Ausstieg: Nie wieder Viren

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3. Teil: Keimendes Linux-Fieber - die Bekehrung des Schornsteinfegers

Ubuntu 11.10 mit geöffnetem "Dash": Die Unity-Oberfläche hält die Grundfunktionen immer sichtbar, macht Linux nutzbar für Anwender, die von Linux keine Ahnung haben Zur Großansicht

Ubuntu 11.10 mit geöffnetem "Dash": Die Unity-Oberfläche hält die Grundfunktionen immer sichtbar, macht Linux nutzbar für Anwender, die von Linux keine Ahnung haben

"Och, das ist ja chic", sagte meine Tochter, als sie meinen neuen PC-Desktop sah. Sie meinte natürlich vor allem den Bildschirmhintergrund, aber auch, wie aufgeräumt alles aussah. Installiert hatte ich das Linux-System Ubuntu 11.10.

Hier die augenfälligen Unterschiede zu Windows im Schnelldurchlauf:

  • Die Startleiste mit den wichtigsten Programm- und Dateisystem-Einträgen ist nicht unten zu finden, sondern links. Die üblichen kleinen Symbole, wie beispielsweise Uhr, Aus-Knopf oder Laustsprechersteuerung, findet man oben statt unten rechts.
  • Was in der Startleiste zu sehen ist, hängt davon ab, was man besonders oft oder am aktuellen Tag gebraucht hat, es wechselt. Immer zu sehen ist der Internetbrowser Firefox, das Office-Paket LibreOffice, der Software-Shop (vergleichbar mit einem App-Store) und der sogenannte Dash am Seitenkopf oben links. Den könnte man mit dem Start-Button bei Windows vergleichen.

Die meisten Programme unter Linux unterscheiden sich kaum von ihren Windows-Versionen oder Entsprechungen. Äußerst komfortabel ist, dass so gut wie alles vorinstalliert scheint. Selbst wenn etwas fehlt, ist die Nachinstallation von Programmen oder Codecs zur Darstellung von Videos ein Kinderspiel. Alle meine unter Windows angelegten Dateien (Texte, Bilder, Filme etc.) sind zugänglich und nutzbar.

Die große Schwäche: Linux ist kein Spielplatz

Was nicht bedeutet, dass Linux aus Verbrauchersicht keine Schwächen hätte. Nach zehnminütiger Einarbeitung probierte meine Tochter die Software für einen Tag aus. Dann fragte sie: "Kann ich damit auch Sims spielen?"

Kommt drauf an, sagte ich und dämpfte damit ihre Begeisterung merklich. Kommerzielle Spiele gibt es nur selten in Linux-Versionen, gerade die populärsten sind nicht darunter. Viele Windows-Programme lassen sich - oft unter Leistungseinbußen - mit Emulatoren (eine Art "Übersetzer-Programm") aus Linux heraus nutzen: Ob das aber klappt oder nicht, ist auch von der eingesetzten Hardware abhängig. Browserspiele laufen natürlich. Generell muss man aber sagen: Linux-Rechner sind nichts für Leute, die PC zum Spielen nutzen.

Arbeitsaufgaben, Internet und "sachliche" Hobbys, aber auch Multimediaanwendungen vom Filmkonsum über Grafiksoftware bis zum DVD-Schnitt bedient Linux dagegen vorzüglich. "Schade", sagte meine Tochter, eigentlich sei dieses Ubuntu "viel besser als mein Windows". Was sie meint: Es ist einfacher - und deutlich schneller.

Domino-Effekte: wenn einer anfängt...

Am Abend rief mich ein Freund an, er ist Schornsteinfeger. "Hör mal", sagte er, "ich krieg' diesen BKA-Mist nicht runter."

"Spielst Du eigentlich an der Kiste?", fragte ich. Er verneinte. Ich machte ihm einen naheliegenden Vorschlag, um ihn (und mich!) von seinem Virenproblem zu erlösen.

"Meinste, das krieg' ich hin?", fragte er zurück.

