionalität) und eine Tastatur zum Vorschein. Seine Besonderheit offenbart das Taichi erst, wenn man es im laufenden Betrieb zuklappt. Denn dann leuchtet plötzlich der Displaydeckel auf und zeigt die neue Windows-Oberfläche. Im Deckel steckt ein zweites Display, ein Touchscreen.

Damit wird das Notebook zum Tablet, wenn man den Deckel zuklappt. Das ist originell, aber noch lange nicht alles, was sich mit dem Doppel-Display anstellen lässt. Der Außenbildschirm lässt sich auch parallel zum Inneren aktivieren. So bietet das Notebook verschiedene neue Nutzungsmöglichkeiten.

Zum einen kann man den Inhalt des Innen-Displays auf das Außen-Display übertragen. So kann man beispielsweise seinem Gegenüber zeigen, woran man gerade arbeitet oder wie man eine bestimmte Aufgabe erledigt. Ideal erscheint diese Funktion auch für Präsentationen im kleineren Kreis. Die andere Option besteht darin, die Bildschirme vollkommen autark voneinander arbeiten zu lassen. So können zwei Anwender gleichzeitig am Taichi arbeiten, einer mit Tastatur und Touchpad, der andere am Touchscreen. Dabei allerdings könnte das vom Touchscreen-Benutzer verursachte Bildschirmwackeln schnell lästig werden.

Drahtlos schnell

Übermäßig hohe Ansprüche an die Hardware scheinen diese Funktionen nicht zu stellen. In unserem Testgerät steckt ein Intel Core-i7-Dualcore-Prozessor mit 1,9 GHZ, dem 4 GB Arbeitsspeicher und eine 256 GB große SSD zur Seite stehen. Die beiden Full-HD-Displays (1920 x 1080 Pixel) werden von einem eher durchschnittlich schnellen integrierten Intel-Grafikchip bedient. Umso mehr erstaunt es, dass selbst im Leerlauf der Gehäuselüfter zwar leise aber permanent heiße Luft aus dem Gerät pustet und regelmäßig auf höhere - und damit lautere - Drehzahlen beschleunigt.

Zur Vernetzung stehen W-Lan nach IEEE 802.11 a/g/n und Bluetooth 4.0 bereit. Auf seiner Website weist der Hersteller außerdem noch einen "RJ45-Lan-Anschluss" aus, doch den gibt es am Gerät nicht. Stattdessen wird ein USB-Adapter mitgeliefert, über den man das Gerät mit einem Kabelnetzwerk verbinden kann. Der ermöglicht allerdings eine maximale Übertragungsrate von nur 100 Megabit pro Sekunde.

Innen matt, außen glatt

Ausgesprochen unterschiedlich sind die beiden Displays im Taichi. Gemeinsam sind ihnen nur die Full-HD-Auflösung 1920 x 1080 und die Diagonale von 11,6 Zoll. Der innen liegende Bildschirm bietet sich dank matter Entspiegelung fürs Arbeiten an. Dabei kann man die hohe Auflösung gut ausnutzen, wenn man mit Programmen umgeht, die mehrere Fenster gleichzeitig öffnen. Die Bildschärfe ist aufgrund der hohen Auflösung gut, nur der Helligkeitssensor, der die Bildschirmhelligkeit automatisch regelt, störte in Test gelegentlich mit unerwartetem Verhalten, machte das Display zum Beispiel beim Durchblättern von Webseiten plötzlich dunkler.

Etwas störend ist die doch recht lange Zeit, die beim Umschalten zwischen Innen- und Außen-Display vergeht. Etwa drei bis vier Sekunden Geduld muss man dafür mitbringen. Dafür funktioniert der Touchscreen verzögerungsfrei, so dass es Spaß macht, den Taichi als Tablet zu benutzen.

Zu schwer und schön leicht

Technisch also steckt einiges drin im Taichi, und auch die Idee eines Hybridrechners mit zwei Displays ist gut. In der Praxis aber zeigten sich einige lästige Mankos, die das Konzept in seiner jetzigen Form behindern. Die Verzögerungen beim Umschalten zwischen den Displays stören und es ist nicht leicht, den Überblick zu behalten, in welchem Modus man das Duo gerade betreibt. Besonders nervt, dass das sehr gute Innen-Display keine Touch-Funktion hat. So muss man beim Umschalten vom Tablet in den Notebook-Betrieb von Windows 8 stets umdenken. Außerdem macht dem Taichi 21 sein Gewicht zu schaffen. Als Notebook ist es mit 1,25 Kilogramm sehr leicht, als Tablet viel zu schwer.

So bleibt die Feststellung, dass Asus' Idee eines Ultrabooks mit zwei Persönlichkeiten gut ist, die Umsetzung aber noch verbessert werden muss. Technisch einfacher, konsequenter und billiger, ist da Lenovos Yoga. Doch dem fehlt natürlich der Wow-Faktor, der dem Besitzer eines Taichi sicher ist.


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