Die westliche Gesellschaft hat ein wachsendes demografisches Problem: Immer mehr Menschen werden immer älter, während zugleich immer weniger Kinder geboren werden. Noch schlimmer wird die Sache dadurch, dass die dann vorzugsweise Betriebswirte, Anwalt oder Marketing-Manager werden wollen, nur in seltensten Ausnahmefällen aber eine Karriere im Pflegedienst anstreben. Mittelfristig, erzählen uns seit geraumer Zeit IT-Visionäre, kommen wir da wohl kaum ohne Roboter aus.
Vor allen Dingen aus Asien kommen immer wieder Designs, die nur den Schluss zulassen, dass dortige Entwickler hilfsbedürftige Menschen grundsätzlich für debil halten: Angemenschelte Maschinen sind das, mit lustigen Gesichtern, die Zeichentrickserien für Vierjährige entsprungen scheinen. Die Begründung dafür ist ebenfalls immer dieselbe: So ließen sich Menschen leichter und angstfreier auf Maschinen ein.
Die sollen dem Patienten Alltagsaufgaben erleichtern oder abnehmen. Nur selten allerdings kommen dabei Lösungen heraus, die mehr als Luxusprobleme aus der Welt schaffen.
Das kann man auch in Europa. Der Kompai von der französischen Firma Robosoft ist ein Paradebeispiel dieser Kategorie: Der bereits 2008 angekündigte Bot soll in der Altenbetreuung zum Einsatz kommen. Als persönlicher Assistent, der in erster Linie sprachgesteuert funktioniert.
So richtig vom Hocker hauen seine Fähigkeiten allerdings nicht: Kompai kümmert sich um Einkaufsliste und Kalender, ist daneben MP3-Player und Video-Konferenzgerät - auf dass zumindest der Fernkontakt zu einem echten Menschen erleichtert werde, wenn dem vereinsamten Besitzer der Bleckknecht wider erwarten nicht als Sozialkontaktersatz reichen sollte. Damit unterscheidet sich der Bot vom Smartphone eigentlich nur dadurch, dass er seinem Herrn und Gebieter brav nachdackelt, wenn dies denn gewünscht ist. Mit Verlaub: Eine Blech-Bezugsperson ist ungefähr so traurig wie eine Gummipuppe als Lebensabschnittspartner.
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