Vor ein paar Jahren hätte ich gezögert. Egal, was Linux-Fans da behaupten, die meisten Distributionen (so nennt man die verschiedenen Linux-Ausprägungen) sind Stoff für Leute, die wissen, was sie tun - und nicht für normale Anwender. Nach ein paar Tagen Ubuntu sehe ich da aber keine Probleme mehr. Gerade die unter Linux-Fans heiß umstrittene neue Unity-Arbeitsoberfläche ist es, was das System für Normal-User interessant macht: die ist einfach, übersichtlich und intuitiv zu bedienen - das kann locker auch mit Apple konkurrieren.

Ein paar Abende später installiere ich Ubuntu auf dem Laptop meines Freundes, neben der Windows-Partition, die erhalten bleibt. Alles geht ganz einfach, nach 20 Minuten sind wir durch. Wir testen den Rechner, im Internet, dann mit einem 24 Gigabyte großen HD-Video im mkv-Format. Das Bild fließt ruckelfrei und gestochen scharf. Codecs, Nachinstallationen, Probleme? Fehlanzeige.

In den folgenden Tagen warte ich auf den ersten Hilferuf. Er kommt nicht.

"Spitze", sagt mir mein Linux-Schornsteinfeger, als wir uns eine Woche später treffen, "das Ding ist jetzt viel schneller!" Er grinst wie ein Honigkuchenpferd, Probleme hat er offenkundig keine. "Sag mal", sagt Stefan, ein weiterer Freund: "Meinst Du wirklich, man kann das inzwischen versuchen?"

Ich verspreche ihm, eine Installations-DVD mitzubringen. Ein paar Tage darauf fragt der Nächste. Um mich herum entsteht ein kleiner, virenfreier Linux-Cluster. Vielleicht sind meine Tage als ehrenamtliche Viren-Hotline gezählt.

Linux für Jedermann
Dies ist der erste Teil einer kleinen Serie über Linux für Einsteiger. In den nächsten Tagen lesen Sie:

Umstieg: So installiert man Ubuntu
Ein Workshop in Bildern: Schritt für Schritt zeigen wir Ihnen, wie Sie das Linux-System Ubuntu neben Ihrem Windows-System installieren können. Um es auszuprobieren, zu lernen - oder um es als Viren-sicherere Variante für den Zugang zum Internet zu nutzen.

Einstieg: So bedient man Ubuntu-Linux
Eine Einführung in Bildern: Die wichtigsten Programme - und wie man sich unter Linux zurechtfindet.

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insgesamt 994 Beiträge
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1. Sehe ich ähnlich
uwe_aus_köln 05.02.2012
Ich bin seit Suse 5.3 mal mehr, mal weniger mit Linux zugange. In dieser Zeit hat sich viel getan in Sachen Benutzerfreundlichkeit. Heute kann man Linux auch den Normalsterblichen empfehlen. Es ist sicher empfehlenswert, im Fall der Fälle jemanden zu kennen, die sich mit Linux auskennt, dies ist jedoch bei Windows nicht anders.
2.
hermes69 05.02.2012
ja man merkt schon deutlich, dass die spon redaktion aus hippen, trendy mac usern besteht :D wer es zum glücklich sein braucht ^^
3. Kein Mitleid
Pat-Riot 05.02.2012
Zitat von sysopLinux? Bloß nicht! Der Rechner läuft stabil, schnell und vor allem virensicher. Ein Erfahrungsbericht. Umstieg auf Linux: Nie wieder Viren - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Netzwelt (http://www.spiegel.de/netzwelt/gadgets/0,1518,812304,00.html)
Wie das einem hier als Profi gehandelten Journalisten passieren kann, ist mir schleierhaft. Ich hätte mit dem System-Backup vom Vortag (oder das vom Vorvortag, wenn das vom Vortag schon verseucht gewesen sein sollte) die System-SSD überschrieben. Hätte maximal eine Viertelstunde gedauert (mit TrueImage in einer Version vor der grottenschlechten von 2011) - in der ich einen Latte macchiato in der Küche getrunken und dort auf dem Drittcomputer (Netbook) entspannt SPon gelesen hätte. Oder wenn ich einen dringenden Abgabetermin gehabt hätte, auf dem Zweitcomputer auf der gegenüberliegenden Seite des Schreibtisches weitergeschrieben. Wer kein Backup macht, ist selber schuld.
4. Linux
hubertrudnick1 05.02.2012
Zitat von sysopLinux? Bloß nicht! Viele Nutzer scheuen das Betriebssystem. Nur was für Experten, lautet das Urteil. Eine Fehleinschätzung, denn der Windows-Rivale hat sich zum Normalverbraucher-System gemausert. Der Rechner läuft stabil, schnell und vor allem virensicher. Ein Erfahrungsbericht. Umstieg auf Linux: Nie wieder Viren - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Netzwelt (http://www.spiegel.de/netzwelt/gadgets/0,1518,812304,00.html)
Nie wieder Viren, oder andere Angriffe, wer das verspricht der will den Kunden nur täuschen und was vormachen damit er sein Produkt kauft. In allen Programmen gibt es den ungebetenden Zugang und überall werden gewisse Leute sich mit dazwischen schalten und Schaden anrichten. Auf solche Werbebotschaften sollte man einfach nicht hören. HR
5. BKA-Virus???
wuestefeld 05.02.2012
Ich frage mich immer öfters, wo sich die Betroffenen im Netz herumgetrieben haben. In meinem Bekanntenkreis sind es immer die gleichen, die sich was einfangen! Denen ist auch nicht mehr zu helfen, da sie sich auch mit Linux ein Schadprgarmm einfangen werden. Ich geh ja auch nicht morgens um 3 durch bestimmte Straßen spazieren. Dieses angemessene Verhalten scheint sich im Netz noch nicht durchgesetzt zu haben.
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Ransomware
Das sind Lösegeld-Trojaner
Das BSI erklärt: Ransomware wird normalerweise direkt aus dem Internet per Drive-by-Exploit installiert oder durch eine auf dem PC bereits vorhandene Schadsoftware nachgeladen. Dabei können die verschiedenen Ransomware-Varianten unterschiedliche Schäden auf dem PC anrichten: Manche Formen verschlüsseln Dateien (zum Beispiel Texte, Tabellen, PDF-Dokumente, etc.), so dass diese für den Nutzer nicht mehr zugänglich sind. Bei der "BKA-Trojaner"-Variante wird der Zugriff auf das System verhindert. Da die Daten unverschlüsselt bleiben, kann bei dieser Art der Infektion der Datenzugriff durch eine Rescue-CD normalerweise wiederhergestellt werden, die verschiedene Anbieter von Antivirus-Software kostenfrei zur Verfügung stellen.
Entwicklung zur Epidemie
Die Lösegeld-Trojaner haben sich 2011 zu einer wahren Epidemie entwickelt, allein in Deutschland dürfte es Zehntausende Opfer geben; genaue Zahlen sind nicht bekannt, die Dunkelziffer dürfte groß sein.

Die Staatsanwaltschaft Göttingen hat für ein Sammelverfahren derzeit rund 8.000 Fälle zusammengetragen. Erst im Dezember 2011 warnte Microsoft vor maßgeschneiderten Ransomware-Angriffen auf deutsche Surfer(3): Allein den Trojaner Win32/Ransom.DU entdeckte Microsoft zwischen Juli und November letzten Jahres 25.000 Mal auf deutschen Computern.
Unwissen statt Hacker-Tricks
Die gute und schlechte Nachricht: Noch reizen die Internet-Erpresser nicht ihre Möglichkeiten aus: Viele Trojaner lassen sich leicht wieder löschen, nur wenige sind eine ernsthafte Gefahr – vielleicht, um ihre Entwickler vor drakonischen Hacker-Strafen zu schützen? Die größte Chance der Trojaner-Erpresser ist derzeit das Unwissen der Opfer: Solange die nichts von der Masche wissen, könnten sie auf die angeblichen Mails von BKA, Bundespolizei und Gema hereinfallen.
Klassischer Schutz gegen neue Methoden
Um sich vor den Lösegeld-Trojanern zu schützen, helfen die üblichen Maßnahmen: Aktuelle Antivirus-Software, ein moderner Browser mit Sicherheitsfunktion (z.B. Chrome oder Internet Explorer 9), deaktiviertes JavaScript und Flash, Vorsicht beim Öffnen unbekannter Dateien aus dem Netz.

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